Hacker-Gegenangriff? Nordkorea stundenlang ohne Internet

Nordkoreas Diktator Kim Jong-un konnte in der Nacht zum Dienstag stundenlang nicht im Internet surfen. Nordkoreas Diktator Kim Jong-un konnte in der Nacht zum Dienstag stundenlang nicht im Internet surfen. (© 2014 picture alliance / dpa)

Haben nach den wochenlangen Spekulationen über eine nordkoreanische Cyber-Attacke auf Sony Pictures nun Hacker gegen das kommunistische Regime zurückgeschlagen? Nachdem das Internet in dem ostasiatischen Land schon tagelang mit Verbindungsproblemen zu kämpfen hatte, war Nordkorea in der Nacht zum Dienstag sogar komplett offline.

In Nordkorea hat in der Nacht zum Dienstag fast zehn Stunden lang das Internet nicht funktioniert. Das erklärte Doug Madory vom US-Analyseunternehmen DYN Research gegenüber Bloomberg. "Ich weiß nicht, ob jemand einen Cyber-Angriff gegen Nordkorea gestartet hat, aber das ist nicht normal für das Land. So etwas habe ich noch nie gesehen", sagte der Experte erstaunt. Nordkorea hat insgesamt vier Netzwerke, die das Land mit dem Internet verbinden – alle vier werden durch China geroutet. Ob das kommunistische Regime tatsächlich Opfer einer Hackerattacke geworden ist, oder ob die ohnehin störanfällige Internetverbindung in dem Land aus einem anderen Grund zusammenbrach, ist offen.

Wurde Nordkorea Opfer einer DDoS-Attacke?

Matthew Prince von der Sicherheitsfirma CloudFare sagte gegenüber CNN, dass Nordkorea praktisch von der Internet-Landkarte "ausradiert" worden sei. Er gehe davon aus, dass das Land Opfer einer DDoS-Attacke geworden sei. Dabei wird ein Netzwerk durch einen koordinierten Angriff von vielen Rechnern zum Zusammenbrechen gebracht. Prince glaubt jedoch nicht, dass die US-Regierung für den Vorfall verantwortlich ist. "Es ist wahrscheinlicher, dass ein 15-Jähriger mit einer Guy Fawkes-Maske dahinter steckt", so der Experte in Anspielung auf das Symbol der Hacker-Gruppe Anonymous.

Obama drohte nach Sony-Hack mit Konsequenzen

Der Zeitpunkt für den Internetausfall in Nordkorea könnte jedoch nicht zufällig sein. Das US-Filmstudio Sony Pictures hatte kürzlich den Kinostart der Komödie "The Interview" nach Terrordrohungen gestoppt. In dem Streifen werden Seth Rogen und James Franco von der CIA angeheuert, um den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un zu töten. US-Präsident Barack Obama machte Nordkorea für den Hacker-Angriff auf Sony Pictures verantwortlich und drohte mit Konsequenzen.