Geheime Stylus-Pläne? Apple patentiert Smartpen-Technologie

Konkurrent Livescribe hat schon einen: Apple will mit eigenem Smartpen nachziehen. Konkurrent Livescribe hat schon einen: Apple will mit eigenem Smartpen nachziehen. (© 2014 Facebook/Livescribe)

Steve Jobs persönlich hatte vor seinem Tod klar gemacht: Apple braucht keinen Stylus. Ein neues Patent deutet da aber was ganz anderes an – demnach scheint Apple momentan tatsächlich an einer neuen Smartpen-Technologie zu arbeiten.

Unter der Aktennummer 8.922.530 wurde Apple vom US-amerikanischen Patentamt das Schutzrecht an einer neuen Smartpen-Technologie zugesichert, wie AppleInsider berichtet. Sie ermöglicht es, mit einem intelligenten Stylus Texte und Zeichnungen in digitale Abbilder zu verwandeln und drahtlos auf einen Bildschirm zu projizieren, beispielsweise auf ein Smartphone oder ein Tablet. Es ist nicht der erste Vorstoß von Apple in diese Richtung: Bereits 2010 reichte der kalifornische Konzern das erste Patent für einen intelligenten Eingabestift ein.

Bewegungssensoren statt Infrarot

Anders als bei vergleichbarer Technologie, etwa den Digitalstiften von Livescribe, kommt in Apples neuer Smartpen-Idee kein Infrarot zum Einsatz, sondern Bewegungssensoren. Sie sollen jederzeit ganz genau feststellen, in welcher Haltung der Nutzer gerade etwas aufschreibt, ob er etwa über einen Tisch gebeugt ist oder aufrecht stehend etwas an die Tafel kritzelt. Und: Spezielles Papier wird der Apple-Stylus auch nicht benötigen. Ist er via Bluetooth mit einem iPhone oder einem iPad verbunden, verwandelt er alle verfassten Notizen automatisch in digitalen Code – auf Wunsch übrigens auch zeitversetzt.

Soll das iPad wieder attraktiver werden?

Unter Design-Guru Steve Jobs hatte sich Apple immer gegen die Stylus-Technologie ausgesprochen – sie sei einfach zu umständlich und einen kleinen Eingabestift würde man zu leicht verlieren können. Bei der Vorstellung des allerersten iPhone im Jahr 2007 erklärte Jobs den Stylus gar für tot. Das neu entflammte Interesse von Apple an Smartpens könnte jedoch damit zusammenhängen, das iPad für Kunden wieder flexibler und attraktiver zu machen.

Gerüchte, nach denen Apple an einem extra-großen iPad Pro arbeitet, machen schon länger die Runde. Die Kombination aus einem breiten Display mit der Stylus-Technik könnte durchaus interessant sein, wenn man etwa regelmäßig umfangreiche Business-Dokumente verfasst, die man schnell und einfach mit seinen Kollegen teilen will.