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Kochen im Jahr 2030: 4 Visionen der Küche der Zukunft

moley robot
moley robot (©Facebook/Moley Robotics 2016)

Vom Lagerfeuer zur Mikrowelle: Wie, wo und womit wir kochen, hat sich über die Jahrhunderte immer wieder gewandelt. Doch wie sieht die Zukunft des Kochens aus? Wir wagen einen Blick ins Jahr 2030 und zeigen Dir vier Innovationen, die schon bald dann ein Teil Deiner Küche sein könnten.

1. Roboter am Herd

Wer Kochen vor allem als lästige und zeitraubende Tätigkeit ansieht, für den naht Hilfe aus der Tech-Welt: Die Firma Londoner Firma Moley Robotics hat eine automatische Küche entwickelt, die aussieht, als wäre sie direkt aus einem Science-Fiction-Film entsprungen. Zwei Roboterarme hängen von der Küchenzeile herunter und bereiten aus bereitgestellten Zutaten geschickt eine Vielzahl von Gerichten zu. Gelernt hat der Roboter von den Besten: Ein ehemaliger Sternekoch nahm die Bewegungsabläufe der Maschine per Motion-Capturing-Technik auf. Sogar den Abwasch im Anschluss erledigt der Roboterkoch vollautomatisch. Zurzeit ist das Gerät noch ein Prototyp, 2018 soll es aber auf den Markt kommen – zum stolzen Preis von 75.000 US-Dollar. In vier bis fünf Jahren könnte sich der aber bereits halbiert haben. 2030 könnten die Roboterarme, die aktuell noch etwas unheimlich wirken, also tatsächlich zu einem typischen Anblick in der Küche werden.

2. 3D-Drucker druckt Essen aufs Geschirr

Erste Gehversuche mit Essen aus dem 3D-Drucker gibt es bereits: Der Pancakebot malt Bilder aus Pfannkuchenteig, der 3D-Drucker Bocusini druckt Süßwaren aus Marzipan und Schokolade. Der Drucker Foodini ist noch in der Entwicklung, verspricht aber, mit zahlreichen Lebensmitteln drucken zu können. In 15 Jahren wird die Technik noch deutlich günstiger sein als heutzutage und vielfältigere Einsatzmöglichkeiten bieten. Theoretisch eignet sich jedes flüssige oder zähflüssige Material als "Munition" für den 3D-Drucker. Vom Schokoriegel bis zur Pizza sind der Fantasie damit theoretisch keine Grenzen gesetzt. Die Technik könnte vor allem beeinflussen, wie wir Gerichte auf Tellern anrichten – und unser Essen vielleicht direkt aufs Geschirr drucken.

3. Intelligente und vernetzte Geräte

Küchengeräte der Zukunft könnten ständig untereinander und mit uns kommunizieren und dadurch zahlreiche Aufgaben erleichtern: Kühl- und Küchenschränke behalten einen Überblick über die Vorräte und ordern bei Bedarf selbstständig Essen nach. Backöfen passen durch integrierte Sensoren und Kameras automatisch die Backzeit an das jeweilige Gericht an. Intelligentes Kochgeschirr gibt uns Informationen über den Frischegrad unserer Lebensmittel oder die enthaltenen Nährstoffe. In Ansätzen sind solche Entwicklungen schon heute in vereinzelten innovativen Küchengeräten zu beobachten. Wenn das "Internet of Things" weiterhin in immer mehr Lebensbereiche Einzug hält, ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Küche zum vollständig vernetzten Teil des Smart Homes wird – so, wie in dieser Vision des Küchenherstellers Whirlpool.

4. Kühlschränke mit Magnetkühlung

Die Kühlschränke von heute arbeiten mit lauten Kompressoren, chemischen Kühlflüssigkeiten und schlucken teilweise viel Energie. Bereits heute arbeiten Wissenschaft und Industrie an einer vielversprechenden Alternative: Das Magnetkühlungsverfahren nutzt einen physikalischen Effekt aus, nach dem bestimmte Materialien ihre Temperatur verändern, wenn sie in Magnetfelder eintreten. Ein mit dieser Technik betriebener Kühlschrank erreicht seine Kühlwirkung durch einen Magneten an der Rückseite, in dem sich ein Rotor dreht – fast geräuschlos, ganz ohne Kühlflüssigkeit und mit 20 Prozent weniger Stromverbrauch als ein heutiger Kühlschrank der höchsten Energieklasse. Bis 2030 könnte die Technik industriell serienreif und für Heimanwender erschwinglich sein. Sie könnte einen wichtigen Beitrag zu einer Zukunft leisten, in der wir sorgsamer mit den knappen irdischen Ressourcen umgehen.

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