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Jaybird X3 und Freedom: Die Sportkopfhörer im Vergleichstest

Jaybird X3 und Freedom sollen Deutschland erobern.
Jaybird X3 und Freedom sollen Deutschland erobern. (©TURN ON 2017)

Kopfhöreroffensive aus den USA: Mit dem Jaybird X3 und dem Jaybird Freedom haben sich gleich zwei aktuelle Bluetooth-Sportkopfhörer aus dem High-End-Bereich unserem Test gestellt. Dabei beantworten wir insbesondere die Frage, ob die kabellosen In-Ears ihren kabelgebundenen Brüdern klanglich das Wasser reichen können.

Vor allem bei Kunden aus Amerika gilt Jaybird seit Langem als hervorragende Marke, wenn es um hochwertige Bluetooth-Kopfhörer geht. Gerade für Leute, die beim Sport auf ihre Lieblingsmusik nicht verzichten wollen, gilt die Marke aus Salt Lake City als Geheimtipp. Seit Kurzem bietet der Mutterkonzern Logitech die High-End-Headsets nun auch in Deutschland an. Für uns Grund genug, die beiden aktuellen Modelle Jaybird X3 und Jaybird Freedom einem ausführlichen Vergleichstest zu unterziehen.

Jaybird X3 und Freedom im Test: Optik und Verarbeitung

Für eine unverbindliche Preisempfehlung von 129 Euro für die Jaybird X3-Kopfhörer bzw. 199 Euro für die Freedom-Variante darf man als Kunde Qualität erwarten. Erfreulicherweise bekommst Du die auch in beiden Fällen geliefert. Der X3 wirkt etwas wuchtiger und besitzt ein schönes dickes Flachkabel, das von hinten um den Hals gelegt wird. Die Ohrmuscheln sitzen dank unterschiedlicher formbarer Aufsätze und dank der Earwings genannten Halterung wie angegossen. Beim Joggen oder Radfahren können sie so praktisch nicht aus den Ohren fallen. Insgesamt ist das Headset robust verarbeitet und zudem schweißresistent, sodass es dem X3 auch nichts ausmacht, wenn er mal ohne Schutzcase in der Sporttasche landet.

Der Jaybird X3 wirkt recht wuchtig. fullscreen
Der Jaybird X3 wirkt recht wuchtig. (©TURN ON 2017)
Die Earwings sorgen für perfekten Halt im Ohr. fullscreen
Die Earwings sorgen für perfekten Halt im Ohr. (©TURN ON 2017)
Über den Controller wird die Lautstärke geregelt. fullscreen
Über den Controller wird die Lautstärke geregelt. (©TURN ON 2017)

Für den Jaybird Freedom gilt das gleiche Qualitätsurteil, nur wirkt dieser Kopfhörer deutlich schlanker als der X3 und besitzt ein stabiles Rundkabel. Die sehr schmalen Ohrhörer lassen sich zudem dank unzähliger beiliegender Aufsätze noch umfangreicher an das Ohr des Trägers anpassen. Besonders gut haben uns die mitgelieferten Schaumstoff-Polster gefallen, die sich nahezu perfekt in das Ohr schmiegen und dadurch einen wesentlich satteren Sound transportieren als die gummierten Ohrpolster. Für perfekten Halt sorgen auch beim Freedom die Earwings, die in drei verschiedenen Größen beiliegen.

Der Jaybird Freedom kommt mit Schaumstoff-Ohrpolstern. fullscreen
Der Jaybird Freedom kommt mit Schaumstoff-Ohrpolstern. (©TURN ON 2017)
Im Vergleich zum X3 wirkt der Freedom viel schlanker. fullscreen
Im Vergleich zum X3 wirkt der Freedom viel schlanker. (©TURN ON 2017)
Die Auswahl an Aufsätzen kann sich sehen lassen. fullscreen
Die Auswahl an Aufsätzen kann sich sehen lassen. (©TURN ON 2017)

Einrichtung und Bedienkomfort der kabellosen US-Kopfhörer

Jaybird X3 und Freedom lassen sich per Bluetooth mit Smartphone, MP3-Player, Laptop oder Fitnessuhr koppeln – andere Verbindungsarten unterstützen beide Headsets nicht. Die Kopplung klappte im Test jederzeit und mit jedem Gerät absolut unkompliziert und innerhalb weniger Sekunden. Am Smartphone genügt es beispielsweise, die Bluetooth-Schnittstelle zu aktivieren und in den Kopplungsmodus zu versetzen. Anschließend werden die Jaybird-Kopfhörer mit einem etwa viersekündigen Druck auf die Einschalttaste ebenfalls in den Pairing-Modus versetzt und die Kopplung kann über das Smartphone veranlasst werden. Einmal gekoppelt, reicht es später aus, die Kopfhörer einfach einzuschalten. Bei aktivierter Bluetooth-Schnittstelle am Smartphone sind diese dann sofort einsatzbereit.

 Beide Kopfhörer lassen sich mit dem Smartphone verbinden. fullscreen
Beide Kopfhörer lassen sich mit dem Smartphone verbinden. (©TURN ON 2017)

An Bedienelementen bieten die Kopfhörer selbst gewohnte Kost. Über die zwei Knöpfe lässt sich die Lautstärke regeln und ein kurzer Druck auf die den Power-Button pausiert die Wiedergabe. Interessanter ist da schon, was sich mit Jaybirds MySound-App am Smartphone alles anstellen lässt. Diese funktioniert nämlich wie ein Equalizer und ermöglicht die Anpassung des Soundmixes. Dabei stehen zahlreiche vorgefertigte Mixe bereit. Aber natürlich haben User auch die Möglichkeit, eigene Mixe zu erstellen und so den Sound auf die persönlichen Vorlieben – oder auf das jeweilige Musikgenre abzustimmen. Das ist definitiv eine nette Dreingabe, die allerdings nur in Verbindung mit Android- und iOS-Geräten funktioniert, da dort die MySound-App auch verfügbar ist.

 In der Jaybird MySound-App lässt sich der Soundmix individuell abstimmen. fullscreen
In der Jaybird MySound-App lässt sich der Soundmix individuell abstimmen. (©TURN ON 2017)

Wichtigstes Qualitätsmerkmal im Test: Der Sound

Letztlich überzeugen Kopfhörer aber niemals durch Design oder durch technische Spielereien – so sinnvoll diese auch sein mögen –, sondern immer nur durch ihren Sound. Und tatsächlich können wir nach unserem ca. einwöchigen Praxistest bezeugen, dass Jaybird X3 und Jaybird Freedom auch in diesem Bereich absolut zur qualitativen Oberklasse gehören. Beide Headsets liefern einen satten und voluminösen Klang, wie er selbst bei hochpreisigen Bluetooth-Headsets leider immer noch keine Selbstverständlichkeit ist. Vor allem die Bässe wissen zu überzeugen, ohne jedoch jemals zu dick aufzutragen.

 Beide Jaybird-Kopfhörer wissen beim Sound zu überzeugen. fullscreen
Beide Jaybird-Kopfhörer wissen beim Sound zu überzeugen. (©TURN ON 2017)

Trotz der Power im Tieftonbereich gehen jedoch auch die Mitten und Höhen keineswegs unter. Im Gegenteil: X3 und Freedom liefern insgesamt ein recht ausgewogenes und angenehm transparentes Klangbild, das für In-Ear-Kopfhörer wirklich beeindruckend ist. Selbst bei hohen Lautstärken blieb der Klang jederzeit so differenziert, wie man sich das als Musikliebhaber wünschen würde. So gelingt Jaybird das leider immer noch zu seltene Kunststück, sich beim Sound trotz Bluetooth-Verbindung auf Augenhöhe mit guten Kabelkopfhörern zu befinden – wenn auch zu einem recht hohen Preis.

Unterm Strich konnten uns in puncto Klang sowohl der X3 als auch der Freedom überzeugen. Letzterer packt gerade in Sachen Power nochmal eine Schippe drauf und liefert einen noch satteren Klang als der X3. Hier liefert Jaybird wirklich einen In-Ear-Kopfhörer der Oberklasse ab, der sowohl Sportler als auch Musikfans zufriedenstellen dürfte. Ob das Plus an Sound auch den Aufpreis von 70 Euro im Vergleich zum ebenfalls sehr guten X3 wert ist, muss am Ende wohl jeder für sich selbst entscheiden.

 Der Freedom klingt noch satter als der X3, kostet allerdings auch rund 70 Euro mehr. fullscreen
Der Freedom klingt noch satter als der X3, kostet allerdings auch rund 70 Euro mehr. (©TURN ON 2017)

Akku und Telefonieren

Beiden Kopfhörern geht nach knapp acht Stunden der Saft aus, was im Vergleich zur Konkurrenz ein durchaus guter Wert ist. Geladen werden die Jaybird-Headsets per MicroUSB-Kabel entweder über einen entsprechenden Netzstecker (nicht im Lieferumfang enthalten) oder beispielsweise am PC. Telefonieren ist dank eines eingebauten Mikrofons auch möglich. Das darf man in der Preisklasse allerdings auch erwarten.

Fazit: Endlich überzeugende Bluetooth-Headsets

In der Vergangenheit vermochten uns In-Ear-Bluetooth-Kopfhörer nie so richtig zu überzeugen. Auch wenn es natürlich praktisch ist, kabellos Musik zu hören, müssen sich die meisten Headsets spätestens beim Sound doch ihren kabelgebundenen Brüdern geschlagen geben. Die Jaybird-Modelle X3 und Freedom bieten hier zwei rühmliche Ausnahmen. Beide befinden sich klanglich absolut auf Augenhöhe zu guten Kabelkopfhörern. Der Freedom gehört klanglich sogar zu den besten In-Ear-Kopfhörern, die wir je im Test hatten.

Hinzu kommt die tadellose Verarbeitung, dank der die Headsets absolut sporttauglich sind und selbst beim Joggen jederzeit perfekten Halt bieten. Wer Musik beim Sport und in nahezu jeder anderen Situation ohne nennenswerte klangliche Kompromisse hören möchte, sollte sich Jaybird X3 und Jaybird Freedom deshalb näher anschauen.

Allerdings hat Qualität ihren Preis und gerade bei Bluetooth-Kopfhörern ist der immer noch hoch. 130 Euro für den X3 bzw. 200 Euro für den Freedom sind wahrlich keine Schnäppchen und weit über dem, was man für vergleichbar gute Kabelkopfhörer hinblättern muss. Das kabellose Vergnügen lässt sich der Hersteller also immer noch recht teuer bezahlen. Die Entscheidung, ob dieser Komfort die hohen Anschaffungskosten wert ist, bleibt deshalb auch bei Jaybird X3 und Jaybird Freedom eine schwierige.

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