Samsungs Smart TVs zeigen ihren Besitzern ungefragt Werbung

Samsungs Smart TVs stehen innerhalb weniger Tage mehrfach in der Kritik. Samsungs Smart TVs stehen innerhalb weniger Tage mehrfach in der Kritik. (© 2014 CC: Flickr/Karlis Dambrans)

Neuer Ärger um Samsung Smart-TVs: Mehrere Nutzer aus Australien berichten davon, dass ungefragt Werbung auf ihren TV-Geräten abgespielt wird. Das Unternehmen bemüht sich um Schadensbegrenzung, nachdem es erst kürzlich wegen umstrittener Passagen seiner Datenschutzrichtlinie in die Kritik geraten war.

Betroffen von den unerwünschten Werbeunterbrechungen sind nach bisherigen Erkenntnissen ausschließlich User, die Video-Apps der Anbieter Plex oder Foxtel nutzen. Bei den meisten Popups handelt es sich um Pepsi-Werbung. So beschwerte sich beispielsweise ein Nutzer auf Reddit, dass alle 20 bis 30 Minuten eine tonlose Pepsi-Werbung sein TV-Bild überlagere. Ein anderer berichtet in der Community von Foxtel, dass nach 15 Minuten Live-TV eine den halben Bildschirm verdeckende Pepsi-Werbung erscheine. Wurden Filme über die App auf anderen Geräten abgespielt, trat die Werbung nicht auf. Sowohl Plex als auch Foxtel distanzierten sich von der Popup-Werbung und verwiesen auf Samsung.

Eine Samsung-Sprecherin entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten und kommentierte die Vorfälle: Bisher seien ausschließlich Fälle von australischen Nutzern bekannt. Es handele sich dabei um einen Fehler, an dessen Lösung mit Hochdruck gearbeitet werde.

Smart-TVs von Samsung: Ähnliche Vorfälle bereits Anfang 2014

Bereits im Januar 2014 war es zu ähnlichen Beschwerden gekommen. Damals waren Popup-Ads von Yahoo auf den Smart-TVs von Nutzern erschienen. Samsung hatte erklärt, es handele sich um ein Opt-in-Angebot und angekündigt, gemeinsam mit Yahoo an einer Verbesserung des Service zu arbeiten. Um die lästige Werbung loszuwerden, musste eine Option im TV-Menü deaktiviert werden. Diese war allerdings so tief im System versteckt, dass Nutzer sie ohne konkrete Anleitung kaum finden konnten.

Kritik an Datenschutzrichtlinie

Für Samsung ist es bereits die zweite größere Beschwerdewelle innerhalb weniger Tage. Erst kürzlich hatten User das Unternehmen heftig kritisiert, weil Smart TV-Geräte den Nutzer abhören können. Samsung erklärte, dass die entsprechende Formulierung in den Nutzungsbedingungen gängig sei und fehlinterpretiert wurde. Zur Ausführung von Sprachbefehlen könnten diese gegebenenfalls an dritte Unternehmen zur Ausführung des Befehls weitergeleitet werden. Das Unternehmen hat seine Richtlinien nach der Kritik inzwischen überarbeitet.