Egloo beheizt ein Zimmer für wenige Cent am Tag

Den Egloo-Herd gibt es in verschiedenen Varianten zu kaufen. Den Egloo-Herd gibt es in verschiedenen Varianten zu kaufen. (© 2015 YouTube/egloo candle powered heater)

Es muss nicht immer eine teure Heizung sein – das zumindest hat sich der italienische Student Marco Zagaria gedacht. Seine Alternative ist eine Erfindung mit dem Namen Egloo. Das Crowdfunding-Projekt wurde ein voller Erfolg, nun werden die bestellten Exemplare verschickt.

Als die Frist für Egloo Ende Januar auf Indiegogo auslief, konnten Marco Zagaria und sein Team auf ein Kapital von knapp 182.500 Dollar blicken – beinahe das Fünffache dessen, was sie veranschlagt hatten. Dabei sieht Egloo auf den ersten Blick etwas altbacken aus und klingt vom Prinzip her zudem ungewöhnlich. Hinter dem Namen verbirgt sich ein kleiner Ofen aus Terrakotta, der einen Raum allein mit Hilfe von vier Teelichtern erwärmen soll. Wie gut das funktioniert, können die Käufer bald ausprobieren. Auf der Facebook-Seite des Projekts ist zu sehen, dass die ersten Exemplare diese Woche bereit für den Versand sind.

Kleines Keramik-Iglu erreicht Temperaturen von bis zu 180 Grad Celsius

Doch wie funktioniert das kleine Iglu aus Keramik? Das System setzt sich aus vier Komponenten zusammen: einer Basis, auf der vier Teelichter platziert werden, einem Rost sowie zwei Kuppeln aus Terrakotta. Die Wahl des Materials lässt sich einfach erklären, speichert es Wärme hervorragend. Werden die Kerzen angezündet, heizen sie die erste Kuppel auf. Diese wiederum gibt die Wärme an die zweite, äußere Kuppel weiter.

Auf diese Weise lässt sich ein 20 Quadratmeter großes Zimmer für durchschnittlich fünf Stunden beheizen, heißt es auf der Indigogo-Seite des Projektes. Innerhalb von fünf Minuten erreicht Egloo seine Betriebstemperatur von 140 bis 180 Grad Celsius – davon werden 30 bis 50 Grad an die Umgebung abgegeben. Somit kann die Umgebung um zwei bis drei Grad erwärmt werden. Das alles funktioniert ohne Strom, es werden lediglich ein paar Kerzen benötigt. Die Macher sprechen davon, dass sich somit ein Zimmer für etwa zehn Cent am Tag beheizen lässt.

Hände wärmen, Kaffee erhitzen oder Zigaretten anzünden

Allerdings reicht die Temperatur natürlich nicht aus, um ein Zimmer im härtesten Winter zu erwärmen. Dennoch lässt sich so gerade im Frühling oder im frischen Herbst noch etwas Wärme nutzen – und es werden Heizkosten gespart. Und es gibt auch noch andere Verwendungszwecke, wie Marco Zagaria in einem Video erklärt: Mit Egloo lassen sich beispielsweise Kleidungstücke erwärmen, Zigaretten anzünden oder Becher mit Kaffee oder Tee warmhalten.

Egloo ist in verschiedenen Versionen erhältlich, die Außenhülle reicht dabei von natürlich, bemalt, texturiert, emailliert bis hin zu metallisch. Die günstige Version gibt es für 60 Dollar zu kaufen. Allerdings: Laut Huffington Post sind aufgrund der großen Nachfrage schon jetzt alle bislang produzierten Exemplare vergriffen.