iPod-Prozess: Apple soll heimlich Musik gelöscht haben

Apple wollte iTunes-Kunden angeblich vor schadhaften Inhalten schützen. Apple wollte iTunes-Kunden angeblich vor schadhaften Inhalten schützen. (© 2014 CC: Flickr/Tim Hettler)

Apple soll zwischen 2007 und 2009 heimlich Musik von anderen Online-Diensten als iTunes von iPods gelöscht haben. Das erklärte ein Anwalt im derzeit laufenden Kartellprozess gegen das kalifornische Unternehmen. Angeblich handelte Apple aus Sicherheitsgründen.

Wie das Wall Street Journal berichtet, soll Apple im Zeitraum von 2007 bis 2009 heimlich Songs von den iPods seiner Kunden entfernt haben, die von iTunes-Konkurrenten stammten. Das erklärte Anwalt Patrick Coughlin am Mittwoch vor einem Gericht in Oakland. Dort läuft derzeit ein neuer Kartellprozess gegen Apple. Konkret geht es um angebliche Absprachen, die dafür gesorgt haben, dass Musik des iTunes-Konkurrenzdienstes Musicmatch nicht auf dem iPod funktionierte.

Musik von Drittanbietern wurde ohne weitere Infos gelöscht

"Ihr habt euch dafür entschieden, den Kunden die schlimmste Nutzererfahrung zu bieten und ihre Musiksammlung zu zerstören", warf Coughlin Apple vor. Laut dem Anwalt lief die heimliche Song-Löschung folgendermaßen ab: Wenn ein iPod-Nutzer Musik von einem iTunes-Konkurrenten heruntergeladen hatte und seinen MP3-Player mit der iTunes-Bibliothek synchronisieren wollte, erschien eine Fehlermeldung. In dieser wurde der Nutzer dazu angewiesen, das Gerät auf Werkseinstellungen zurückzusetzen. Danach waren alle Songs verschwunden, die nicht bei iTunes gekauft wurden.

Apple: Wir wollten unsere Kunden "nicht verwirren"

Apple rechtfertigte das Vorgehen im Kartellprozess mit Sicherheitsbedenken. Augustin Farrugia, Sicherheitschef des Konzerns, erklärte, dass Apple seine Kunden mit der Löschung der Musik vor Hackern und schadhaften Inhalten schützen wollte. Der Grund für das heimliche Vorgehen sei gewesen, dass die Kunden "nicht verwirrt" werden sollten.