Klage gegen Apple: iPhone 4s durch iOS 9 zu langsam

Ist das iPhone 4s ein Opfer von iOS 9? Ist das iPhone 4s ein Opfer von iOS 9? (© 2015 CC: Flickr/Matthew Pearce)

Apple sieht sich in den USA mit einer Millionenklage verärgerter iPhone 4s-Besitzer konfrontiert. Der Vorwurf: iOS 9 würde das vier Jahre alte Smartphone langsam und nahezu unbrauchbar machen. Der Konzern würde so versuchen, Nutzer zum Umstieg auf ein neues Modell zu zwingen.

Software-Updates für Smartphones sind eigentlich etwas Gutes. Gerade Apple hat in diesem Bereich viel Lob verdient, denn anders als die meisten Hersteller, versorgt der Konzern seine Geräte oft auch Jahre nach dem Release noch mit Software-Aktualisierungen. Dass das vielleicht auch nicht immer die beste Lösung ist, zeigt jedoch ein aktueller Gerichtsfall in den USA. Dort sieht sich Apple laut einem Bericht von AppleInsider aktuell mit einer Millionenklage von iPhone 4s-Besitzern konfrontiert.

iOS 9 soll das iPhone 4s ausbremsen

Hintergrund der Sammelklage sind mehrere Nutzer-Beschwerden, wonach das aktuelle Betriebssystem iOS 9 nicht für das iPhone 4s geeignet sei. Durch die neue Software werde das Smartphone sehr langsam und praktisch unbrauchbar. Die Kläger werfen Apple bewusste Täuschung vor, weil der Konzern das iPhone 4s im Vorfeld als kompatibel mit iOS 9 bezeichnet hätte, obwohl die Software auf dem Smartphone nicht anständig laufen würde. Vor dem Release hatte Apple jedoch damit geworben, dass Performance und Akkulaufzeit mit iOS 9 zunehmen würden.

Hat Apple die Kunden bewusst getäuscht?

Wirklich brisant wird der Fall allerdings erst, weil die Kläger behaupten, dass Apple bereits vor dem Release von iOS 9 über die mangelhafte Performance auf dem iPhone 4s gewusst haben soll. Das Unternehmen hätte das Update dann trotzdem für das mittlerweile vier Jahre alte Modell veröffentlicht, um dessen Lebensdauer absichtlich zu verringern. Apple habe Kunden so indirekt zum Kauf eines neuen Gerätes zu zwingen wollen – so zumindest der Vorwurf. Durch das geschlossene iOS-Ökosystem sei die Chance bei einem Modellwechsel groß, das Besitzer eines iPhone 4s zu einem neueren iPhone wechseln würden, anstatt auf ein anderes Betriebssystem umzusteigen.

Zudem kritisieren die Kläger, dass es nicht mehr möglich sei, ein Downgrade von iOS 9 auf eine ältere Version wie etwa iOS 8.4 durchzuführen. Apple bietet die Möglichkeit zum Downgrade traditionell immer nur für eine begrenzte Zeit an. Schon wenige Wochen nach dem Release einer neuen Software stellt der Konzern den Support für die Vorgängerversion ein. Die Möglichkeit, ein Downgrade durchzuführen, besteht dann nicht mehr.

Gefahr eines Image-Schadens

Insgesamt geht es für Apple um fünf Millionen US-Dollar Schadensersatz. Das ist zwar viel Geld, dürfte für das Unternehmen aber im Notfall zu verkraften sein. Sollte die Sammelklage Erfolg haben, wäre allerdings der Image-Schaden für Apple deutlich höher einzustufen. Im Prinzip dreht sich das Verfahren nämlich um den Vorwurf der geplanten Obsoleszenz von Geräten und die kommt bei Kunden bekanntlich nie gut an.