Pluto-Sonde fliegt mit Prozessor aus der ersten PlayStation

In der Pluto-Sonde "New Horizons" steckt ein Prozessor aus der ersten PlayStation von 1994. In der Pluto-Sonde "New Horizons" steckt ein Prozessor aus der ersten PlayStation von 1994. (© 2015 NASA)

In der NASA-Sonde "New Horizons", die am Dienstag Pluto passierte, steckt der Original-Prozessor aus der ersten Sony PlayStation von 1994. Der Chip ist dafür zuständig, Daten wie etwa Bilder zurück zu Erde zu senden.

In der Sonde "New Horizons" arbeitet laut einem Bericht von The Verge der Prozessor MIPS R3000 aus der ersten PlayStation von Sony. Auf dem Chip wurden schon Klassiker wie "Final Fantasy 7" oder "Metal Gear Solid" gespielt. Schon 2006 hatte die NASA den Chip wiederentdeckt, um damit die Triebwerke der Sonde zu kontrollieren, Sensoren zu überwachen und eben Daten vom Pluto zur Erde zu senden.

PlayStation-Prozessor für die Datenübertragung zuständig

Am Dienstag war die Sonde "New Horizons", die etwa so groß wie ein Piano ist, am letzten noch unbesuchten Planeten des Sonnensystems vorbeigeflogen und sendet jetzt die ersten Bilder des historischen Augenblicks – eben mit dem MIPS R3000-Prozessor. Wer etwa die komplexe Gegenwehr von Ruby Weapon in "Final Fantasy 7" herausfordernd empfand, sollte das mit der Steuerung eines Vorbeiflugs am Jupiter unter schwierigen Schwerkraftbedingungen vergleichen – was der kleine Chip aus der PlayStation von Sony anscheinend bravourös gemeistert hat.

Für die NASA-Ingenieure ist es nicht ungewöhnlich, dass man auf erprobte Hardware zurückgreift – auch wenn diese schon etwas betagter ist. Denn es kommt vor allem darauf an, dass die verwendete Computertechnik absolut zuverlässig ist und nicht so sehr auf die absolute Rechenpower. So wird auch die nächste Generation der Orion-Raketen, die vielleicht einmal Menschen zum Mars fliegt, von einem IBM-Prozessor gesteuert, der aus dem Jahr 2002 stammt.

Es gibt eben keinen besseren Beweis der Zuverlässigkeit, als die jahrelange kommerzielle Verwendung. Denn dass eine alte PlayStation von 1994 heute immer noch funktioniert, ist nicht ungewöhnlich. Manchmal setzt die NASA aber auch aktuelle Technik ein, wie etwa die Microsoft HoloLens. Da der PlayStation-Prozessor anscheinend wirklich zuverlässig ist, wird die Sonde auf ihrem Weiterflug sicher noch mehr Daten senden können.