Je suis Charlie: Mail an Tim Cook macht iOS-App den Weg frei

Mit der "Je suis Charlie"-App lässt sich ein Zeichen für die Meinungsfreiheit setzen. Mit der "Je suis Charlie"-App lässt sich ein Zeichen für die Meinungsfreiheit setzen. (© 2015 Nice-Matin/iTunes)

Üblicherweise ist es ein langwieriger Prozess, bis eine iOS-App im App Store erscheint. Für die "Je suis Charlie"-Anwendung machte Apple jetzt allerdings eine Ausnahme. Aufgrund einer E-Mail an CEO Tim Cook wurde die Solidaritäts-App nach nur einer Stunde bei iTunes veröffentlicht.

Apple kann auch ganz unbürokratisch. Für die "Je suis Charlie"-App, die bereits seit vergangener Woche im Google Play Store angeboten wird, warf der kalifornische Konzern vielleicht nicht seine Prinzipien über Bord. Aber er drückte ein Auge zu und ersparte der Solidaritäts-App den häufig langwierigen Prüfungsprozess. Laut der Website App Review Times dauert es durchschnittlich zehn Tage, bis eine App im iOS App Store erscheint. Das liegt daran, dass die Anwendung zunächst von Apple getestet und bewertet werden muss. Dass es bei der "Je suis Charlie"-App der französischen News-Seite Nice-Matin so viel schneller ging, lag anscheinend an einer E-Mail der Entwickler an Apple-CEO Tim Cook.

"Je suis Charlie"-App nach nur einer Stunde online

Statt der üblichen zehn Tage dauerte es im Fall der Solidaritäts-App wohl nur eine Stunde, bis sie im App Store zum Download bereitstand. Dem französischen Blog iPhon.fr zufolge baten die Macher der Anwendung Tim Cook um einen beschleunigten Genehmigungsprozess. Nach zehn Minuten erhielten sie eine Antwort von einem Assistenten Tim Cooks, der eine Prüfung innerhalb der nächsten Stunde versprach.

Wer sich die "Je suis Charlie"-App herunterlädt, kann damit ein Zeichen für die Meinungsfreiheit setzen. Mit jedem zusätzlichen Nutzer kommt ein "Charlie" auf der virtuellen Weltkarte der Anwendung hinzu.

Apple zeigt sich mit den Opfern der Terroranschläge solidarisch

Bei der Ausnahme für die App handelt es sich nicht um das erste Zeichen der Solidarität, dass Apple nach den Terroranschlägen von Paris setzte. Der Konzern aus Cupertino zeigte bereits ein "Je suis Charlie"-Banner auf seiner französischen Webseite und spendete 300.000 US-Dollar, damit die verbleibenden Redaktionsmitglieder der Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo die größte Auflage ihrer Magazingeschichte drucken können.