Familienleben 2.0: So sieht das digitale Zuhause aus

Das Internet wird heute generationenübergreifend genutzt. Das Internet wird heute generationenübergreifend genutzt. (© 2015 picture alliance/Bildagentur-online)

Smartphone, Social Media oder auch Spielkonsole sind aus heutigen Haushalten kaum mehr wegzudenken – und das nicht nur, weil sie Spaß machen. Mit digitalen Medien lassen sich familiärer Alltag und Kontakt auch von unterwegs flexibler gestalten.

Die klassische Familie gibt es immer seltener. Knapp 70 Prozent aller Mütter sind berufstätig, es gibt Patchwork-Familien, Alleinerziehende, Eltern in getrennten Wohnungen und auch wieder Mehrgenerationenhaushalte, Familie 2.0 eben. Gemeinsam haben alle eines: Sie sind auf der Suche nach dem besten Weg, die Familie zu organisieren und mit Beruf, Schule, Ausbildung oder Studium in Einklang zu bringen. Moderne Technik kann dabei Jung und Alt in allen Lebensbereichen unterstützen.

So lohnt es sich, in Haushalt und Küche manches alte Gerät durch ein smartes Hightech-Multitalent zu ersetzen. Oder sich für die Organisation des Alltags von dem, was im Job üblich ist, inspirieren zu lassen. Dort werden elektronische synchronisierte Kalender genutzt, sobald die Termine mehrerer Personen unter einen Hut zu bringen sind. Wobei es zu Hause meist weniger darum geht, "interne" Termine abzustimmen, sondern die außerhalb. Die Yogastunde der Mutter, der Männerabend des Vaters oder die Trainingszeiten der Kinder wurden bislang oft mit Wandkalendern koordiniert. Mit Tools wie dem Google Kalender oder Windows Live Mail wandert das Orga-Plakat von der Kühlschranktür auf Smartphones, Tablets und Computer. So können die Familienmitglieder alle Termine jederzeit einsehen und bequem auch von unterwegs aus bearbeiten.

So fern und doch so nah

Werden die Kinder langsam flügge – zum Schüleraustausch oder gar Umzug in ein eigenes Nest – geht es mehr darum, den Kontakt aufrechtzuerhalten. Wie eine von Samsung 2014 in Auftrag gegebene Studie herausfand, kommuniziert jeder zweite Europäer mithilfe mobiler Geräte häufiger mit seinen nächsten Angehörigen, fast die Hälfte der Befragten mindestens einmal täglich mit den Eltern. Besonders beliebt ist dabei die SMS. 36 Prozent der Eltern gaben sie als bevorzugtes Kommunikationsmittel an, drei von zehn Europäern halten den Kontakt vornehmlich über E-Mails. Für jeden vierten Europäer helfen soziale Netzwerke wie Facebook, Familienmitglieder und deren Leben besser zu verstehen.

Diese Ergebnisse bestätigt auch eine Umfrage der Deutschen Telekom. Ob es nun um einen schnellen Chat geht oder darum, den Verwandten die Fotos vom letzten Familienfest online zur Verfügung zu stellen: 51 Prozent der befragten Onliner in Deutschland gaben an, sie wären ohne Internet und Telekommunikation nicht in der Lage, ihre Freundschaften beziehungsweise eine enge Verbindung zu ihrer Familie zu pflegen.

Digital Von klein auf

Dieser Trend wird weitergehen. Schließlich gehören mobile Computer, Spielkonsolen und Handys zum alltäglichen Leben von Kindern. 63 Prozent der Zehn- bis Elfjährigen besitzen bereits ein eigenes Handy, 39 Prozent haben einen eigenen Fernseher, 54 Prozent eine Spielkonsole und 19 Prozent dieser Altersstufe verfügen über einen eigenen Computer – soziale Netzwerke und mobile Nachrichtendienste wie WhatsApp sind ihr zweites Zuhause. Die Sorge, dies könnte zu einer Entfremdung in der Familie führen, ist unbegründet. Zwar verstauben Brettspiele zusehends im Regal, dafür wird häufig gemeinsam auf Smartgeräten oder Konsolen gespielt. Studien zeigen zudem, dass Kinder bei wirklich wichtigen Themen nach wie vor den direkten Kontakt zu ihren Eltern suchen.

Kinder sollten jedoch nicht im Netz alleingelassen werden. Beim Thema E-Safety sind die Eltern gefragt, sei es durch Aufklärung, die Sperrung bestimmter Webseiten oder die Begrenzung des Internetzugangs auf feste Tageszeiten.

Immer aktiver im Netz

Längst entdecken auch mehr und mehr ältere Menschen für sich neue Technik, Netz und Gadgets, die ihnen das Leben leichter machen. Laut der ARD/ZDF-Onlinestudie 2014 steigt der Anteil der Generation zwischen 50 und 69 Jahren in Onlinecommunitys (17 Prozent), Videoportalen (17 Prozent), Chats (12 Prozent) und Internetforen (7 Prozent). Telemedizin und E-Commerce sind treibende Kräfte dahinter. Wie eine Studie des Sozialforschungsinstituts Infas zeigt, ist vor allem das Nachschlagen von Informationen eine wesentliche Anwendung für die über 64-Jährigen mit Internetzugang: Mehr als die Hälfte macht dies mehrmals pro Woche oder noch häufiger.

Beachtlich ist zudem die Zuwachsrate im Social Web bei den Onlinenutzern der Generation 65 plus: über 26 Prozent seit 2011. Dabei ist die Geschlechterverteilung nahezu ausgeglichen. Ein Grund für die steigenden Zahlen ist, dass soziale Netzwerke eine gute Möglichkeit sind, mit Kindern und Verwandten in Kontakt zu bleiben – und das meist schneller und unkomplizierter. Telefonate kommen oft zur unpassenden Zeit, Briefe oder E-Mails sind zeitaufwendiger, Antworten lassen auf sich warten. Gedanken, dass früher alles besser gewesen sei, kommen angesichts der Möglichkeiten digital gestützter Kommunikation sicherlich nicht auf.

Den vollständigen Artikel findest Du im TURN ON Magazin 1/2015. Die Ausgabe liegt ab dem 9. Januar in Deinem Saturn-Markt aus – oder Du lädst das Heft hier kostenlos als digitale Version herunter.