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Blitze fotografieren: 8 Tipps für Gewitter-Fans

Die Faszination eines Gewitters auf ein Foto bannen? Das ist einfacher, als Du vielleicht denkst.
Die Faszination eines Gewitters auf ein Foto bannen? Das ist einfacher, als Du vielleicht denkst. (©Thinkstock/iStock/BalazsKovacs 2017)

Die einen verkriechen sich bei Gewitter unter der Bettdecke, die anderen verfolgen das Naturschauspiel mit Faszination. Möchtest Du Blitze fotografieren und den Zauber des Spektakels auf ein Bild bannen, findest Du hier acht passende Tipps für Kameraeinstellungen, Zubehör und Deine Sicherheit. Und keine Sorge: So schwierig, wie manch einer denkt, ist die Gewitterfotografie gar nicht!

1. Plane und übe schon einmal vor dem Gewitter

 Wer Blitze fotografieren will, sollte sich vorab bereits mit dem Thema auseinandergesetzt haben. fullscreen
Wer Blitze fotografieren will, sollte sich vorab bereits mit dem Thema auseinandergesetzt haben. (©Pixabay 2017)

Schon bevor die ersten Blitze vom Himmel zucken, wird es selbst tagsüber manchmal stockduster. Ein Gewitter kündigt sich meistens mit dunklen, bedrohlich wirkenden Wolken an. Fängst Du dann erst an, Deine Kameraausrüstung zusammenzukramen und einzupacken, ist das Gewitter vielleicht schon vorbeigezogen, bevor Du Blitze fotografieren konntest. Und sich in freier Wildbahn bei Dunkelheit und strömendem Regen das erste Mal mit den richtigen Kameraeinstellungen auseinanderzusetzen und das manuelle Fokussieren zu üben, ist wirklich auch keine gute Idee. Daher gilt: Vorbereitet knipst es sich leichter. Mache Dich schon vorab mit dem manuellen Modus Deiner Kamera vertraut und hab Dein Zubehör parat, sobald sich ein Gewitter ankündigt.

2. Dieses Zubehör solltest Du mitnehmen

 Ein Stativ ist für Langzeitbelichtungen in der Nacht unverzichtbar. fullscreen
Ein Stativ ist für Langzeitbelichtungen in der Nacht unverzichtbar. (©Pexels 2017)

Fotografieren bei Dunkelheit ist immer eine Herausforderung, wenn dabei mehr als schwarze Bilder herauskommen sollen. Gibt es wenig Licht, musst Du mitunter lange belichten – und das macht ein Stativ bei der Gewitterfotografie quasi unabdingbar. Damit verhinderst Du, dass Fotos verwackeln und lässt Dir die Möglichkeit offen, Serienbilder mit genau demselben Bildausschnitt zu knipsen und sie anschließend am PC zu einer Aufnahme zu verbinden. Ebenfalls gegen das Verwackeln hilft ein Fernauslöser oder eine Fernbedienung für Deine Kamera. Nimm außerdem eine Sonnenblende mit, falls Du eine besitzt. Damit verhinderst Du, dass seitlich zu viel Streulicht einfällt. Außerdem hilft sie, Regentropfen vom Objektiv fernzuhalten. Da sich das bei stürmisch-nassem Wetter jedoch nicht immer verhindern lässt, packe am besten noch trockene Tücher ein, zum Beispiel eine Packung Taschentücher. Apropos Objektiv: Entscheide Dich am besten für ein Weitwinkel-Objektiv, um möglichst viel von der Umgebung aufs Bild zu bekommen.

3. So erkennst Du den richtigen Zeitpunkt

 Nachts fotografierte Blitze sind meist eindrucksvoller als tagsüber eingefangene Gewitter. fullscreen
Nachts fotografierte Blitze sind meist eindrucksvoller als tagsüber eingefangene Gewitter. (©Pexels 2017)

Blitze nachts zu fotografieren, ist um einiges spannender und tatsächlich auch einfacher, als solch ein Naturschauspiel tagsüber einzufangen. Doch nicht nur die Tageszeit, auch die Wetterlage entscheidet über den idealen Zeitpunkt. Nach Möglichkeit solltest Du immer versuchen, die aufziehende Gewitterfront zu fotografieren. Zum einen wirken die Wolken dann meist deutlich eindrucksvoller als beim abklingenden Gewitter. Zum anderen hast Du anfangs eventuell noch das Glück, von starken Sturmböen und heftigen Regenschauern verschont zu bleiben. Hat es sich erst einmal eingeregnet, kann es ganz schön ungemütlich werden – nicht nur für Dich, auch Dein Kamera-Equipment könnte in Mitleidenschaft gezogen werden. Außerdem solltest Du nicht vergessen, dass von Blitzen immer eine Gefahr ausgeht. Ist das Gewitter also noch weiter weg, lebst Du auch als Fotograf sicherer.

4. Wie finde ich den richtigen Standort?

 Einige Apps leisten beim Orten von Gewittern gute Dienste. fullscreen
Einige Apps leisten beim Orten von Gewittern gute Dienste. (©Pexels 2017)

Bevor Du Blitze fotografieren kannst, musst Du erst einmal ein Gewitter orten. Dabei hilft das Verfolgen von Wetterberichten oder ein Blick auf den Niederschlagsradar. In vielen Apps kannst Du auch Benachrichtigungen für Unwetterwarnungen in Deiner Region aktivieren. Da Gewitter häufig aber nur noch lokal auftreten, sind Webseiten wie Blitzortung.org, der Blitz-Spion von Siemens oder Lightningmaps.org oft eine größere Hilfe beim Orten von Blitzen. Für das Smartphone gibt es Apps wie BlitzAlarm – Gewitterwarnung für iOS und Android oder den Blitzortung Gewitter-Monitor für Android. Ist das Gewitter geortet, solltest Du aber weiterhin den Niederschlagsradar im Blick behalten. Darauf kannst Du erkennen, in welche Richtung das Gewitter zieht und Dich idealerweise davor positionieren. Das erhöht die Chancen auf ein regenfreies Gewitterbild.

5. Deine Sicherheit geht immer vor

 Nicht nur von Blitzeinschlägen, auch von den Begleiterscheinungen eines Gewitters gehen Gefahren aus. fullscreen
Nicht nur von Blitzeinschlägen, auch von den Begleiterscheinungen eines Gewitters gehen Gefahren aus. (©Pexels 2017)

Keine Frage: Fotos von einschlagenden Blitzen sind spektakulär! Sich bei einem Gewitter draußen aufzuhalten, ist aber immer auch mit Gefahren verbunden. Halte Dich daher an die bekannten allgemeinen Sicherheitshinweise bei Gewittern: Stelle Deine Kamera nicht auf einem freien Feld auf und vermeide es, Schutz unter Bäumen zu suchen. Halte außerdem einen Sicherheitsabstand zu metallischen Gegenständen ein. Aber nicht nur die Gefahren, die von einem Blitzschlag ausgehen, solltest Du berücksichtigen. Auch die Begleiterscheinungen wie Platzregen, Sturm und Hagel können heftig ausfallen und Dich in Gefahr bringen. Idealerweise hältst Du Dich mithilfe der oben erwähnten Dienste also stets vor dem Gewitter auf, selbst wenn Du dann nur ein kurzes Zeitfenster zum Fotografieren bleibt.

6. ISO, Blende, Belichtungszeit: Wähle passende Kameraeinstellungen

 Blitze lassen sich am besten mit niedrigem ISO-Wert, weit geschlossener Blende und langer Belichtungszeit fotografieren. fullscreen
Blitze lassen sich am besten mit niedrigem ISO-Wert, weit geschlossener Blende und langer Belichtungszeit fotografieren. (©Pixabay 2017)

Ein Blitz an sich ist ein Ereignis, das sich im Millisekundenbereich abspielt – den Auslöser im richtigen Moment zu drücken, ist also gar nicht so einfach. Das Zauberwort in diesem Fall lautet daher: Langzeitbelichtung. Stellst Du eine lange Belichtungszeit an der Kamera ein, musst Du nicht den passenden Moment erwischen. Belichtest Du zwischen 5 und 30 Sekunden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, einen oder sogar mehrere Blitze zu erwischen. Je stärker das Gewitter ist, desto kürzere Belichtungszeiten solltest Du allerdings wählen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die extrem hellen Blitze Dein Foto überbelichten.

Auch der ISO-Wert sollte möglichst gering gewählt werden, ansonsten tritt beim nächtlichen Fotografieren schnell Bildrauschen auf. Versuche es beispielsweise mit ISO 50 oder ISO 100.

Die Blende wiederum solltest Du möglichst weit schließen, also eine hohe Blendenzahl wählen. Hierbei gilt: Je länger Du belichten möchtest, desto weiter musst Du die Blende schließen. Schließt Du sie allerdings zu weit, wird der Blitz nicht mehr in voller Pracht eingefangen. Taste Dich daher mit Blendenwerten von f/5.6 bis hin zu f/16.0 langsam an das ideale Zusammenspiel der Lichtparameter heran.

7. Manuelles Fokussieren schlägt den Autofokus

 Mit einem Motiv im Hintergrund und ausreichend Kontrasten lässt es sich leichter fokussieren. fullscreen
Mit einem Motiv im Hintergrund und ausreichend Kontrasten lässt es sich leichter fokussieren. (©Thinkstock/iStock/SVphotography 2017)

Nachts gibt es wenige Kontraste und die meisten Autofokussysteme haben so ihre Probleme. Das Ergebnis sind unscharfe Fotos. Nur, wenn Du ein Motiv mit ausreichend kontrastreichen Strukturen im Bild hast, ist der Autofokus empfehlenswert. Ansonsten solltest Du einen Kameramodus wählen, in dem Du manuell fokussieren kannst. Am einfachsten ist es dann, den Fokus auf unendlich zu stellen, immerhin sind die Blitze, die Du fotografieren willst, ja kilometerweit weg. Du kannst Dir aber auch ein Motiv in der Ferne suchen und mithilfe des Live-View-Displays oder anderen Hilfsprogrammen der Kamera auf den entsprechenden Punkt scharfstellen.

8. Kein Schummeln: Digitale Nachbearbeitung am PC

 Mit einer Bildbearbeitungssoftware kannst Du mehrere Einzelaufnahmen zu einem Gesamtbild zusammenfügen. fullscreen
Mit einer Bildbearbeitungssoftware kannst Du mehrere Einzelaufnahmen zu einem Gesamtbild zusammenfügen. (©Thinkstock/iStock/saguaropics 2017)

Natürlich kannst Du auf den einen absoluten Glückstreffer hoffen. Du kannst Deinen Bildern aber auch einfach nachträglich den letzten Schliff am PC verpassen. Am besten geht das, wenn Du im RAW-Format fotografiert hast und Dir die Rohdaten des Fotos für die anschließende Bildbearbeitung vorliegen. So kannst Du beispielsweise mehrere Einzelaufnahmen von Blitzen zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Auch Änderungen an Farbe, Helligkeit oder Kontrast sind nachträglich noch möglich. Das ist im Gegensatz zum Fotografieren von Blitzen auch gar nicht mehr gefährlich...

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