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Günstiger & bessere Ökobilanz: 6 heimische Superfoods

Superfoods versprechen ungeahnte Gesundheitsvorteile und werden deshalb teils von weit her importiert. Doch es gibt auch gute heimische Alternativen.
Superfoods versprechen ungeahnte Gesundheitsvorteile und werden deshalb teils von weit her importiert. Doch es gibt auch gute heimische Alternativen. (©Getty Images/iStockphoto 2016)

Superfoods wie Chia-Samen, Açai-Beeren, Matcha und Quinoa sind zur Zeit schwer im Trend. Die vitamin- und nährstoffreichen Pflanzen gelten als sehr gesund, sind aber teuer und müssen oft von weit her importiert werden. Wir zeigen Dir sechs heimische Alternativen, die den exotischen Superfoods in nichts nachstehen.

Wer sich gesund ernähren möchte, kommt heute an sogenannten Superfoods kaum vorbei. Exotische Samen, Früchte und Beeren werden auf Foodblogs, in Ratgebern und Zeitschriften als Wundermittel angepriesen. Das macht sie zugleich umstritten: So sind Chia, Goji und Co. mit ihrem hohen Gehalt an Proteinen, Vitaminen und anderen wichtigen Nährstoffen laut der Verbraucherzentrale NRW zwar durchaus eine Bereicherung für den Speiseplan. Die oftmals versprochenen Allheilmittel sind sie aber sicherlich nicht – ebenso wenig, wie ein alleiniger Ersatz für eine ausgewogene Ernährung. Verlässliche wissenschaftliche Erkenntnisse über die Wirksamkeit von Superfoods sind bisher zudem noch Mangelware.

Exotische Superfoods mit fragwürdiger Ökobilanz

Weitere Probleme vieler Superfoods sind der oftmals hohe Preis und die fragwürdige Ökobilanz. Für ein Kilogramm Chia-Samen können – je nach Qualität – schon einmal 10 Euro fällig werden. Weil viele Superfoods in tropischen und subtropischen Gegenden wachsen, haben sie außerdem einen weiten Transportweg per Schiff oder Flugzeug hinter sich, wenn sie in unseren Läden stehen.  Auch die oft prekären Arbeitsbedingungen der Bauern und der Einsatz gesundheitsschädlicher Pestizide sind ein Grund, sich nach regionalen Alternativen umzusehen, die mit ähnlich hohen Nährwerten beeindrucken können. Und davon gibt es so einige! Weil sie frischer in den Laden gelangen als das weit gereiste Wundergewächs, sind diese heimischen Superfoods oft sogar noch gesünder.

1. Leinsamen

 Leinsamen bieten sich als heimische Alternative zu Chia-Samen an. fullscreen
Leinsamen bieten sich als heimische Alternative zu Chia-Samen an. (©Pixabay 2016)

Die überaus populären Chia-Samen verdanken ihren Status als Superfood in aller Munde vor allem ihrem hohen Gehalt an gesunden Omega-3-Fettsäuren und lebenswichtigen Ballaststoffen. Mit diesen Eigenschaften sind sie aber längst nicht alleine: Die heimischen Leinsamen und das daraus gewonnene Leinöl etwa decken laut dem österreichischem Gesundheitsministerium bereits in sehr geringen Mengen den Tagesbedarf an Omega-3-Fettsäuren.

2. Brennnessel

 Unterschätztes Kraut: Brennnesseln stecken voller gesunder Nährstoffe. fullscreen
Unterschätztes Kraut: Brennnesseln stecken voller gesunder Nährstoffe. (©Pixabay 2016)

Oft als Unkraut verschrien ist die Brennnessel eigentlich ein heimisches Nährstoffwunder, das Du im Sommer fast in jedem Park kostenlos ernten kannst. Die Samen der Brennnesselpflanze enthalten jede Menge Proteine und eine hohe Konzentration von Vitamin C und können zum Beispiel zu selbstgemachtem Proteinpulver verarbeitet werden. Die Blätter können als Grundlage für wohltuenden Brennnesseltee, als Salat oder als Spinat-Alternative verwendet werden.

3. Dunkle Beeren und rote Früchte

 Holunderbeeren enthalten hohe Konzentrationen des Farbstoffs Anthocyan, der antioxidativ wirken soll. fullscreen
Holunderbeeren enthalten hohe Konzentrationen des Farbstoffs Anthocyan, der antioxidativ wirken soll. (©Pixabay 2016)

Die brasilianische Açaí-Beere ist vor allem für ihren hohen Anthocyan-Gehalt bekannt. Der Pflanzenfarbstoff verleiht den Beeren ihre dunkle Farbe und soll eine hohe Konzentration an Antioxidantien enthalten, die freie Radikale binden und dadurch die Zellalterung verlangsamen sollen. Einen hohen Anthocyan-Gehalt weisen allerdings auch viele heimische dunkle Beeren auf: etwa Brombeeren, Holunderbeeren und Heidelbeeren. Auch Rotkohl enthält eine hohe Konzentration des Stoffs. Antioxidantien in hoher Konzentration sind außerdem in Blaubeeren und roten Trauben zu finden.

4. Kohl

 Rosenkohl und andere Kohlarten liefern jede Menge Einweiß und wichtige Vitamine. fullscreen
Rosenkohl und andere Kohlarten liefern jede Menge Einweiß und wichtige Vitamine. (©Pixabay 2016)

Grünkohl, Weißkohl, Wirsing, Brokkoli und Co. wurden lange Zeit als Arme-Leute-Essen abgestempelt und werden deshalb bis heute oft unterschätzt. Dabei ist das vielfältige Gemüse vollgestopft mit gesunden Nährstoffen! Dazu zählen hohe Konzentrationen von Vitamin C, Vitamin A und Vitamin B, viele Ballaststoffe und Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Eisen und Magnesium. Der Eiweißgehalt von Sorten wie Rosenkohl und Grünkohl reicht an den von Milch heran, weshalb vor allem Veganer das Grünzeug zu schätzen wissen.

5. Nüsse

 Pflanzliche Eiweißquelle: Walnüsse wachsen auch bei uns. fullscreen
Pflanzliche Eiweißquelle: Walnüsse wachsen auch bei uns. (©Pixabay 2016)

Nüsse enthalten große Mengen an pflanzlichen Eiweißen, Fetten und Ballaststoffen und sind insbesondere für Menschen, die auf Tierprodukte verzichten, ein echtes Superfood. Regional erzeugte Nüsse sind leider nicht ganz so leicht zu bekommen, die Exemplare aus dem Supermarkt sind meist einmal um die Welt gereist. Sorten wie Haselnüsse, Mandeln und Walnüsse wachsen aber auch hierzulande. Sie sind vor allem bei regionalen Kleinanbietern wie dem Verein bayerischer Haselnusspflanzer und bei Hofläden erhältlich.

6. Selbstgepflanztes

 Ingwer kannst Du auch auf dem eigenen Balkon ziehen. fullscreen
Ingwer kannst Du auch auf dem eigenen Balkon ziehen. (©Pixabay 2016)

Manches vermeintlich exotische Superfood kannst Du auch im heimischen Garten oder sogar auf dem Balkon ziehen. Dadurch sparst Du Geld und der Transportweg aus der Erde auf den Teller ist so kurz, wie es nur geht. Vitamin- und eiweißreiche Goji-Beeren, die zu den beliebtesten Superfoods zählen, werden zum Beispiel meist teuer importiert, sind unter dem unspektakulären Namen "Bocksdorn" aber auch bei uns heimisch. Einen Bocksdorn-Strauch kannst Du selbst im Garten ziehen. Die scharfe Ingwerwurzel gedeiht an einem sonnigen Fenster, einem geschützten Balkonplatz oder im Gewächshaus ebenfalls bei Dir zu Hause.

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