NASA druckt erstmals 3D-Objekt im Weltraum

Ein kleines Objekt für den Drucker, ein großer Schritt für die Menschheit: Die NASA hat am Dienstagabend das erste 3D-Objekt im Weltall ausgedruckt. Auf diese Weise arbeitet das Projekt "Made In Space" auf die Autarkie von Raumstationen hin.

Letzte Woche wurde ein 3D-Drucker auf der ISS installiert, gestern Abend begannen die Tests des "Made In Space"-Projekts. Gedruckt wurde eine Abdeckung für den Drucker selbst – natürlich mit Hintergedanken. Schließlich will die NASA beweisen, dass benötigte Ersatzteile direkt im Weltall hergestellt werden können. Bisher waren die Astronauten auf Werkzeug- und Ersatzteillieferungen von der Erde angewiesen. Das dauert lange und schränkt den Aktionsradius von Raumstationen ein.

Raumstationen bald unabhängig von der Erde?

Langfristiges Ziel der NASA ist es, dass Raumstationen wie die ISS zu Selbstversorgern werden. Das würde Expeditionen in neuem Ausmaße ermöglichen. Space Shuttles könnten mit weniger Ballast an Bord starten, wenn Werkzeuge nicht auf Verdacht mitgenommen, sondern nur im Bedarfsfall hergestellt werden müssen. Ohne auf die Erde angewiesen zu sein, sind zudem weitere Reisen in die Tiefen des Weltalls denkbar.

Der erste Test mit dem 3D-Drucker stimmte den Projektverantwortlichen Niki Werkheiser positiv. Die Klebeverbindungen scheinen sogar stärker zu sein als erwartet. Ob das tatsächlich der Fall ist, wird 2015 untersucht. Dann senden die Astronauten dieses und weitere im All gedruckte Objekte für ausgiebige Tests zurück zur Erde.