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Feuerwerk fotografieren: 8 Tipps für die Silvesternacht

Für das perfekte Feuerwerksfoto braucht der Fotograf immer auch etwas Glück.
Für das perfekte Feuerwerksfoto braucht der Fotograf immer auch etwas Glück. (©CC: Flickr/Scott Cresswell 2014)

Jahr für Jahr entlocken sie Zuschauern ein "Ah!" und "Oh!" – Feuerwerke begeistern Menschen schon seit Jahrhunderten. Wer als Erinnerung an die Silvesternacht Fotos von der Pyrotechnik machen möchte, sollte das nicht unvorbereitet in Angriff nehmen. Hier findest Du acht nützliche Tipps zum Fotografieren von Feuerwerk.

1. Das richtige Zubehör mitnehmen

Klar, auch Smartphone-Kameras und kompakte Digicams können mittlerweile gute Fotos schießen. An ihre Grenzen gelangen die Geräte allerdings bei schlechten Lichtverhältnissen, weil ihre Optik vergleichsweise klein ausfällt. Und Silvesterfeuerwerke werden nun einmal in der Nacht abgefeuert. Die besten Ergebnisse kannst Du daher mit einer digitalen Spiegelreflexkamera erwarten – sofern Du die optimalen Einstellungen auswählst. Bei Kameras ohne vielfältige manuelle Einstellungsmöglichkeiten kann sich ein Blick in die Aufnahmemodi lohnen. Einige Kameramodelle bringen einen Automatikmodus für das Fotografieren von Feuerwerken mit, das die verschiedenen Parameter selbstständig festlegt.

Außer einer Kamera ist beim Fotografieren im Dunkeln ein Stativ quasi unabdinglich. Ohne Stativ würden die meisten Bilder verwackeln, denn in der Dunkelheit müssen Fotos länger belichtet werden. Erhältst Du trotz Stativs verwackelte Bilder, kann das am Drücken des Auslösers liegen. Abhilfe schaffen Fernauslöser – diese gibt es mit Kabel oder kabelloser Funkübertragung. Wer keinen Fernauslöser besitzt, sollte auf die Selbstauslösefunktion der Kamera nutzen. Das muss dann allerdings passend zur Explosion der Rakete abgestimmt werden und ist in der Praxis ganz schön schwierig.

2. Den richtigen Standort aussuchen

Ist die Frage geklärt, womit fotografiert wird, muss als Nächstes die Frage nach dem "Wo" geklärt werden. Der optimale Standort ist eben, damit das Stativ sicher steht, und nicht zu stark ausgeleuchtet. Fällt seitliches Licht in die Kamera, zum Beispiel von einer Straßenlaterne, wird es umso schwieriger, in den dunklen Nachthimmel hinein zu fotografieren. Unerwünschte Reflexionen auf dem Foto könnten die Folge sein. Wer das verhindern will, baut sich entweder eine Blende aus Pappe oder stellt sich selbst bei der Aufnahme zwischen Kamera und Lichtquelle.

3. Die richtige Brennweite wählen

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Je größer die Explosion im Bild zu sehen ist, desto eindrucksvoller wirkt sie. (©CC: Flickr/KIHONG KIM 2014)

Ein Objektiv mit fester Brennweite kann sich in der Silvesternacht als Nachteil erweisen. Spielt sich das Feuerwerk nicht nur an einem einzigen Ort ab, ist es hilfreich, heran- und herauszoomen zu können. Im Idealfall füllt das Feuerwerk nicht das gesamte Bild aus. Ist es allerdings zu weit weg, wirkt es vor dem schwarzen Hintergrund des Nachthimmels schnell verloren. Hier sorgt die goldene Mitte für das optimale Bildergebnis.

4. Den richtigen ISO-Wert bestimmen

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Rauschfrei wird der Hintergrund mit ISO 100 oder 200. (©CC: Flickr/Florian Ferfer 2014)

Sicher hast Du schon von verschiedenen ISO-Werten gehört. Die Wahl des Wertes beeinflusst die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors. Eine ausführliche Beschreibung findest Du in unserem Ratgeber zum Thema. Für das Fotografieren von Feuerwerken musst Du wissen: Je niedriger die ISO-Zahl, desto besser. Denn mit zunehmender Lichtempfindlichkeit wächst auch das Bildrauschen. Damit das Schwarz des Nachthimmels möglichst rauschfrei wiedergegeben wird, wähle idealerweise ISO 100 oder 200. Bei Kompaktkameras sollte ISO 800 auf keinen Fall überschritten werden, moderne DSLR-Modelle liefern eventuell auch darüber hinaus noch passable Ergebnisse. Doch je niedriger der ISO-Wert, desto kontrastreicher das Ergebnis.

5. Den richtigen Blendenwert einstellen

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Je nach Farbe der Explosion kann ein anderer Blendenwert sinnvoll sein. (©CC: Flickr/Simon Bierwald 2014)

Grundsätzlich sollte die Blende beim Fotografieren von Feuerwerk eher geschlossen gehalten werden. Dafür musst Du einen großen Blendenwert einstellen (großer Blendenwert = kleine Blendenöffnung). Die Blende wirkt sich nicht nur auf die Stärke der Belichtung, sondern auch auf die Schärfentiefe aus. Um ein Feuerwerk, das weit entfernt ist, scharf abzulichten, sollte der in die Kamera einfallende Lichtkegel möglichst spitz sein. Das wird durch eine kleine Blendenöffnung erreicht. Probiere am besten Werte zwischen f/8,0 und f/16,0 aus, der optimale Bereich liegt im Regelfall zwischen f/11,0 und f/16,0 – kann je nach Farbe des Feuerwerks aber variieren. Während goldfarbene Explosionen zu den dunkelsten gehören und die Blende hier etwas weiter geöffnet werden kann, erzeugen silberne Raketen sehr helles Licht.

6. Die richtige Belichtungszeit wählen

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Je länger die Belichtungszeit, desto länger die Lichtspuren im Bild. (©CC: Flickr/Scott Cresswell 2014)

Ein dritter Faktor neben ISO und Blende, der über die Ausleuchtung des Fotos entscheidet, ist die Belichtungszeit. Hier hast Du beim Fotografieren von Feuerwerk einen großen Spielraum. Je länger Du belichtest, desto längere Raketenverläufe sind auf dem Foto zu sehen. Dieser Effekt ist auch als "Malen mit Licht" bekannt. Um einen einzelnen Feuerwerkskörper zu fotografieren, kann eine Belichtungszeit von einigen Sekunden bereits ausreichen. Du kannst aber auch mit Zeiten von einer Minute oder länger experimentieren. Beachte allerdings, dass eine zu lange Belichtungszeit tendenziell zu einem unruhigen und diffusen Bild führt. Hilfreich ist die sogenannte Bulb-Funktion, die einige Kameras besitzen. Diese startet das Belichten, sobald Du den Auslöser drückst, und hört auf, wenn Du ihn loslässt.

7. Richtig fokussieren

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Schwierig ist es, Objekte im Vorder- und Hintergrund zu fokussieren. (©CC: Flickr/maf04 2014)

Besitzt die Kamera nur einen Autofokus, wird das Foto vom Feuerwerk wahrscheinlich enttäuschen. Denn der Autofokus braucht in der Regel zu lange, um bei schlechten Lichtverhältnissen scharf zu stellen. Die Explosion ist dann bereits vorüber. Aber keine Sorge: Du musst nicht bei jedem Bild neu manuell fokussieren. Es reicht, den Fokus einmal auf unendlich einzustellen. Damit sollten alle Objekte in weiter Entfernung scharfgestellt sein, auch wenn sie nicht alle denselben Abstand zu Dir aufweisen.

8. Zum richtigen Zeitpunkt auslösen

Nun musst Du eigentlich nur noch den Auslöser – beziehungsweise besser: den Fernauslöser – betätigen und hoffen, dass das Bild gelingt. Da sich die Explosionen der Feuerwerke nie genau vorhersehen lassen, gehört immer auch ein wenig Glück dazu. Die Wahrscheinlichkeit, ein gutes Foto zu schießen, erhöht sich also mit der Anzahl der Versuche. Hast Du immer wieder das Gefühl, den richtigen Moment zu verpassen, teste die Serienbildfunktion der Kamera. Betätigst du den Auslöser selber, denke daran, dass Licht schneller ist als Schall.

Als Fotograf hast Du natürlich nur eingeschränkte Möglichkeiten der Perspektivwahl. Anders ist das bei einer Drohne. Das folgende Video zeigt auf eindrucksvolle Art und Weise, wie ein Feuerwerk aus nächster Nähe aussieht:

Zusammenfassung:

  1. Aufgrund der dunklen Lichtverhältnisse lässt sich Feuerwerk am besten mit einer Spiegelreflexkamera fotografieren
  2. Verwende unbedingt ein Stativ und gegebenenfalls einen Fernauslöser, sofern vorhanden
  3. Die Kamera sollte auf einer ebenen Fläche stehen, die zudem nicht zu stark ausgeleuchtet sein sollte
  4. Der ISO-Wert sollte möglichst niedrig sei, am besten eignet sich ISO 100 oder ISO 200
  5. Der Blendenwert hingegen sollten eher groß sein
  6. Mit der Belichtungszeit kannst Du herumspielen, um schöne Raktenverläufe festzuhalten
  7. Deaktiviere den Autofokus und wähle stattdessen im manuellen Modus eine unendliche Einstellung
  8. Den richtigen Zeitpunkt zum Abdrücken finden – und dafür auch die Serienbildfunktion nutzen
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