Apple verhinderte Fingerabdrucksensor beim Nexus 6

Das Google Nexus 6 hat viel – aber keinen Fingerabdrucksensor. Daran ist Apple Schuld. Das Google Nexus 6 hat viel – aber keinen Fingerabdrucksensor. Daran ist Apple Schuld. (© 2015 TURN ON)

Das Nexus 6 von Google ist ein rundum überzeugendes Phablet. Es verfügt über jede Menge starker Technik, nur eines hat es nicht: einen Fingerabdrucksensor. Und daran ist offenbar niemand anderes schuld als Apple.

Der ehemalige Motorola-Vorsitzende Dennis Woodside hat in einem Interview mit dem englischen Telegraph ein überraschendes Detail zum Nexus 6 ausgeplaudert. Demnach sollte das von Motorola für Google gebaute Phablet ursprünglich einen Fingerabdrucksensor erhalten. Spuren davon seien sogar an den fertigen Geräten zu finden – eine kleine Versenkung auf der Rückseite, wo jetzt das Motorola-Logo sitzt. Was beim Endprodukt lediglich für einen besseren Griff sorgt, sollte eigentlich der Touch Scan werden. Doch Apple machte den Planern des Nexus 6 einen Strich durch die Rechnung – indem die Kalifornier den besten Hersteller solcher Sensor-Technik einfach für ihre Touch ID aufkauften.

Apple kaufte Authentec für 356 Millionen Dollar

Bereits im Jahr 2012 kaufte Apple Authentec, den Hersteller von Sicherheitstechnik – und Fingerabdrucksensoren.  Authentec hätte eigentlich den Touch Scanner für das Nexus 6 produzieren sollen und gilt gemeinhin als bester Hersteller auf diesem Gebiet. Doch nach der Übernahme durch Apple war Authentec nicht mehr auf dem freien Markt, was für Motorola eine ungünstige Situation war: "Nur noch der zweitbeste Hersteller war in der Industrie für jedermann verfügbar, und er war einfach noch nicht so weit", wie Woodside erklärt. Die Konsequenz: Nun hat das Nexus 6 eben gar keinen Fingerabdrucksensor.

Allerdings ist das vielleicht auch gar nicht so schlimm, denn wirklich zwingend ist die Technik für normale Smartphone-Nutzer noch nicht. Und: Möglicherweise hätte eine Touch ID wie beim iPhone 6 den Preis des Google Nexus 6 noch einmal nach oben getrieben. Welche Qualitäten das Edel-Phablet sonst noch hat, klärt unser ausführlicher Test.