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Trockene Luft: So sorgst Du für besseres Klima in der Wohnung

Das Raumklima lässt sich auch im Winter aktiv verbessern.
Das Raumklima lässt sich auch im Winter aktiv verbessern. (©AntonioGuillem/iStock/Thinkstock 2017)

Im Winter läuft die Heizung auf Hochtouren. Das beschert einem zwar ein muckelig warmes Heim, hat jedoch einen ungewollten Nebeneffekt: trockene Heizungsluft. Und die kann tatsächlich schädlich für die Gesundheit sein. Doch es gibt Möglichkeiten, das Raumklima zu verbessern.

Atmen lässt es sich am besten bei 40- bis 60-prozentiger Luftfeuchtigkeit, wie die Apotheken Umschau berichtet. Diese Bedingungen in Büro und Co. verhindern nämlich das Austrocknen der Schleimhäute. Heizungsluft hingegen hat den gegenteiligen Effekt. Die Atemwege verlieren an Feuchtigkeit und öffnen Grippeviren und Infekten Tür und Tor. Auch Nasenbluten und wird durch die trockene Luft begünstigt. Die Haut spannt und kann reißen und Kopfschmerzen plagen so manchen beim Aufenthalt in stickigen Räumen.

Raumklima verbessern: Richtig lüften

Der erste Schritt zu einem besseren Raumklima ist die Räume nicht zu überheizen. In den Wohnräumen und im Bad sind Temperaturen um 22 Grad Celsius ausreichend, im Schlafzimmer sind es 18 Grad Celsius. Fast ebenso wichtig ist es, regelmäßig und richtig zu lüften. Wer immer auf gekippte Fenster setzt, meint es zwar gut, aber erhält leider wenig frische Luft im Zimmer. Zusätzlich entwickeln sich auf diese Weise rund um die Fenster kühle Stellen, an denen sich die Flüssigkeit sammelt.

Stoßlüften ist da effektiver und sorgt für einen guten Luftaustausch im Raum. Die Fenster sollten idealerweise mehrmals täglich für rund fünf Minuten aufgerissen werden – mit offenen Türen, damit die frische Luft in alle Ecken gelangt. Stelle in dieser Zeit die Heizung aus, um Energie zu sparen. Im Winter solltest Du es mit den Lüfteinheiten zudem nicht übertreiben, da sonst zu viel Wärme entweicht.

 Tägliches Lüften gehört auch im Winter dazu. fullscreen
Tägliches Lüften gehört auch im Winter dazu. (©Pexels 2016)

Zimmerpflanzen dienen der Raumbefeuchtung

Doch auch im Inneren selbst kann ein angenehmes Raumklima unterstützt werden, beispielsweise mit Pflanzen. Sie dünsten – übrigens genauso wie der Mensch – Wasser aus. Manche Exemplare sogar bis zu 97 Prozent des Gießwassers. Damit sind sie natürliche Luftbefeuchter. Außerdem verwandeln die Pflanzen im Zuge der Fotosynthese CO2 in Sauerstoff und verbessern so die verbrauchte Luft in den Räumen. Laut Fit For Fun punkten besonders Bogenhanf, Gummibaum, Efeu, Kroton und Dieffenbachie mit ihren luftreinigenden Eigenschaften. Doch eines sollte im Hinterkopf behalten werden: Auf der Blumeerde können sich Pilze entwickeln, was dem Raumklima wiederum abträglich ist.

 Zimmerpflanzen sorgen für ein angenehmes Raumklima. fullscreen
Zimmerpflanzen sorgen für ein angenehmes Raumklima. (©Pexels 2016)

Luftbefeuchter gegen Heizungsluft

Zusätzlich dazu können Geräte ihren Anteil für eine gute Raumluft beitragen. Insbesondere Luftbefeuchter gehen gegen Heizungsluft vor und helfen dabei, die Atemwege zu befeuchten. Es gibt sie in relativ einfacher Form, bei der Wasserdepots vor die Heizung eingehängt werden. Sie verdunsten nach und nach Wasser, allerdings ist die Verdunstungsleistung relativ gering. Alternativ kann auch ein kleines Schüsselchen mit Wasser hilfreich sein, das Du auf die Heizung stellst, damit sich das Wasser durch Verdunstung in der Raumluft verteilt. Wichtig ist dabei, dass das Wasser regelmäßig ausgewechselt wird, da sich im stehenden Wasser schnell Keime bilden können. Alternativ kannst Du zeitweise auch ein feuchtes Handtuch auf die Heizung legen.

Technische Geräte haben jedoch weitaus höhere Kapazitäten. Hier kann je nach Wahl ein Verdunster, Verdampfer oder Vernebler zum Einsatz kommen.

Verdunster, Verdampfer oder Vernebler?

Verdunster funktionieren über Filtermatten, über die die Feuchtigkeit großflächig abgegeben werden kann. Das ist relativ keimfrei, das Gerät sollte jedoch regelmäßig desinfiziert werden. Verdampfer funktionieren über die Erhitzung des Wassers und den dadurch entstehenden Wasserdampf. Das Sieden tötet dabei die meisten Keime ab. Dieser Vorgang sollte möglichst automatisch gesteuert werden, da sonst eine Überfeuchtung des Raums droht. Auch benötigen sie relativ viel Strom. Schließlich geben sogenannte Vernebler den Dampf in Tröpfchenform ab. Doch wie Tests beweisen, verteilen sich dabei oft Bakterien im Raum, die auch in die Lunge gelangen können.

 Ein Luftbefeuchter reichert die Luft mit Feuchtigkeit an. fullscreen
Ein Luftbefeuchter reichert die Luft mit Feuchtigkeit an. (©Thinkstock/Yocamon 2016)

Eine etwas kostenintensivere Alternative zu diesen Luftbefeuchtern sind Luftwäscher: Ein Luftwäscher befeuchtet Luft nach dem Prinzip der Kaltverdunstung. Von Zimmerspringbrunnen rät Dr. Norbert Mülleneisen vom Vorstand des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen im Gespräch mit der Apotheken Umschau übrigens ab: Zimmerspringbrunnen auf Ultraschall-Verneblerbasis produzieren flüssige Schwebeteilchen – sogenannte Aerosole. Sie können in die Lunge gelangen und Allergene mit sich tragen.

Nicht übertreiben!

Aber Vorsicht: Die Feuchtigkeit in Wohnräumen sollte zwar nicht unter 40 Prozent fallen, 60 Prozent aber auch nicht überschreiten, da ansonsten die Gefahr von Schimmelbildung besteht. Wenn Du genau wissen willst, wie es bei Dir um das Raumklima bestellt ist, hilft ein Hygrometer – ein Messinstrument, das die Luftfeuchtigkeit bestimmt.

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