IFA 2015: Wo bleibt der große Smartwatch-Hype?

Kann die IFA 2015 den großen Smartwatch-Hype auslösen? Kann die IFA 2015 den großen Smartwatch-Hype auslösen? (© 2015 Messe Berlin)

Die Apple Watch bekommt mächtig Konkurrenz: Smartwatches von Samsung, LG und Co. werden auf der IFA 2015 eine zentrale Rolle spielen. Die Hersteller hoffen nach Smartphones und Tablets auf den nächsten großen Boom. Doch ob der kommen wird, ist bislang noch äußerst fraglich.

Smartwatches, wohin man schaut: Gleich mehrere namhafte Hersteller wie Samsung, LG, Huawei und Motorola werden ihre neuesten Modelle auf der IFA 2015 präsentieren. Nach dem Hype, den die Apple Watch bei ihrem Launch im Frühjahr zeitweilig entfachen konnte, werden die schlauen Uhren auf der diesjährigen Messe besonders prominent vertreten sein. Die Hersteller vermitteln dabei eine anscheinend klare Botschaft: "Smartwatches sind das nächste große Ding und wir sind ganz vorne mit dabei." Im Endeffekt hofft damit jeder, ein möglichst großes Stück von einem Kuchen abzubekommen, von dem bisher niemand weiß, wie groß er überhaupt ist.

Gibt es überhaupt einen Smartwatch-Trend?

Schaut man allerdings in die Realität, dann ist von einem echten Smartwatch-Trend bislang weit und breit nichts zu sehen. Immerhin gibt es schlaue Uhren von Herstellern wie Samsung oder Sony bereits seit einigen Jahren. Im Massenmarkt sind die bislang aber noch nicht angekommen. Selbst die Apple Watch, deren Marktstart im April von einem gigantischen Medien-Hype begleitet wurde, scheint den Verkaufserwartungen der Analysten bislang absolut nicht gerecht zu werden. Abgesehen von den beinharten Apple-Fans, die jedes Produkt aus Cupertino haben müssen, scheinen sich jedenfalls nur wenige für das Gadget zu interessieren.

Der Smartwatch fehlt das Killer-Feature

Ob sich die Situation bald ändern wird, ist fraglich. Bisher fehlt den Smartwatches noch immer das wichtige Killer-Feature, das sie von anderen Produkten entscheidend abhebt. Ganz gleich ob Apple Watch, Samsung Gears S oder LG Watch Urbane – alle Modelle sind faktisch nicht mehr als Zusatz-Displays für das Smartphone. Es mag zwar praktisch sein, wenn man eine neue SMS direkt auf dem Handgelenk statt auf dem Handy-Display lesen kann – eine Revolution des mobilen Lebens ist das jedoch nicht gerade.

Hinzu kommt, dass die allermeisten Smartwatches bislang alles andere als elegant wirken. Damit erfüllen sie einen zentralen Zweck einer Armbanduhr nicht. Diese ist zwar im Idealfall durchaus schick und stylisch, aber eben auch sehr dezent und sticht erst auf den zweiten oder dritten Blick ins Auge – ein modisches Accessoire eben. Apple Watch und Co. wirken dagegen bisweilen wie Fremdkörper am Handgelenk, die wenig subtil und kaum elegant auf sich aufmerksam machen. Wenig elegant geben sich die meisten Smartwatches derzeit übrigens auch bei der Handhabung. Das fängt bei der oft hakeligen Steuerung an und endet bei der teilweise lachhaften Akkulaufzeit.

Die selbsterfüllende Prophezeiung

Vielleicht verfahren die Hersteller bei den Smartwatches aber auch einfach nach dem Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiung, getreu dem Motto: Wenn man den Trend lange genug herbeiredet, wird er schon irgendwann schon kommen. Es wäre nach 3D-Druckern und Curved TVs und Virtual Reality ein weiterer künstlich erzeugter Hype. Man darf jedenfalls gespannt sein, ob die IFA 2015 den schlauen Uhren endlich zum gewünschten Durchbruch verhelfen kann.