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Tiere fotografieren: So kommen Hund, Katze & Co. groß raus

Die Augen sind das Fenster zur Seele – bei Tieren wie bei Menschen.
Die Augen sind das Fenster zur Seele – bei Tieren wie bei Menschen. (©CC: Flickr/elizabeth tersigni 2015)

Zieht der Welpe ein und erkundet seinen neuen Garten, bietet er ein tolles Motiv für Fotos. Aber auch Katze, Wellensittich, Zebra und Panther kannst Du mit den richtigen Kameraeinstellungen, dem perfekten Lichteinfall und der idealen Perspektive toll in Szene setzen. Wir erklären Dir, worauf Du beim Fotografieren achten solltest, damit das Tier auf dem Bild groß raus kommt.

1. Grundregel für die Tierfotografie

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In der freien Natur entstehen die eindrucksvollsten Tierfotos. (©CC: Flickr/Yeti-legs 2015)

Als Grundregel für das Fotografieren von Tieren gilt: Nimm das Tier in einer Situation auf, in der es sich wohl fühlt. Das kann beim ausgelassenen Spielen sein, beim Faulenzen in der Sonne oder auch bei freier Bewegung in der Natur. Daraus ergeben sich die eindrucksvollsten Bilder. Neben dem Ausdruck des Tieres trägt auch der Hintergrund zum Gelingen des Fotos bei. Ein natürlicher Hintergrund mit Himmel, Wolken, Bergen, Meer oder Bäumen wirkt sehr viel malerischer als die wild gemusterte Tapete in Omas Wohnzimmer.

2. Geduld mitbringen

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Insbesondere beim Fotografieren von Wildtieren ist häufig Geduld gefragt. (©CC: Flickr/Davide D'Amico 2015)

Für die Tierfotografie solltest Du eine gute Portion Geduld mitbringen. Während Du viele Haustiere mit kleinen Leckerbissen oder Spielsachen besser in die gewünschte Situation manövrieren kannst, musst Du bei Wildtieren deutlich länger mit dem Zeigefinger über dem Auslöser verharren, bis sich Reh, Fuchs, Wolf, Wildschwein und Co. optimal vor der Linse positionieren. Ob Dir dann scharfe Bilder mit satten Farben und guter Belichtung gelingen, ist nicht zuletzt von der Qualität Deines Fotoequipments abhängig.

3. Die richtige Ausrüstung für Tierfotos

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Manchen Tieren kann man sich nicht nähern – dann hilft ein Teleobjektiv. (©CC: Flickr/MattysFlicks 2015)

Im Normalfall reicht eine einfache Kompaktkamera, um schöne Bilder von Haustieren aufzunehmen. Gilt es hingegen, große Distanzen zu überbrücken, schwierige Lichtbedingungen auszugleichen oder schnelle Bewegungsabläufe einzufrieren, leisten digitale Spiegelreflex- oder Systemkameras bessere Dienste. Sie besitzen nicht nur bessere Optiken, sondern auch größere Sensoren und sind deshalb leistungsfähiger als die kompakten Modelle. Darüber hinaus kannst Du in Kombination mit einer DSLR- oder Systemkamera auch unterschiedliche Objektivtypen einsetzen – von der Normalbrennweite über Standard-Zoom und Tele-Zoom bis hin zum Weitwinkel-Zoom.

Wildtiere kannst Du nur aus großer Distanz fotografieren. Zum einen aus Sicherheitsgründen und zum anderen, um die scheuen Tiere nicht zu erschrecken. Damit die Fotografien trotzdem gelingen, setzt Du am besten ein lichtstarkes Teleobjektiv mit einer Brennweite von 80 bis 200 Millimeter ein. Die lange Brennweite eines Teleobjektivs ermöglicht es Dir, ein Wildtier aus weiter Entfernung heran zu zoomen und im Bildausschnitt groß abzubilden. Doch Vorsicht: Je näher Du ein Motiv aus hoher Distanz heranholst, desto mehr steigt die Gefahr, dass die Aufnahme verwackelt. Um das zu vermeiden, solltest Du ein Stativ verwenden.

4. Perspektiven für ausdrucksstarke Bilder

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Eine gute Perspektive für Tierporträts: auf Augenhöhe oder leicht darunter. (©CC: Flickr/Guyon Morée 2015)

Das Hinterteil eines Tieres sagt wenig über seinen Charakter aus. Persönlichkeit verleihen ihm seine Augen und das Gesicht. Auf diese Körperpartien solltest Du beim Fotografieren Deinen Fokus legen. Die beste Perspektive dafür befindet sich auf der Augenhöhe des Tieres oder leicht unterhalb von ihr. Wie Dein Motiv am besten auf den Bildern aussieht, findest Du einfach heraus, indem Du probeweise verschiedene Positionen einnimmst.

Tipp: Beachte bei der Aufteilung Deines Bildausschnittes die sogenannte Drittel-Regel. Die Proportionsregel empfiehlt, dass der Verlauf des Horizonts entweder das untere Drittel des Bildes von den oberen Zwei-Dritteln trennt oder das obere Drittel von den unteren Zwei-Dritteln.

5. Warmes Licht zum Fotografieren wählen

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Die späte Nachmittagssonne zaubert ein besonders warmes Licht. (©CC: Flickr/konstantin.tilikin 2015)

Ein hartes Licht verhunzt die beste Aufnahme. Aus diesem Grund eignet sich bei sonnigem Wetter die Mittagszeit nur bedingt zum Fotografieren im Freien. Dann steht die Sonne senkrecht am Himmel und ihr grelles Licht sorgt für harte Schatten und unschöne Reflektionen. Fallen die Strahlen hingen seitlich ein, wirkt das Licht warm. Diese optimalen Lichtbedingungen findest Du am frühen Vormittag und am späten Nachmittag vor.

Fotografierst Du nicht unter freiem Himmel, sondern in einem dunklen Gebäude, ziehst Du am besten indirektes Licht dem direkten Blitzlicht Deiner Kamera vor. Das indirekte Licht kann entweder von einem Deckenlicht oder einem externen Blitzgerät stammen. Entscheidest Du Dich für einen Aufsteckblitz, richtest Du diesen auf die weiße Zimmerdecke und löst ihn dann erst aus. Das von der Decke zurückfallende Licht ist gestreut und wirkt sehr viel weicher als das direkte Blitzlicht.

6. Kameraeinstellungen für Bewegungsbilder

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Willst Du schnelle Bewegungen einfangen, musst Du eine kurze Belichtungszeit wählen. (©CC: Flickr/Anita Ritenour 2015)

Flüchtet die Zebraherde im Wildpark vor dem Safaribus, gelingt es Dir nur, eines der Tiere scharf auf dem Foto abzubilden, wenn Du eine sehr kurze Verschlusszeit oder das Sportprogramm Deiner Kamera wählst. Andernfalls kann der Sensor die schnelle Bewegung nicht einfrieren und das Tier wird verwischt auf dem Foto abgebildet. Über die Blende regelst Du die Schärfe des Motivs. Bei Bewegungsbildern reicht in der Regel eine kleine Blendenzahl von F3.2 oder F4.5 aus. Wählst Du eine zu große Blendenzahl, verlängert sich auch die Verschlusszeit.

7. Kameraeinstellungen für Tierporträts

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Ist der Hintergrund unscharf gezeichnet, liegt der Betrachterfokus auf dem Ausdruck des Tieres. (©CC: Flickr/Denise Coronel 2015)

Möchtest Du Deinen Hund nicht beim Toben, sondern beim Relaxen im Körbchen mit einer Porträtaufnahme ablichten, wählst Du eine längere Verschlusszeit als bei den Actionbildern. Denn: Bewegt sich das Tier nicht, gibt das der Kamera mehr als nur einen winzigen Sekundenbruchteil Zeit, das Tier scharf einzufangen. Ein guter Richtwert für Porträtfotos stellt eine Verschlusszeit von 1/250 dar.

Bei Porträtaufnahmen soll der Fokus des Betrachters auf dem abgelichteten Tier liegen. Der Hintergrund lenkt hierbei nur ab – er darf gern unscharf gezeichnet sein. Die Höhe der Tiefenschärfe bestimmst Du über die Blendenzahl. Möchtest Du bei der Porträtaufnahme nur einen Teil des Bildausschnittes scharf zeichnen, wählst Du eine geringe Tiefenschärfe.

Zusammenfassung

  1. Fotografiere Tiere am besten in der freien Natur
  2. Bringe Geduld mit, wenn Du scheue Wildtiere ablichten willst
  3. Zum Fotografieren aus großer Distanz setzt Du am besten ein lichtstarkes Teleobjektiv mit großer Brennweite
  4. Lege den Fokus Deines Bildes auf die Augen und das Gesicht des Tieres, um ihm mehr Ausdruck zu verleihen
  5. Meide beim Fotografieren in der Natur das harte Licht der Mittagssonne, in einem Gebäude sorgst Du durch indirektes Licht für weiche Farben
  6. Bei Bewegungsbildern wählst Du am besten eine sehr kurze Verschlusszeit oder das Sportprogramm Deiner Kamera
  7. Der Hintergrund lenkt bei Porträtaufnahmen ab und darf gern unscharf gezeichnet sein
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