Der Beweis ist da: Apple baut ein selbstfahrendes Geheim-Auto

Eine Studie, wie ein Apple-Auto aussehen könnte. Eine Studie, wie ein Apple-Auto aussehen könnte. (© 2015 Liviu Tudoran)

Lange war darüber spekuliert worden, jetzt ist der Beweis da: Apple entwickelt tatsächlich ein selbstfahrendes Auto. Für sein "connected car" sucht der iPhone-Hersteller derzeit nach einem Testgelände. Und: Das geheime Auto – Projekt "Titan" genannt – könnte schon fast fertig sein.

Gerüchte und Vermutungen, dass der Konzern aus Kalifornien unter der Projektbezeichnung "Titan" sein Geld auch in die Entwicklung eines geheimen und autonom fahrenden Autos stecken könnte, gibt es schon lange – die letzte Gewissheit fehlte aber noch. Jetzt sind jedoch Dokumente aufgetaucht, aus denen klar hervorgeht, dass Apple nach einem Testgelände für sein selbstfahrendes Auto sucht, berichtet der Guardian.

Selbstfahrendes Auto: Apple-Ingenieure suchen nach Gelände

Dem Bericht zufolge, haben sich mit dem Projekt vertraute Apple-Ingenieure schon im Mai mit Vertretern einer ehemaligen Marine-Basis in der Nähe von San Francisco getroffen. Die GoMentum Station ist ein 20 Quadratkilometer großes Areal, das nach eigener Auskunft von mehreren Autoherstellern genutzt werden wird, um dort selbstfahrende Autos auszuprobieren: "In Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden von Contra Costa werden einige Automobil-Produzenten ihre selbstfahrenden Autos auf dem Concord-Testgelände für Marinewaffen prüfen, um ihre erfolgreiche Forschung fortzusetzen".

Auf dem Testgelände gibt es zahlreiche Überführungen, leere Straßen, Tunnel und Kreuzungen – alles ohne normalen Straßenverkehr oder Fußgänger, die bei den Tests gefährdet werden könnten. Hersteller wie Mercedes-Benz mit seinem Connected Car-Projekt oder auch Honda haben die Einrichtungen auf dem Gelände bereits genutzt. Daher erscheint es absolut logisch, dass auch Apple die GoMentum Station in das Testprogramm für ein selbstfahrendes Auto einbaut. Zumal das Areal auf der anderen Seite der San Francisco Bay von der Apple-Zentrale in Cupertino nur etwa eine Autostunde entfernt liegt.

In einer der jetzt durchgesickerten Mails fragt der Apple-Ingenieur Frank Fearon nach möglichen Terminen und wie man sich mit anderen Firmen abstimmen müsste, die das Gelände ebenfalls nutzen. Sprich: Apple will nicht, dass etwas von seinen geheimen Auto-Plänen nach draußen dringt. Fearon möchte außerdem Pläne und Bilder der ehemaligen Basis haben und will wissen, wie die verschiedenen Teile des Areals genutzt werden könnten.

Testgelände-Chef: "Wir mussten Apple Geheimhaltung versprechen"

Noch offener wird Randy Iwasaki, Geschäftsführer der Tarnsportbehörde des Kreises Contra Costa, dem das Gelände gehört: "Wir mussten ein Geheimhaltungsabkommen mit Apple unterschreiben. Wir können nicht mehr sagen, als dass sie hier waren und interessiert waren." Jetzt darf man also gespannt sein, wann Apple das Projekt offiziell ankündigt, und ob das eventuell schon auf der Keynote im September passiert, bei der das iPhone 6s präsentiert werden dürfte. Dann weiß man auch, ob Designer mit ihren Konzepten richtig lagen. Konkurrent Google testet sein selbstfahrendes Auto schon einige Zeit, da will Apple bestimmt den Anschluss nicht verlieren. Wenn das Auto schon getestet werden soll, muss jedenfalls etwas zum Testen vorhanden sein.