Japan: Irres Fahrrad-Parkhaus kommt direkt aus der Zukunft

Japan ist uns einfach einen Schritt voraus – zumindest, wenn es um die Problematik des Fahrrad-Abstellens geht. Zwar sind Parkhäuser für Drahtesel ja nichts Ungewöhnliches, aber dieses japanische Untergrund-System ist absurd futuristisch. Typisch Japan eben.

Ein Video auf YouTube zeigt uns 74 Sekunden lang, wie man in Japan sein Fahrrad parkt. Ein Nutzer stellt sein Rad vor einer elektronischen und beweglichen Kabine ab. Der Drahtesel fährt automatisch hinein und wird im Inneren von einem mechanischen Greifarm in Empfang genommen. Der düst mit dem Fahrrad in die Tiefe und klinkt das Rad passgenau in einen freien Stellplatz ein. Der gesamte Vorgang dauert nur 13 Sekunden.

Schick überirdisch, praktisch unterirdisch

Das futuristische Fahrrad-Parkhaus bietet Platz für 204 Räder, wie der Hersteller Giken auf seiner Firmenseite schreibt. Obwohl Fahrräder als unkompliziertes und vor allem umweltfreundliches Transportmittel immer beliebter würden, sei der Trend in Japan noch nicht ganz angekommen. Fahrradwege seien Mangelware, außerdem sei es aufgrund der hohen Grundstückspreise schlichtweg zu teuer, Fahrrad-Parkgelegenheiten zu bauen. Die Folge seien achtlos in der Gegend abgestellte Räder, die in ihrer Masse sogar ein "soziales Problem" darstellten, führt der Hersteller weiter aus.

Der Eco Cycle Anti-Seismic Underground Bicycle Park, wie die Anlage mit komplettem Namen heißt, funktioniert mit einem Kartensystem und kostet Nutzer 1800 Yen, umgerechnet etwa 13 Euro im Monat. Übrigens: Die größte Fahrradstation Deutschlands steht in der inoffiziellen Fahrrad-Hauptstadt Münster und bietet Platz für satte 3000 Leezen, wie man den Drahtesel dort traditionell nennt.