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Wie sinnvoll sind Smartwatches heutzutage eigentlich?

Smartwatches sind derzeit in aller Munde – und bald auch an jedem Handgelenk? Wir klären Dich über Sinn und Nutzen der schlauen Uhren auf.
Ist die Smartwatch tatsächlich das nächste Must-Have-Gadget?
Ist die Smartwatch tatsächlich das nächste Must-Have-Gadget? (©picture alliance / dpa Themendienst 2014)

Smartwatches sind derzeit in aller Munde – und bald auch an jedem Handgelenk? Nahezu jeder große Hersteller wie Apple, Samsung oder Sony hat eine schlaue Uhr im Angebot. Bleibt die Frage, wozu Du überhaupt eine Smartwatch brauchen könntest. Wir sind einmal auf Erkundungstour gegangen.

Seit wann gibt es Smartwatches?

Obwohl es bei manchen Herstellern so klingen mag, ist die Smartwatch keine Erfindung der letzten fünf Jahre. Die ersten Computeruhren wurden bereits in den 1980ern entwickelt. Anfang 2004 brachte Microsoft die Smartwatch Spot auf den Markt, die bereits Informationen aus dem Internet darstellen konnte. Wirklich funktionstüchtig wurden die schlauen Uhren allerdings erst durch die Verbindung mit einem Smartphone via NFC oder Bluetooth. Darin liegt auch schon ein Grundproblem der Smartwatch: Von der Apple Watch über die Moto 360 bis hin zur LG G Watch sind alle Geräte ohne Handyverbindung nur ein besserer Schrittzähler. Eine Ausnahme bildet die Samsung Gear S, die über ein eigenes 3G-Modem verfügt.

Was bieten die schlauen Uhren?

Grundsätzlich ist jede Uhr mit Computerfunktionen per Definition eine Smartwatch. Vor zehn Jahren glänzten die Geräte vor allem  mit Taschenrechner-Features. Inzwischen haben Smartwatches jedoch deutlich mehr Nutzen: Dank integrierter GPS- und Herzschlagsensoren mutieren die Uhren zu Fitness-Trackern und Navigationsgeräten. Wenn die Smartwatch mit einem Smartphone verbunden ist, zeigt sie zudem eingehende Anrufe, SMS-Nachrichten und E-Mails an.

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Smartwatches wie die Samsung Gear S sind praktisch beim Joggen. (©Samsung Mobile 2014)

Die Vorteile einer Smartwatch

Als Smartphone-Besitzer dürftest Du Dich bei solchen Smartwatch-Features zunächst fragen: "Und warum nehme ich dann nicht einfach mein Handy in die Hand?" Tatsächlich hat eine Smartwatch am Handgelenk eher wenig Sinn, wenn das Mobiltelefon griffbereit vor Dir liegt. Wenn das Smartphone jedoch gerade sicher verstaut und doch in Reichweite im Rucksack steckt, hat ein schneller Blick aufs Handgelenk durchaus Vorteile. Wer will schließlich schon beim Kalorien-Check während des Joggens ständig auf das Handy-Display schauen? Mit einer Smartwatch am Handgelenk und dem Handy in der Tasche läuft es sich hingegen deutlich angenehmer.

Ein weiterer Vorteil: Du musst bei Anrufen und Kurznachrichten nicht ständig Dein Smartphone aus der Tasche holen. Eine kurze Vibration am Handgelenk weist auf eingehende Telefonate und SMS hin und Du kannst schnell entscheiden, ob diese wichtig sind. Da das Smartphone in der Tasche bleibt, ist man zudem viel weniger dazu verleitet, mit dem Handy herumzuspielen. Wer hat sich im Restaurant nicht schon einmal darüber geärgert, dass der Andere sich ständig mit seinem Mobiltelefon beschäftigt? Ein diskreter Blick auf die Smartwatch ist hingegen deutlich weniger auffällig.

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Die Motorola Moto 360 kann an Termine erinnern und Nachrichten anzeigen. (©Facebook/MotorolaGermany 2014)

Die Nachteile einer Smartwatch

Smartwatches sind leider nur dem Namen nach Uhren – beim Preis bewegen Sie sich eher in Smartphone-Regionen. Derzeit sind kaum Modelle unter 100 Euro erhältlich. Top-Produkte wie die Gears S, die Moto 360 oder die LG G Watch kosten schnell sogar 200 bis 300 Euro. Auch die Einsteigerversion der Apple Watch wird mit 350 Dollar veranschlagt. Kritiker bemängeln zudem, dass die Computeruhren keinen wirklichen Mehrwert gegenüber Handys hätten. Das mag allerdings auch daran liegen, dass die Technologie noch relativ neu ist und viele App-Entwickler sich zunächst an Smartphone-Anwendungen orientierten.

Bei der Akkulaufzeit einer Smartwatch musst Du Dich gedanklich vom Durchhaltevermögen alter Armbanduhren verabschieden. Die meisten schlauen Uhren halten höchstens 24 bis 36 Stunden durch. Ein weiteres Argument gegen Smartwatches ist das häufig gewöhnungsbedürftige Design. Tatsächlich wirkten die ersten Computeruhren wie klotzige Taschenrechner am Handgelenk und selbst aktuelle Modelle wie die LG G Watch sind nicht wirklich stylish. Inzwischen entwickeln aber immer mehr Hersteller abgerundete Smartwatches wie die Moto 360 oder die Apple Watch – und diese Uhren müssen sich wirklich nicht hinter Designerstücken von Fossil oder Swatch verstecken.

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Die Apple Watch könnte der Smartwatch-Branche zum Durchbruch verhelfen. (©picture alliance / dpa 2014)

Wie soll es mit den Smartwatches weitergehen?

Viele Hersteller und Analysten hoffen, dass die Smartwatch-Branche mit dem Release der Apple Watch im Frühjahr 2015 einen großen Boom erfahren wird. Eine ähnliche Signalwirkung gelang dem Konzern aus Cupertino zumindest mit dem iPod, dem iPhone und dem iPad. Und tatsächlich plant Apple mit seiner Smartwatch die Einführung von einigen Features, die der schlauen Uhr zum Durchbruch verhelfen könnten. So sollen kleine Nachrichten direkt von Apple Watch zu Apple Watch verschickt werden können. Zudem soll die Smartwatch als Fernbedienung für die Kamera des iPhones und für die Streaming-Box Apple TV dienen. Ob den Kaliforniern mit der Apple Watch wirklich der nächste große Wurf gelingt, wird sich wohl erst im kommenden Jahr zeigen. Wirtschaftsanalysten erwarten jedenfalls bereits jetzt große Dinge von der Smartwatch.

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