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Den Mond fotografieren: 7 Tipps für atemberaubende Bilder

Am 14. November lockt der Supermond viele Hobbyfotografen ins Freie.
Am 14. November lockt der Supermond viele Hobbyfotografen ins Freie. (©CC: Flickr/Dave Grubb 2016)

Hast Du heute Abend schon etwas vor? Nein? Dann schnapp Dir Deine Kamera und eine dicke Jacke und geh auf Supermond-Jagd. Den Mond zu fotografieren, ist allerdings nicht ganz so einfach. Wir geben Dir 7 Tipps an die Hand, damit Du hinterher alle mit Deinen Mondfotos beeindrucken kannst.

In der Nacht vom 14. auf den 15. November 2016 erwartet uns ein ganz besonderes Ereignis am Himmel: ein Supermond – noch dazu ein außergewöhnlich großer und heller. Von einem Supermond ist dann die Rede, wenn der Mond der Erde auf seiner elliptischen Umlaufbahn am nächsten kommt und gleichzeitig Vollmond ist. So nah wie in der heutigen Nacht war uns der Mond seit fast 70 Jahren nicht mehr. Er erscheint dadurch 14 Prozent größer und strahlt 30 Prozent heller. So ein besonderes und seltenes Ereignis will natürlich festgehalten werden. Doch das ist gar nicht so einfach.

1. Auf Location-Suche gehen

 In der freien Natur gibt es am weniger Umgebungslicht, das stören könnte, als in der Stadt. fullscreen
In der freien Natur gibt es am weniger Umgebungslicht, das stören könnte, als in der Stadt. (©CC: Flickr/mnchilemom 2016)

Auch wenn der Mond der eigentliche Star auf Deinem Bild sein soll: Beeindruckender werden die Bilder, wenn sie auch etwas von der Umgebung zeigen. Fotografierst Du den Mond nahe am Horizont oder beim Aufgehen über einer Stadt oder einem Wahrzeichen, dann hat das Auge einen Maßstab für den Größenvergleich. Fängst Du nur den Supermond ein, sieht hinterher niemand, wie groß er tatsächlich war. Die perfekte Location suchst Du aber am besten schon vor Anbruch der Dunkelheit, dann bist Du bei Mondaufgang bereits vorbereitet. Ideal sind ländliche Gebiete, wo die Lichtverschmutzung geringer ist als in der Stadt. Wer am Meer wohnt, kann den Mond auch über einer Landzunge aufgehend fotografieren.

2. Die richtige Ausrüstung mitnehmen

In unseren Fotografie-Ratgebern dreht sich eigentlich alles ums Kamera-Equipment, wenn es um die Vorbereitung für besondere Foto-Anlässe geht. Natürlich wollen wir diese auch hier nicht vernachlässigen – neben einer digitalen Kamera mit austauschbarem Objektiv, idealerweise einer DSLR, solltest Du auch ein Stativ und optional auch einen Fernauslöser mitnehmen. Ohne Stativ und Fernauslöser verwackeln Aufnahmen bei Nacht häufig. Denk bei längeren Foto-Sessions zudem an eine ausreichend große Speicherkarte und einen Ersatzakku.

Wenn Du Dir aber im November eine Nacht im Freien um die Ohren schlagen willst, sollten auch andere Dinge nicht fehlen: Eine dicke Winterjacke, Handschuhe, Mütze, Taschenwärmer und eine Thermoskanne mit Tee oder Kaffee halten Dich warm – eine Taschenlampe und Reflektoren an der Kleidung sorgen dafür, dass Du auch nachts sicher unterwegs bist. Vergiss auch Dein Smartphone nicht.

3. Objektiv mit großer Brennweite wählen

 Je größer die Brennweite, desto größer kannst Du den Mond ablichten. fullscreen
Je größer die Brennweite, desto größer kannst Du den Mond ablichten. (©Flickr/Graham Cook 2016)

Warum Smartphone-Fotos vom Mond meist nichts werden? Weil die Brennweite der Handykameras viel zu gering und der Mond einfach zu weit weg ist – auch wenn er als Supermond der Erde besonders nahe kommt. Smartphone-Kameras haben im Schnitt eine Brennweite von 20 Millimetern, für Mondfotos sollten es aber mindestens 300 Millimeter oder mehr sein. Empfohlen werden häufig Objektive mit 500 Millimetern Brennweite, damit solltest Du den Mond bereits groß ablichten können. Um einzelne Krater sichtbar zu machen, reicht jedoch auch das nicht aus. Viele Fotografen nutzen daher auch ein Teleskop, um den Mond zu fotografieren.

4. Heller Mond erfordert kleine Blende

Wichtig ist, dass Du Dich zum Fotografieren des Supermonds mit den manuellen Einstellungen Deiner Spiegelreflexkamera vertraut machst. In der Nacht solltest Du nämlich Blendenöffnung, Belichtungszeit und ISO-Wert anpassen. Diese drei Faktoren bestimmen, wie viel Licht auf den Sensor der Kamera fällt – und dementsprechend wie hell oder dunkel ein Foto wird. Da der Mond insbesondere als Supermond selbst sehr hell strahlt (beziehungsweise das Licht der Sonne reflektiert), solltest Du beim Fotografieren eine kleine Blendenöffnung wählen. Dafür musst Du an der Kamera eine hohe Blendenzahl einstellen. Empfohlen werden Werte zwischen f/8 und f/16. Das gleiche gilt übrigens auch beim Fotografieren eines Feuerwerks.

5. Kurze Belichtungszeit einstellen

 Fällt zu viel oder zu lange Licht auf den Sensor, überstrahlt der Mond auf dem Foto alles. fullscreen
Fällt zu viel oder zu lange Licht auf den Sensor, überstrahlt der Mond auf dem Foto alles. (©CC: Flickr/Elvert Barnes 2016)

Über die Belichtungszeit legst Du fest, wie lange Licht auf den Sensor der Kamera fällt. In der Nacht muss man gewöhnlich eine sehr lange Belichtungszeit wählen, um das wenige verfügbare Licht einzufangen. Bei einem sehr hellen Mond reichen allerdings Bruchteile einer Sekunde. Versuche es beispielsweise mit Belichtungszeiten von 1/125 oder 1/250 Sekunde.

6. Kleine ISO-Werte reichen aus

Zu guter Letzt hat noch der ISO-Wert Einfluss darauf, wie hell oder dunkel Dein Mondfoto wird. Je höher der Wert, desto empfindlicher reagiert der Kamerasensor auf Lichteinfall. Ein hoher Wert macht Nachtfotos aber nicht nur heller. Je höher die ISO-Zahl, desto deutlicher wirst Du auch ein Bildrauschen auf dem Foto wahrnehmen. Für den hellen Mond sollten daher ISO-Werte von 100 bis 250 reichen.

7. Mond und Umgebung sichtbar machen

 Den Supermond und den Vordergrund hell abzulichten, geht nur mit einem Trick. fullscreen
Den Supermond und den Vordergrund hell abzulichten, geht nur mit einem Trick. (©Thinkstock/phittavas 2016)

Da Du Deine Belichtung nun komplett auf den Star des Bildes, den Mond, ausgerichtet hast, werden andere abgelichtete Objekte wahrscheinlich sehr dunkel erscheinen. Im Vordergrund eingefangene Bäume werden etwa nur als Silhouette sichtbar. Passt Du die Belichtung – mit größerer Blende, längerer Belichtungszeit und höherem ISO-Wert – hingegen an den Vordergrund an, dann wird der Mond Dein Bild überstrahlen. Ein Trick, um Vordergrund und Mond lichtmäßig aneinander anzupassen, erfordert ein wenig Photoshop-Kenntnisse: So kannst Du ein Bild mit perfekt belichtetem Mond und ein weiteres mit perfekt belichtetem Vordergrund aufnehmen und diese später am PC zu einer Aufnahme verbinden. Für das perfekte Foto vom Supermond ist diese Art von Schummeln ausdrücklich erlaubt!

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