Android TV-Konsole Nvidia Shield startet in den Verkauf

Die Nvidia Shield soll mit Android und 4K-Power punkten. Die Nvidia Shield soll mit Android und 4K-Power punkten. (© 2015 YouTube/ Nvidia)

Mit der Nvidia Shield bringt der Grafikkarten-Hersteller Nvidia seine erste stationäre Konsole in den Handel. Diese soll sich mit 4K-Unterstützung und dem Streamen von Videospielen deutlich von PlayStation 4 oder Xbox One unterscheiden und ist zudem eng an die Android-Welt von Google angebunden.

Der Grafikkarten-Hersteller Nvidia wagt sich auf den Konsolenmarkt vor. Mit der eigenen Konsole Shield tritt das Unternehmen gegen PlayStation 4 und Xbox One an und möchte dabei vor allem die jüngere Gamer-Generation ansprechen, die mit Smartphone und Tablet aufgewachsen ist. Starten soll der Siegeszug der 4K-fähigen Box in Nordamerika, wo die Shield ab sofort erhältlich ist.

Mit Android gegen PS4, Xbox und Co.

Der Brückenschlag zum Smartphone beginnt schon bei der Software. So setzt Nvidia auf das Betriebssystem Android TV und die Anbindung an den Google Play Store. Zusätzlich zu den rund 200 Gaming-Apps, die dort aktuell für Android TV angeboten werden, hat Nvidia jedoch auch einen eigenen Store mit exklusiven Spielen. Dabei sollen für die Shield aufwendige Titel verfügbar werden, die Spieler bereits von anderen Konsolen oder vom PC kennen.

Auch bei der Hardware setzt der Hersteller auf Komponenten, die aus der Smartphone- oder Tablet-Welt stammen. Der Grafikchip Tegra X1 wird von Nvidia selbst hergestellt. Als Hauptprozessor kommt eine Recheneinheit von ARM zum Einsatz. Diese besitzt vier Hochleistungskerne des Typs Cortex-A57 und vier weitere Cortex-A53-Kerne für weniger anspruchsvolle Operationen. Doch Hardware-Leistung ist bei der Nvidia Shield längst nicht alles.

Spiele-Streaming direkt aus dem Netz

Eine Besonderheit der Konsole ist nämlich die Tatsache, dass viele Spiele nicht installiert, sondern über den Dienst Nvidia Grid direkt aus dem Netz gestreamt werden. Selbst Titel, die eigentlich zu anspruchsvoll für die Hardware der Shield sind, sollen so kein Problem darstellen. Denn aufwändige Rechenoperationen werden nicht auf der Konsole, sondern direkt auf dem Streaming-Server ausgeführt. Bei der Standard-Version der Konsole dürfte das Speichern ohnehin zum Problem werden, da diese nur mit einem Flash-Speicher von 16 GB daherkommt. Lediglich die größere Pro-Variante verfügt über eine interne 500-GB-Festplatte. Zusätzlich lassen sich beide Versionen mit einer Micro-SD-Karte um bis zu 128 GB erweitern.

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Auch Streaming-Dienste wie Netflix lassen sich mit der Shield nutzen. (© 2015 YouTube/ Nvidia)

Ein klassisches DVD- oder Blu-ray-Laufwerk gibt es bei der Shield nicht. Trotzdem sollen auch Film- und Fernsehangebote eine größere Rolle spielen – Android TV sei dank. So unterstützt die Konsole nicht nur das Streaming von Filmen und Serien über die Apps verschiedener Anbieter, sondern bietet dabei je nach angeschlossenem TV-Gerät und der verfügbaren Internetverbindung sogar 4K-Qualität. Zusätzliche Features wie Googles Sprachsuche stehen ebenfalls zur Verfügung.

Für Nvidia stellt Shield den Versuch dar, selbst ein großes Stück vom Konsolen-Kuchen abzubekommen, der dem Unternehmen bislang verschlossen blieb. Vor allem im Vergleich zum großen Konkurrenten AMD droht der Chiphersteller aus Santa Clara ins Hintertreffen zu geraten. AMDs Grafikchips kommen aktuell sowohl in der PlayStation 4 als auch in der Xbox One zum Einsatz.