Die Zukunft von Jawbone: Fitness-Tracker zum Schlucken?

Nicht mehr am Arm, sondern unter der Haut soll das Wearable der Zukunft getragen werden. Nicht mehr am Arm, sondern unter der Haut soll das Wearable der Zukunft getragen werden. (© 2015 TURN ON)

Sie erobern die Handgelenke dieser Welt. Doch von dort könnten Fitness-Tracker bald wieder verschwinden. Jawbone-Chef Hosain Rahman wagte im Rahmen der Code/Mobile-Konferenz einen Ausblick auf die Zukunft von Wearables – und die geht seiner Meinung nach unter die Haut.

Muss bald ein neuer Name für Wearables her? Noch ist die gemeinsame Bezeichnung für Fitness-Tracker, Smartwatches & Co. passend. Schließlich werden sie am Körper getragen. Doch das könnte sich künftig ändern. Jawbone-Chef Hosain Rahman prognostiziert Wearables eine Zukunft, in der die Sensoren unter die Haut gepflanzt oder geschluckt werden. Noch seien Wearables nicht so beliebt wie Smartphones, sagte er laut CNET im Rahmen der Code/Mobile-Konferenz am Mittwoch im kalifornischen Half Moon Bay. Aber sie werden ein wichtiger Teil des modernen Lebens sein, prognostizierte der Jawbone-Gründer.

IoT: Wird der Mensch selbst zum smarten Device?

Wearables würden eine zentrale Rolle dabei spielen, sämtliche Dinge des täglichen Lebens mit dem Internet zu verbinden – eine Entwicklung, die mit dem Schlagwort "Internet of Things" umschrieben wird. Dafür führte Hosain Rahman unter anderem folgendes Beispiel an: "Mein smartes Heizungsthermostat weiß nicht, ob mir kalt ist. Aber meine Smartwatch oder mein Fitness-Tracker kennen meine Körpertemperatur und können sie den Geräten in einem Smart Home mitteilen."

Die größte Herausforderung sieht der Jawbone-CEO darin, Menschen dazu zu bringen, Wearables zu tragen. Und das muss künftig nicht auf außerhalb des Körpers beschränkt bleiben. Sensoren könnten auch implantiert oder geschluckt werden und auf diese Weise etwa im Blutkreislauf verbleiben. "Wenn ich dein Blutalkoholpegel kenne, kann ich deinem Auto befehlen, dass es nicht anspringen soll", verdeutlichte er ein mögliches Zukunftsszenario.

Jawbone-Verkäufe durch Apple Watch nicht getrübt

Der Wearables-Markt wird sich laut der Marktforschungsfirma CCS Insight innerhalb der nächsten fünf Jahre verdreifachen, die Verkaufszahlen sollen von 84 Millionen Geräten in diesem Jahr auf stolze 245 Millionen Einheiten in 2019 wachsen. Fitness-Tracker – und von diesen hat Jawbone gleich mehrere aktuelle Modelle im Line-up – machen dabei die größte Gruppe unter den Wearables aus. Zwar bekommen sie zunehmend Konkurrenz durch Smartwatches wie die Apple Watch. Laut Jawbone-CEO Hosain Rahman hat der Release des ersten Apple-Wearables die wachsenden Verkaufszahlen von Up2, Up3 und Co. aber nicht bremsen können.