Schluss mit Piraterie: Sperrt Windows 10 geklaute Spiele?

Geht es Raubkopierern mit Windows 10 an den Kragen? Geht es Raubkopierern mit Windows 10 an den Kragen? (© 2015 Microsoft)

Windows 10 könnte Schluss mit der Piraterie von geklauten Spielen machen. Das neue Betriebssystem ist demnach in der Lage, Raubkopien und unautorisierte Hardware zu erkennen – und möglicherweise den Garaus zu machen. Was bedeutet das für den Nutzer?

Für Raubkopierer könnten mit dem Release von Windows 10 harte Zeiten anbrechen – allerdings wohl nur theoretisch. Wie CNET unter Berufung auf Alphr berichtet, hat Microsoft eine aktualisierte EULA (End User License Agreement) bereitgestellt. Demzufolge erkennt Windows 10 die Piraterie von Spielen oder auch den Einsatz unautorisierter Hardware – möglicherweise sind damit Gamepads gemeint, die dem Spieler einen Vorteil verschaffen könnten. Windows 10 könnte den geänderten Nutzungsbedingungen zufolge bei Bedarf Einstellungen an der Konfiguration vornehmen. Die Zustimmung der Nutzungsbedingungen ist für den Einsatz von Windows 10 obligatorisch.

Windows 10-Passus schon alt und stammt noch von Xbox Live

Die neuen Bestimmungen haben im Internet hohe Wellen geschlagen, könnten sich letztlich jedoch als weniger schlimm herausstellen als ursprünglich vermutet. So stellte Windows 10-Produktmanager Boris SchneiderJohne auf Twitter klar, dass der entsprechende vermeintliche "Raubkopier"-Passus schon alt sei – und ursprünglich noch aus frühen Xbox Live-Zeiten stammt. Der Gedanke von Microsoft gilt also nicht primär möglichen Raubkopien, sondern vielmehr der Verhinderung von Cheating in Onlinegames. Im Zuge der Veröffentlichung von Windows 10 wurde der entsprechende Abschnitt einfach in die EULA übernommen. Ist Windows 10 also doch nicht die so oft kolportierte Datenkrake? Das wird die Zeit noch zeigen.

Übrigens: Auch Konkurrent Sony hat für seine PS4-Konsole, die bald ein großes Update spendiert bekommt, ähnliche Bestimmungen in die Nutzungsbedingungen integriert. Wer von solchen Lizenzvereinbarungen verschont bleiben will, für den könnte die Ouye-Konsole aus China interessant sein. Für die Konsole, die offenkundig aus PS4 und Xbox One zusammengemixt wurde, dürften solche restriktiven Nutzungsbedingungen wahrlich ein Fremdwort sein.