Update: Facebook will eigenes Musik-Streaming testen

Nach Apple will auch Facebook ins Musik-Streaming-Geschäft einsteigen. Nach Apple will auch Facebook ins Musik-Streaming-Geschäft einsteigen. (© 2015 picture alliance/dpa)

Wer meint, es gäbe bereits mehr als genug Musik-Streaming-Dienste, hat seine Rechnung anscheinend ohne Facebook gemacht. Nach Apple schickt sich nun der nächste Global Player an, Spotify und Co. das Leben schwer zu machen. Ein neuer Bericht bestärkt jetzt die Gerüchte um ein eigenes Streaming-Modell von Facebook.

Facebook will einen eigenen Musik-Streaming-Service an den Start bringen, der in direkte Konkurrenz zu Spotify und Apple Music treten soll. Das berichtet Music Ally unter Berufung auf anonyme Insider-Quellen. Während sich die Anfang Juli erstmals aufkeimenden Gerüchte noch auf einen videofokussierten Service konzentrierten, ist jetzt auch von einem reinen Audio-Dienst die Rede. Dieser befindet sich aber angeblich noch in den Kinderschuhen. Der werbegestützte Video-Service von Facebook soll hingegen schon in den nächsten Monaten getestet werden. Aus diesem Grund befand sich das Netzwerk zuletzt bereits in Gesprächen mit Musikfirmen wie Sony, Universal und Warner.

Der Musikvideo-Dienst ist YouTube "weit, weit voraus"

Den Insider-Quellen zufolge hat Facebook schon ein ausgeklügeltes System entwickelt, Musikvideos zu Geld zu machen. Denn das Unternehmen wird Musikrechteinhaber für jedes auf seiner Plattform abgespielte Musikvideo bezahlen – anfangs angeblich wie YouTube, später könnten die Tantiemen sogar noch ansteigen. "Wir haben es alle schon intern testen können", verrät eine der Quellen. Und fügt hinzu: "Es ist YouTube weit, weit voraus."

Kauft Facebook einen bereits etablierten Service?

Während das Bezahlmodell für den Video-Streaming-Service bereits konkrete Formen angenommen zu haben scheint, müssen denkbare Abo-Modelle fürs reine Audio-Streaming noch entwickelt werden, berichtet Music Ally. Möglich wäre daher auch, dass Facebook einen bereits bestehenden Musik-Streaming-Dienst kauft, statt ein eigenes Modell von Grund auf zu entwickeln. Ähnliches hat Facebook bereits mit dem Messenger WhatsApp und der Virtual-Reality-Firma Oculus getan. Auch Dienste wie Rdio könnte sich das Unternehmen durchaus leisten. Selbst Spotify – laut Music Ally etwa halb soviel Wert wie der WhatsApp-Kaufpreis – könnte Facebook einfach schlucken.

Update vom 10. Juli 2015: Ein Facebook-Sprecher hat sich mittlerweile zu den Gerüchten geäußert – und diese revidiert. "We have no plans to go into music streaming", heißt es von offizieller Seite.