EU ist schuld: Apps im App Store werden 2015 teurer

Viele Apps im App Store dürften im neuen Jahr teurer werden. Viele Apps im App Store dürften im neuen Jahr teurer werden. (© 2014 picture alliance / HOCH ZWEI)

Apple wird ab dem 1. Januar 2015 die länderspezifische Mehrwertsteuer der unterschiedlichen EU-Länder berechnen. Bisher hatte der Elektronikkonzern einen einheitlichen Steuersatz für Käufe in europäischen App Stores zugrunde gelegt. Viele Apps werden damit deutlich teurer.

Aufgrund der EU-weiten Verpflichtung zur landesspezifischen Erhebung von Mehrwertsteuer muss Apple ab dem 1. Januar 2015 für jede verkaufte App je nach Land die entsprechende Steuer einfordern und an das Finanzamt abführen. Wie iMore aus einer E-Mail des Unternehmens an iOS-Entwickler weiß, wird im neuen Jahr nicht mehr der einheitliche Steuersatz für alle europäischen Länder gelten.

Keine Steuerschlupflöcher für App-Verkäufe

Entwickler haben in der Europäischen Union bislang davon profitiert, dass Apple im App Store überall einen niedrigen Steuersatz berechnet hat. Laut Macnotes.de hat der kalifornische Konzern bisher sämtliche EU-Verkäufe nur über die Steueroase Luxemburg abgewickelt, wo lediglich 3 Prozent Mehrwertsteuer anfielen. Diese Möglichkeit erlischt mit Jahresende. In Großbritannien hingegen kommen künftig 20 Prozent an Steuern auf den Nettopreis.

Preiserhöhung für Apps im App Store

Da Apple die Preise von Drittanbietern im App Store nicht selbst gestaltet und sämtliche Preisangaben immer inklusive Steuern zu verstehen sind, ist eine spürbare Preiserhöhung erwartbar. In Deutschland dürften Apps im Durchschnitt 16 Prozent teurer werden, um die Differenz zum neuen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auszugleichen.

Den Anteil, den Entwickler von App-Verkäufen erhalten, werde Apple künftig anhand des Nettopreises berechnen, berichtet 9to5mac. Obwohl viele Anwendungen also für den Kunden teurer werden dürften, erwartet die Entwickler kein höherer Umsatz.