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LG HomBot Square Pet Care im Test: Auf leisen Pfoten

Macht sauber, während der Mensch die Füße hochlegt: der LG HomBot Square Pet Care.
Macht sauber, während der Mensch die Füße hochlegt: der LG HomBot Square Pet Care. (©TURN ON 2015)

Zuhause ist es doch am schönsten – wenn nur die lästige Hausarbeit nicht wäre. Der LG HomBot Square Pet Care stellt sich aber netterweise in den Dienst des Menschen und verspricht: Nie wieder staubsaugen! Ob auf den eifrigen Haushaltsroboter wirklich Verlass ist, wollten wir in einem Test herausfinden.

Haushaltsgeräte werden immer smarter

Die Tage, in denen im Haushalt alles per Hand erledigt werden musste, sind längst gezählt. Seit Jahrzehnten unterstützen uns Mikrowellen, Waschmaschinen und Staubsauger bei den lästigen Pflichten des Alltags. Spaß macht Putzen aber auch mit technischer Unterstützung nicht wirklich. Daher erfreuen sich Haushaltsroboter wachsender Beliebtheit. Was lange Zeit als teures Gadget für Early Adopter galt, kommt so langsam auch bei der breiten Masse an. Denn die Modelle der Elektronikhersteller werden auf der einen Seite immer erschwinglicher und auf der anderen Seite technisch ausgereifter. Beim Blick auf den Funktionsumfang des LG HomBot Square Pet Care einem daher regelrecht schwindelig werden.

LG HomBot Square kommt mit großem Lieferumfang

 Schon irgendwie cool, aber noch ziemlich teuer: der LG HomBot Square Pet Care. fullscreen
Schon irgendwie cool, aber noch ziemlich teuer: der LG HomBot Square Pet Care. (©TURN ON 2015)

Beginnen wir aber erst einmal mit dem Naheliegendsten, dem Auspacken des Roboters. Dabei fällt auf: Für seine zum Marktstart stolze UVP von 899 Euro bringt der LG HomBot Square Pet Care immerhin auch einen ordentlichen Lieferumfang mit. Neben einer Fernbedienung für die komfortable Steuerung des Robotersaugers – etwa vom Sofa aus – sind auch eine Tierhaar- und eine Teppichbürste sowie ein Wischmoppeinsatz inbegriffen. Der HomBot eignet sich somit für Hartböden und Teppichböden sowie für Haushalte mit Tieren. Allergiker sollten sich hingegen anderweitig umsehen – etwa beim Thomas Perfect Air Allergy Pure.

Design: Wer nicht im Schrank wohnen will, muss hübsch sein

Da ein Staubsauger-Roboter anders eingesetzt wird als ein herkömmlicher Sauger, muss er auch andere Kriterien erfüllen. Wer den LG HomBot Square regelmäßig reinigen lassen will, wird ihn vermutlich in den zu reinigenden Räumen unterbringen – zum Beispiel dem Wohn- oder Esszimmer. Und wer will da schon einen hässlichen Kasten herumstehen haben? Die Frage nach dem Design ist daher entscheidender als bei einem Staubsaugermodell, das nach getanem Dienst wieder in der Abstellkammer verschwindet.

Der HomBot benötigt einen freien Platz an der Wand. fullscreen
Der HomBot benötigt einen freien Platz an der Wand. (©TURN ON 2015)
Der Roboter selbst ist dunkelrot glänzend. fullscreen
Der Roboter selbst ist dunkelrot glänzend. (©TURN ON 2015)
Hersteller LG weist stolz auf den 3D-Effekt hin. fullscreen
Hersteller LG weist stolz auf den 3D-Effekt hin. (©TURN ON 2015)
Der Sauger ist zwar schick, die Station aber eher nicht. fullscreen
Der Sauger ist zwar schick, die Station aber eher nicht. (©TURN ON 2015)

In dieser Kategorie schneidet der LG HomBot Square Pet Care besser ab als viele Konkurrenzmodelle. Er besitzt eine dunkelrote, glänzende Oberfläche mit 3D-Effekt, das heißt, unter dem Klavierlack sind Muster und Strukturen erkennbar. Zumindest in der Anfangszeit wird das LG-Modell wohl zahlreiche bewundernde Blicke von Familie und Besuchern ernten. Nicht ganz so schön ist hingegen die schwarze Aufladestation, die einen freien Platz an einer Zimmerwand benötigt. Sie ist zwar nicht sonderlich groß, aber an einer hellen Wand fällt das Zuhause des Roboters dennoch auf.

Handling: Ganz allein doch etwas verloren

Wer mit der Anschaffung eines Staubsauger-Roboters liebäugelt, muss nicht unbedingt technikversiert sein. Der Umgang mit dem LG HomBot Square Pet Care erwies sich im Test als denkbar einfach. Hat die Ladestation einen Platz an der Wand in der Nähe einer Steckdose gefunden, wird der drei Kilogramm schwere Roboter zum Aufladen angedockt und eingeschaltet. Per Sprachausgabe in einer von sieben vorinstallierten Sprachen informiert der HomBot darüber, was er gerade macht. In diesem Fall: laden.

Eingeschaltet werden Station und Roboter separat. fullscreen
Eingeschaltet werden Station und Roboter separat. (©TURN ON 2015)
Geht die Energie zur Neige, fährt der HomBot automatisch zurück zur Ladestation. fullscreen
Geht die Energie zur Neige, fährt der HomBot automatisch zurück zur Ladestation. (©TURN ON 2015)
Gereinigt wird in verschiedenen Modi: "Zick Zack", ... fullscreen
Gereinigt wird in verschiedenen Modi: "Zick Zack", ... (©TURN ON 2015)
... "Cell by Cell" ... fullscreen
... "Cell by Cell" ... (©TURN ON 2015)
... oder "Spiral". fullscreen
... oder "Spiral". (©TURN ON 2015)

Mit vollem Akku macht sich der eckig designte HomBot Square dann an die Arbeit – in einem von vier verschiedenen Reinigungsmodi. Das Programm "Spiral" lässt den Roboter einen runden Bereich mit 1,5 Meter Durchmesser spiralförmig abfahren. Das bietet sich etwa dann an, wenn etwas verschüttet wurde. Im "Zick Zack"-Modus fährt der Sauger vor, bis er ein Hindernis erreicht, dreht sich um 90 Grad und fährt weiter. Dies eignet sich gut für die Reinigung großer Räume mit wenigen Möbeln. Ist das Zimmer etwas großzügiger möbliert, kann der "Cell by Cell"-Modus nützlich sein. Dabei fährt der HomBot einzelne kleine Bereiche im Zickzack ab. Alternativ lässt sich mit der Fernbedienung zuvor ein Zimmerbereich definieren, der dann vom Staubsauger gereinigt wird.

Auch praktisch: Via Fernbedienung kann der HomBot-Besitzer eine Uhrzeit programmieren, zu der der Roboter seine Arbeit selbstständig aufnimmt – während man selbst zum Beispiel auf der Arbeit oder beim Einkaufen ist. Dann kehrt man entweder in eine gereinigte Wohnung zurück und der LG-Sauger lädt schon wieder auf der Home-Station. Oder aber – und das ist uns im Test passiert – man findet die Ladestation verlassen vor und muss sich auf die Suche nach dem Robotersauger machen, der sich irgendwo festgefahren hat.

Die Kabel hat der LG-Roboter unter dem Fernsehschrank hervorgeholt. fullscreen
Die Kabel hat der LG-Roboter unter dem Fernsehschrank hervorgeholt. (©TURN ON 2015)
Bis hierhin und nicht weiter: Ab und zu muss der Sauger befreit werden. fullscreen
Bis hierhin und nicht weiter: Ab und zu muss der Sauger befreit werden. (©TURN ON 2015)

Mit seinen 340 x 340 x 89 Millimetern passt der HomBot Square Pet Care zwar unter viele Sofas und Regale. Ändert er aber an einem Hindernis die Richtung, kann es schon mal vorkommen, dass er steckenbleibt. Auch Kabel, Schnürsenkel und Ähnliches stellen teilweise unüberwindliche Hürden dar, die die vorderen Seitenbürsten des Roboters blockieren können. Nicht ohne Grund schreibt LG daher in der Bedienungsanleitung, dass keine Kabel im Reinigungsbereich des Staubsaugers herumliegen sollten.

Hardware: Smartes Navi und Dual-Eye-Kamera

Hat er sich einmal festgefahren, meldet sich der LG HomBot Square Pet Care erneut zu Wort und fordert Hilfe vom Besitzer. Dass das aber nicht allzu häufig passiert, soll sein intelligentes Navigationssystem gewährleisten. In Zusammenarbeit mit einer Dual-Kamera, die die Zimmerdecke scannt, mehreren Infrarot- und Kontaktsensoren sowie einem Ultraschallsensor für transparente Hindernisse wie Glasvasen bewegt sich der Roboter durch den Raum. Und lernt dabei, indem er versucht, sich den Ort von Hindernissen einzuprägen und mehrmaliges Zusammenstoßen zu vermeiden. Um einen Effekt zu bemerken, war unser Test mit dem HomBot allerdings zu kurz.

 Naja, wenigstens macht er hinterher auch wieder sauber. fullscreen
Naja, wenigstens macht er hinterher auch wieder sauber. (©TURN ON 2015)

Was sich aber zeigte: Nicht jedes Hindernis scheint der Robotersauger ernst zu nehmen. Insbesondere kleine und leichte Beistelltische hat er gerne mal beiseite geschoben. So schmiss erim Test auch eine Pflanze von ihrem Hocker. Immerhin: Die verschüttete Blumenerde saugte er von allein wieder vollständig auf. Tierbesitzer sollten HomBot und Tier nicht unbedingt unbeaufsichtigt im selben Raum lassen. Die meisten Haustiere dürften den Roboter aber eher als interessant denn als gefährlich einstufen – spätestens nach einer kurzen Eingewöhnungszeit.

Reinigungsleistung: Ordentlich und dabei schön leise

An der Reinigungsleistung des LG HomBot Square Pet Care gibt es daher auch nichts zu meckern. Staub, Dreck und Kaninchenhaare wurden im Test zuverlässig aufgenommen und landeten im 0,6 Liter fassenden Auffangbehälter, der nach der Reinigung einfach nach oben entnommen und ausgeleert wird. Dank seines eckigen Designs und der langen seitlichen Bürsten reicht der Robotersauger auch in die Zimmerecken hinein. Zudem ist er mit 60 dB vergleichsweise leise. Wer aus den zuvor genannten Gründen lieber zu Hause ist, während der Roboter saugt, kann nebenbei also noch problemlos fernsehen.

Mit den Seitenbürsten wischt er Staub und Dreck zur großen Rundbürste. fullscreen
Mit den Seitenbürsten wischt er Staub und Dreck zur großen Rundbürste. (©TURN ON 2015)
Was er einsaugt, landet im Auffangbehälter. fullscreen
Was er einsaugt, landet im Auffangbehälter. (©TURN ON 2015)
Der 0,6-Liter-Kasten kann nach der Reinigung nach oben entnommen... fullscreen
Der 0,6-Liter-Kasten kann nach der Reinigung nach oben entnommen... (© 2015)
... und ganz einfach entleert werden. fullscreen
... und ganz einfach entleert werden. (©TURN ON 2015)

Akkulaufzeit: Länger mögen wir auch nicht staubsaugen

Eine Akkuladung hält laut Hersteller für etwa 100 Minuten. Das ist vergleichsweise lange und – wie der Test zeigte – auch nicht allzu hochgegriffen. Anderthalb Stunden saugte der Roboter auf jeden Fall vor sich hin – mit zwischenzeitlichem Festfahren und Befreitwerden, bevor er sich ganz von allein auf den Weg zur Ladestation machte und andockte. Der Ladevorgang nimmt dann allerdings rund vier Stunden in Anspruch.

Fazit: Viel Hilfe für viel Geld

Der LG HomBot Square Pet Care kann wirklich viel. Er reinigt zuverlässig und vollkommen selbstständig. Damit dabei nichts schiefgeht, sollte die Wohnung für den Einsatz eines Staubsauger-Roboters geeignet sein oder entsprechend präpariert werden. Ansonsten muss immer jemand vor Ort sein, um den HomBot bei Bedarf aus einer misslichen Lage zu befreien. Damit geht jedoch der Sinn und Zweck eines Haushaltsroboters verloren. Man spart sich zwar die körperliche Tätigkeit, nicht aber die Zeit.

 Haushaltsrobotern könnte die Zukunft gehören. fullscreen
Haushaltsrobotern könnte die Zukunft gehören. (©TURN ON 2015)

Im Bereich der Haushaltsroboter zählt der LG HomBot Square Pet Care sicherlich zu den ausgereiftesten Produkten. Mit seiner damaligen UVP von 899 Euro war der Roboter allerdings auch kein Schnäppchen. Mittlerweile ist der HomBot jedoch schon deutlich günstiger zu haben und daher eines der empfehlenswertesten Modelle. Wer sich aber nicht mit den derzeitigen Schwächen arrangieren will oder kann, sollte mit der Anschaffung eines Staubsauger-Roboters womöglich noch ein bis zwei Jahre warten.

Meinung des Autors
Natürlich zählt Staubsaugen nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Aber bei den aktuellen Preisen von Haushaltsrobotern überlege ich immer noch zweimal, ob mir eine solche Arbeitserleichterung so viel Geld wert ist. Nach meinem Test kann ich jetzt sagen: (noch) nicht. Der LG HomBot Square Pet Care reinigt zwar tatsächlich vernünftig – was ich im Vorwege nicht gedacht hätte. Allerdings würde ich ihn nicht unbedingt ohne Beaufsichtigung putzen lassen. Anfangs kann es dann vielleicht noch Spaß machen, dem Roboter bei der Arbeit zuzusehen. Auf Dauer wird das aber entweder langweilig. Oder ich würde mich ärgern, wenn der HomBot scheinbar konzeptlos bei der Reinigung vorgeht, dadurch länger braucht, als ich es würde – und am Ende doch wieder selbst zum Staubsauger greifen.

Ich muss aber auch sagen: Mein Bruder besitzt bereits einen Staubsauger-Roboter und in seiner Wohnung geht das Konzept gut auf. Mit versteckten Kabeln, hochgestellten Stühlen und bei Bedarf verschlossenen Türen saugt der Roboter, während mein Bruder auf der Arbeit ist. Anschließend in eine geputzte Wohnung kommen – das hat schon was! Dürfte ich einen Wunsch an LG richten, dann wäre es allerdings ein Staubwischroboter. Diese Arbeit empfinde ich als noch viel lästiger.
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