Darum wartet Deutschland länger auf das Surface Book

Mit Windows 10 und neuen Produkten wie dem Surface Book hat Microsoft in diesem Jahr die Weichen für die Zukunft gestellt. Doch wohin führt der Weg? TURN ON-Redakteur Jens hat Microsofts Marketing-Chef Chris Capossela im Interview auf den Zahn gefühlt.

Microsoft konnte in diesem Jahr gleich mehrere Ausrufezeichen setzen. Das lag natürlich vor allem am Launch von Windows 10, aber auch an cleveren neuen Produkten, die von den Redmondern vorgestellt wurden. Neben Surface Pro 4, Lumia 950 und Surface Book stand zudem mit Windows 10 Mobile auch der Launch des neuen Smartphone-Betriebssystems an. Jede Menge neue Hard- und Software also. Doch wohin soll die Reise eigentlich gehen? Im TURN ON-Interview hatte Microsofts Marketing-Chef Chris Capossela einiges zu sagen.

Das Surface Book: Vorerst nicht in Deutschland

Redakteur Jens wollte dabei natürlich vor allem wissen, wann die angekündigten Top-Produkte endlich auch nach Deutschland kommen. Während sich das Surface Pro 4 und das Lumia 950 bereits bei uns im Test beweisen mussten, fehlt nämlich vom nicht minder spannenden Surface Book in Deutschland bislang noch jede Spur.

Grund dafür ist laut Capossela vor allem die hohe Nachfrage: "Wir arbeiten zurzeit noch daran, das Surface Book in ausreichend hohen Stückzahlen zu produzieren, um die Nachfrage in den Ländern zu decken, in denen es bereits erhältlich ist." Microsoft als Firma sei immer noch dabei zu lernen, was es heißt, auch Hardware zu produzieren. Dabei wolle man sichergehen, dass Produktion und Vertrieb auf allerhöchstem Niveau laufen. Für deutsche Kunden heißt das leider erst einmal: weiter warten. Noch hat man in Redmond offenbar keinen konkreten Zeitplan für den Launch des Surface Book bei uns.

Windows 10 Mobile soll es App-Entwicklern leicht machen

Gerade erst veröffentlicht hat Microsoft hingegen die Smartphones Lumia 950 und Lumia 950 XL. Beide sollen dem Konzern dabei helfen, Windows 10 auch im mobilen Sektor zu verankern. Eine Herausforderung wird unter anderem darin bestehen, App-Entwickler von der neuen Plattform zu überzeugen. Helfen sollen laut Capossela verschiedene Tools, die es leichter machen, iOS-Programme für Windows zu übersetzen. "Das ist etwas anderes, als einfach die iOS-App auf Windows laufen zu lassen", stellt der Microsoft-Verantwortliche klar. "Wir helfen dabei, den Code der iOS-Apps per Bootstrap auf Windows 10 zu übertragen, um dann von den Features von Windows 10 zu profitieren, die die iOS-App nativ nicht leisten könnte."

Ob sich diese Strategie auszahlen wird, wird sich erst noch zeigen müssen. Dass der Weg, den Microsoft im Smartphone-Geschäft zu gehen hat, nicht leicht wird, weiß auch Chris Capossela. "Wir sind uns unserer Position im Smartphone-Markt bewusst. Wir machen uns da nichts vor", muss auch der Marketing-Chef die Vormachtstellung von Google und Apple anerkennen. Zunächst wolle man mit Windows 10 Mobile deshalb die langjährigen Windows-Fans und die Unternehmenskunden zufriedenstellen.