Topliste

Nebel fotografieren: Mit diesen 7 Tipps klappt's

"Seltsam, im Nebel zu wandern! Einsam ist jeder Busch und Stein, kein Baum sieht den anderen, jeder ist allein." (Hermann Hesse)
"Seltsam, im Nebel zu wandern! Einsam ist jeder Busch und Stein, kein Baum sieht den anderen, jeder ist allein." (Hermann Hesse) (©Pexels 2017)

Schönwetterfotos kann jeder! Möchtest Du hingegen Nebel fotografieren und besonders spannungsvolle Bilder schaffen, brauchst Du nicht nur besseres Equipment, sondern auch das passende Know-how. Wir geben Dir sieben Tipps mit auf den Weg, die Dich zum Allwetterfotografen machen.

Du willst mit spektakulären Urlaubsfotos nach Hause kommen, aber das Wetter am Urlaubsort ist alles andere als spektakulär? Insbesondere San-Francisco-Besucher sehen sich oft einer Enttäuschung gegenüber: Das wohl beliebteste Fotomotiv der Stadt, die Golden Gate Bridge, liegt in den Sommermonaten ständig im Nebel verborgen. Ärgere Dich darüber nicht – das Wetter kannst Du schließlich nicht ändern, Deine Einstellung und Deine Foto-Skills hingegen schon. Mit den folgenden Tipps machst Du auch im Nebel eindrucksvolle Bilder.

1. Standortfrage: Wo bildet sich Nebel?

 Im Gegensatz zu Wolken bildet sich Nebel immer in Bodennähe. Von höher gelegenen Punkten kannst Du daher auf ihn herabsehen. fullscreen
Im Gegensatz zu Wolken bildet sich Nebel immer in Bodennähe. Von höher gelegenen Punkten kannst Du daher auf ihn herabsehen. (©Pexels 2017)

Nebel entsteht meist dort, wo es feucht ist. Schließlich handelt es sich um feine Wassertröpfchen in der Atmosphäre. Besonders an Flüssen, Seen und Meeren, wo es viel Wasser gibt, kann auch viel Wasser in wassergesättigter Luft kondensieren. Da zudem Temperaturunterschiede bei der Entstehung von Nebel eine Rolle spielen, ist die Chance, Nebel zu fotografieren, im Winterhalbjahr besonders groß. Wasser, das tagsüber verdunstet, kühlt sich abends stark ab und kondensiert wieder. Ebenso kann sich Nebel im Sommer bei plötzlichen Temperaturstürzen oder nach Regenfällen bilden. Wer Nebel fotografieren will, sollte sich Sommer wie Winter aber am besten in der Nähe von Gewässern aufhalten.

2. Nebel fotografieren: Welche Tageszeit eignet sich am besten?

 Morgens und abends sind nicht nur die Chancen auf Nebel am größten. Zu diesen Tageszeiten ist auch das Licht am interessantesten. fullscreen
Morgens und abends sind nicht nur die Chancen auf Nebel am größten. Zu diesen Tageszeiten ist auch das Licht am interessantesten. (©Pexels 2017)

Die besten Tageszeiten zum Fotografieren von Nebel sind morgens und abends. Wie bereits erwähnt bildet sich Nebel nämlich häufig abends, wenn die Sonne so langsam untergeht. In den Morgenstunden sind die Wassertröpfchen in der Luft dann häufig noch erhalten. Die Nebelschwaden verschwinden erst, wenn die Sonne genügend Kraft hat, das Wasser wieder zu verdunsten. Das Fotografieren zu frühen oder späten Tageszeiten hat aber noch einen weiteren Vorteil: Die Lichtstimmung ist dann besonders faszinierend und lässt spannungsvolle Bilder in den außergewöhnlichsten Farben entstehen.

3. Equipment: Nicht ohne Stativ und trockene Tücher

 Stehst Du mit Deiner Kamera selbst im Nebel, solltest Du trockene Tücher zum Abwischen des Objektivs dabeihaben. fullscreen
Stehst Du mit Deiner Kamera selbst im Nebel, solltest Du trockene Tücher zum Abwischen des Objektivs dabeihaben. (©Pixabay 2017)

Für die meisten Fotosituationen, die über das Knipsen eines simplen Schnappschusses hinausgehen, ist ein Stativ zu empfehlen. Möchtest Du beispielsweise den Mond, den Sternenhimmel, Blitze, Sonnenauf- und -untergänge sowie Nebel fotografieren, solltest Du Dir einmalig ein Stativ kaufen, damit Deine Fotos auch bei längeren Belichtungszeiten nicht verwackeln. Weitere Ruhe und Stabilität bringen ein Fernauslöser oder eine Fernbedienung für Deine Kamera. Zum Fotografieren eindrucksvoller Nebellandschaften solltest Du das Haus zudem nicht ohne trockene Tücher verlassen. Schließlich handelt es sich bei Nebel ja um feine Wassertröpfchen, die sich auch mal am Kameraobjektiv niederschlagen können.

4. Motivwahl: Bring Kontraste ins Bild

 Nicht alle Objekte auf Deinem Bild sollten komplett im Nebel verborgen sein. Dann erhältst Du ein sehr milchiges, verwaschenes Foto. fullscreen
Nicht alle Objekte auf Deinem Bild sollten komplett im Nebel verborgen sein. Dann erhältst Du ein sehr milchiges, verwaschenes Foto. (©Pexels 2017)

Nebelbänke an sich sind schon ein faszinierendes Motiv. Einfach zu fotografieren ist das meteorologische Phänomen aber nicht. Nebelschwaden schlucken viele Konturen und die Automatiksysteme der meisten Kameras haben mit den schwachen Kontrasten zu kämpfen. Nebel wirkt quasi wie ein Weichzeichner, er dämpft das Licht und verändert Farben. Das ist für Dich als Fotograf aber auch eine Chance, ganz besondere Bilder zu machen. Einfacher wird das Fotografieren, wenn Du immer auch ein scharf zu erkennendes Motiv mit in Dein Bild aufnimmst. Objekte in unterschiedlichen Entfernungen verleihen dem Foto zudem Tiefe.

5. Belichtung: Einstellungen für Blende, ISO & Belichtungszeit

 Mit den Belichtungseinstellungen musst Du wahrscheinlich ein wenig experimentieren. Wichtig ist: Bloß nicht mit Blitz fotografieren! fullscreen
Mit den Belichtungseinstellungen musst Du wahrscheinlich ein wenig experimentieren. Wichtig ist: Bloß nicht mit Blitz fotografieren! (©Pixabay 2017)

Die größte Hürde dabei, Nebel zu fotografieren, sind vermutlich die Belichtungseinstellungen an Deiner Kamera. Bei so einem trist-trüb wirkenden Wetter wird die Automatik wahrscheinlich Probleme bekommen und tendenziell unterbelichten. Dem kannst Du entgegenwirken, indem Du die Belichtungskorrektur um eine Blende nach oben stellst. Anders als beim nächtlichen Fotografieren von Mond oder Sternen kannst Du beim Fotografieren von Nebel einen höheren ISO-Wert wählen (etwa 200 bis 400), da ein Bildrauschen bei ohnehin diffusen Lichtverhältnissen nicht so schnell sichtbar wird wie in einer sternenklaren Nacht. Die Blende solltest Du ebenfalls eher öffnen, um mehr Licht einzufangen. Dafür wählst Du eine kleine Blendenzahl. Mit den Belichtungszeiten kannst Du gerne experimentieren: Gerade bei wabernden Nebelschwaden können längere Belichtungszeiten für tolle Effekte sorgen. Auf jeden Fall zu vermeiden ist aber der Einsatz von Blitzlicht!

6. Fokus: Der Autofokus hat es bei Nebel schwer

 Einfacher hat es der Autofokus, wenn es deutlich aus dem Nebel hervorstechende Objekte zu fotografieren gibt. fullscreen
Einfacher hat es der Autofokus, wenn es deutlich aus dem Nebel hervorstechende Objekte zu fotografieren gibt. (©Pixabay 2017)

Bei gedämpftem Licht verblassen die Konturen in der Umgebung. Das macht es dem Autofokus Deiner Kamera schwer, auf ein Objekt scharfzustellen. Einfacher machst Du es ihm, wenn Du ein deutlich zu erkennendes Motiv mit klaren Formen, Farben und Linien fokussierst, das sich idealerweise nicht mitten im Nebel, sondern davor oder darüber befindet. Fokussiert die Kamera nicht das, was Du scharfstellen willst, wechsle in den manuellen Modus. Stelle den Fokus auf unendlich oder fokussiere im Live-View-Modus ein klar zu erkennendes Objekt in Deinem Bildausschnitt.

7. Nachbearbeitung: Farbe oder Schwarz-Weiß?

 Wie aus einer anderen Welt: Manchmal wirken Nebelfotos in Schwarz-Weiß besonders stimmungsvoll. fullscreen
Wie aus einer anderen Welt: Manchmal wirken Nebelfotos in Schwarz-Weiß besonders stimmungsvoll. (©Thinkstock/iStock/capturedessence 2017)

Mit dem passenden Zubehör und den richtigen Einstellungen an der Kamera wirst Du sicher das eine oder andere eindrucksvolle Nebelbild knipsen. Bist Du mit den Ergebnissen noch nicht hundertprozentig zufrieden, können schon kleine Anpassungen mit einer Bildbearbeitungssoftware die Lösung sein. Am besten lassen sich Bilder nachträglich bearbeiten, wenn Du im RAW-Format fotografiert hast und Dir die Rohdaten vorliegen. Insbesondere mit Veränderungen an Farben und Kontrasten kannst Du bei Nebelbildern beeindruckende Ergebnisse erzielen. Ein Tipp: Manchmal kommt die Nebelstimmung besonders gut in Schwarz-Weiß zur Geltung.

Artikel-Themen

Neueste Artikel zum Thema

close
Bitte Suchbegriff eingeben