Facebook droht Prozess fürs Scannen privater Nachrichten

Facebook nimmt es mit dem Datenschutz bekanntermaßen nicht so genau. Facebook nimmt es mit dem Datenschutz bekanntermaßen nicht so genau. (© 2014 CC: Flickr/Highways Agency)

Facebook nimmt es mit dem Datenschutz bekanntermaßen nicht so genau – und muss sich dafür weiterhin vor Gericht verantworten. In den USA sieht sich das Unternehmen einer Sammelklage gegenüber. Der Vorwurf: Das soziale Netzwerk durchsuche die privaten Nachrichten seiner Nutzer, um ihnen gezielter Werbung zuspielen zu können.

Facebook muss sich womöglich bald vor Gericht verantworten. Während Bezirksrichter Phyllis Hamilton aus Oakland am Dienstag einige Klagen abwies, die Facebook Verstöße gegen das Landesrecht vorwarfen, blieb eine Sammelklage laut Reuters bestehen. Darin wird das soziale Netzwerk beschuldigt, die Privatsphäre seiner Nutzer verletzt zu haben. Facebook habe die privaten Nachrichten von Mitgliedern zu Werbezwecken gescannt, lautet der Vorwurf.

Facebook untersucht Nachrichten angeblich nur noch auf Viren

Der Nachrichtenagentur zufolge berief sich das Unternehmen von Mark Zuckerberg auf eine Ausnahmeregelung des Electronic Communications Privacy Act, das eine solche Vorgehensweise rechtfertige. Diese Erklärung erkannte der kalifornische Richter allerdings nicht an. Der Vorwurf der Sammelklage, die bereits 2013 eingereicht wurde, bleibt damit weiterhin bestehen.

Die Praxis des Nachrichtenscannens zu Marketingzwecken habe Facebook dem jüngsten Gerichtsurteil zufolge bereits im Oktober 2012 eingestellt. Das lässt Nutzer des sozialen Netzwerks aber nur halb aufatmen: Denn private Nachrichten würden weiterhin analysiert, um die Verbreitung von Viren und Spam einzudämmen, heißt es im Urteil. Bisher äußerte sich Facebook nicht zu den aktuellen Entwicklungen vor Gericht.