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Nuki Smart Lock im Test: Türchen, öffne Dich – per Smartphone

Das Nuki Smart Lock: Entsperr Deine Tür doch einfach per App!
Das Nuki Smart Lock: Entsperr Deine Tür doch einfach per App! (©TURN ON 2017)

Wieder einmal den Schlüssel für die Haustür vergessen? Kein Problem. Nachdem das Nuki Smart Lock an der Tür angebracht wurde, lässt sich diese einfach mit einem Smartphone entsperren – ganz ohne Schlüssel. In unserem Test klären wir, ob das smarte Türschloss hält, was es verspricht. 

Das Konzept ist so simpel wie genial: Man befestige das Nuki Smart Lock an der Haustür, stecke dauerhaft den Schlüssel ein und kann die Tür fortan bequem über eine Smartphone-App entriegeln. Klingt einfach – und ist es auch. Mit der optional erhältlichen Nuki Bridge gelingt dies sogar über das Internet aus der Ferne. Möglich macht dies ein integrierter Motor, der den eingesteckten Schlüssel je nach gewünschtem Zustand einfach dreht, wenn der Besitzer es möchte.

Das sind die Voraussetzungen für das Nuki Smart Lock

Das Smart Lock funktioniert mit der hierzulande weitverbreiteten Schließzylinderform Profildoppelzylinder. Dabei handelt es sich um einen Schließzylinder, der von beiden Seiten betätigt werden kann. Kleiderschranktüren sind somit raus. Dringend empfohlen, wenn auch nicht zwingend vorausgesetzt, wird ein Schließzylinder mit sogenannter  Not- und Gefahrenfunktion. Das bedeutet schlichtweg: Auch wenn innen ein Schlüssel steckt, kann die Tür von außen mit einem Schlüssel entriegelt werden. Selbst wenn die Technik des Smart Lock also einmal versagen sollte, kann die Tür in diesem Fall auf herkömmliche Weise aufgeschlossen werden.

Zwei unterschiedliche Montageplatten liegen dem Lieferumfang bei. fullscreen
Zwei unterschiedliche Montageplatten liegen dem Lieferumfang bei. (©TURN ON 2017)
Die linke Platte wird einfach angeklebt, die rechte mit Schrauben festgezogen. fullscreen
Die linke Platte wird einfach angeklebt, die rechte mit Schrauben festgezogen. (©TURN ON 2017)
Drei kleine Schrauben reichen für einen sicheren Halt. fullscreen
Drei kleine Schrauben reichen für einen sicheren Halt. (©TURN ON 2017)

Smart Lock punktet mit unkomplizierter und zügiger Einrichtung

Nuki verspricht eine schnelle Einrichtung – und hält dieses Versprechen auch. Im Normalfall ist die Installation innerhalb von fünf Minuten abgeschlossen. Die mitgelieferte Kurzanleitung mag etwas kryptisch erscheinen. An dieser Stelle wollen wir auf das sehr gute Erklärvideo hinweisen, das Nuki auf seiner Webseite bereithält. Montiert wird das Smart Lock an der Innenseite der Tür, je nach Größe des Schließzylinders wird das Gerät angeklemmt oder angeklebt. Der Hersteller liefert dafür zwei unterschiedliche Montageplatten mit. Die Klebevariante saß in unserem Test äußerst gut, ließ sich aber nur mit einigem Kraftaufwand wieder lösen.

Sitzt die Vorrichtung an der Innenseite fest, wird der Schlüssel in den Zylinder eingesteckt. Anschließend wird das Gehäuse, das zuvor mit den vier beiliegenden AA-Batterien bestückt werden muss, einfach aufgesteckt – fertig ist die Montage. Unkompliziert und ohne bohren zu müssen, ideal also auch für Mietwohnungen. Um das Smart Lock einrichten zu können, wird die kostenlose Nuki-App benötigt, die sich im Play Store und Apple Store herunterladen lässt. Ist diese auf dem Smartphone installiert, hält man den Knopf am Smart Lock für fünf Sekunden gedrückt. Nach dem Start der App muss dann nur noch den Bildschirmanweisungen gefolgt werden, um die Einrichtung abzuschließen. Die Verbindung erfolgt über Bluetooth, ebenso kann ein Standort für das Smart Lock definiert werden. Nach einer kurzen Kalibrierung ist das smarte Schloss einsatzbereit.

Auto Unlock-Feature und individuelle Zutrittsberechtigungen

Befindet man sich jetzt in Bluetooth-Reichweite zum Smart Lock, kann die Tür mithilfe der App entriegelt werden. Dies geschieht durch einfaches Wischen auf dem Smartphone-Display. Ob offen oder geschlossen – der Zustand des Smart Lock wird jederzeit angezeigt. Im Test funktionierte das erstaunlich gut und vor allem auch schnell. Natürlich lässt sich die Tür innerhalb der Wohnung nach wie vor einfach verriegeln und aufsperren, entweder über den Button am Smart Lock oder durch Drehen am Griff. Wer es besonders bequem haben möchte, kann das Auto Unlock-Feature nutzen. Mithilfe von GPS, Geofences und Bluetooth erkennt das Smart Lock, wenn Du Dein Zuhause verlässt – und Dich wieder näherst. Dann ver- und entriegelt das System die Tür automatisch.

Vier AA-Batterien versorgen das Smart Lock mit Energie. fullscreen
Vier AA-Batterien versorgen das Smart Lock mit Energie. (©TURN ON 2017)
Auch durch Drücken oder Drehen am Knauf lässt sich die Tür normal öffnen. fullscreen
Auch durch Drücken oder Drehen am Knauf lässt sich die Tür normal öffnen. (©TURN ON 2017)
Nuki verspricht eine sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. fullscreen
Nuki verspricht eine sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. (©TURN ON 2017)

Praktisch sind auch die Zutrittsberechtigungen, die sich innerhalb der App festlegen lassen. So kannst Du Freunden, Verwandten, Handwerkern oder anderen Personen einen einfachen Zugang zur Wohnung gewähren – ganz komfortabel über die App. Der Zugriff kann dauerhaft oder auch zeitlich befristet und sogar wiederkehrend eingeräumt werden. Wichtig: Auf jeden Fall sollte eine Admin-PIN festgelegt werden, damit einem selbst im Zweifel die Berechtigung nicht entzogen werden kann. Anders als zum Release erinnert die Nuki-App mittlerweile an die Erstellung eines Kennworts, wenn Personen eingeladen werden sollen. Eine lückenlose Überwachung ist dank des Sperrprotokolls möglich. Ob die totale Überwachung erstrebenswert ist, sei einmal dahingestellt. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Sicherheit: Nuki setzt auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

In einem solch sensiblen Bereich kommt unweigerlich die Frage nach der Sicherheit auf. Nuki selbst verspricht "maximalen Komfort, ohne auf Sicherheit verzichten zu müssen". Doch was bedeutet das konkret? Zunächst: Nuki ist, wenn man nicht gerade eine Tür mit viel Glas besitzt, von außen nicht einsehbar. Außerdem vertraut Nuki auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für die Kommunikation zwischen Smart Lock und Mobiltelefon. Dafür kommt ein Sicherheitsschlüssel zum Einsatz, welcher nur der App und dem Smart Lock bekannt ist.

Dafür werden Daten bereits vor der Übertragung verschlüsselt, dann per Bluetooth übertragen und erst am Ende vom Empfänger wieder entschlüsselt. Welche Sicherheitsverfahren hier genau eingesetzt werden, legt der Anbieter auf seiner Webseite in aller Ausführlichkeit dar. Sehr gut, aber ein mulmiges Gefühl bleibt letztendlich doch immer, wenn man einen solch sensiblen Bereich der Technik anvertraut.

 Zutrittsberechtigungen lassen sich unkompliziert in der App verwalten. fullscreen
Zutrittsberechtigungen lassen sich unkompliziert in der App verwalten. (©Nuki 2017)

Fazit: Nettes Gadget, aber kein Must-have im Alltag

Wer die rund 230 Euro für das Nuki Smart Lock investiert, bekommt ein gutes Stück Technik, das den Alltag erleichtern kann. Wer einmal seinen Schlüssel vergessen oder sich ausgesperrt hat, kann die Tür dennoch ganz einfach mit seinem Smartphone öffnen. Einen teuren Schlüsseldienst kann man sich so sparen. Die Einrichtung funktioniert einfach, das Verriegeln und Öffnen der Tür ebenso. Im normalen Alltag dürfte der reale Nutzen eher begrenzt sein, schließlich sperrt sich wohl niemand ständig aus. Und wirklich schneller geht der Schließvorgang per App nicht von der Hand, auch dann nicht, wenn das Auto Lock-Feature genutzt wird. Doch komfortabel ist das Nuki Smart Lock ohne Zweifel, im richtigen Moment sogar sehr hilfreich.

Das Bedienkonzept überzeugt, die App lässt sich intuitiv nutzen und hinterlässt einen stabilen Eindruck. Sicherheitstechnisch gibt es auf den ersten Blick nichts zu bemängeln. Doch ein gewisses Restrisiko lässt sich immer dann, wenn Technik mit im Spiel ist, nie ganz ausschließen. 100-prozentig sicher ist die klassische Haustür bekanntermaßen aber auch nicht. Kurzum: Das Nuki Smart Lock ist ein nettes Gadget, das erstaunlich gut funktioniert. Ob das smarte Schloss aber ein Must-have ist, sei dahingestellt. Wer Technik und Smart Home liebt, kann aber einen Blick darauf werfen.

Meinung des Autors
Ja, das Smart Lock von Nuki ist ganz nett und funktioniert erstaunlicherweise sehr gut – was man für 230 Euro aber auch erwarten darf. Das Konzept ist schlüssig, die Einrichtung kinderleicht, die Bedienung intuitiv. Das Smart Lock tut, was es soll: die Tür per Smartphone-App im gewünschten Moment entriegeln. Ob man das benötigt oder nicht? Selbst wenn ich es geschenkt bekäme, wüsste ich nicht, ob ich das Teil für meine heimische Haustür nutzen würde. Wenngleich sich Nuki in puncto Sicherheit durchaus transparent zeigt und bemüht ist, etwaige Bedenken auszuräumen, so habe ich persönlich dennoch ein leicht mulmiges Gefühl. Wer diesbezüglich keinerlei Bedenken hat, sollte sich das Smart Lock ruhig näher anschauen.
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