So sieht Nordkoreas neues Betriebssystem aus

Ob Nordkoreas Diktator Kim Jong-un sich hier über die Funktionen von Red Star freut? Ob Nordkoreas Diktator Kim Jong-un sich hier über die Funktionen von Red Star freut? (© 2015 picture alliance / dpa)

Nordkorea arbeitet schon seit 2002 an einem eigenen Betriebssystem namens Red Star, das die Oberfläche von Windows nachahmte. In der neuen Version 3.0 scheinen die Macher jedoch Apples Mac OS X als großes Vorbild entdeckt zu haben.

Nordkorea hat vor Kurzem die neue Version seines eigenen Betriebssystems Red Star fertiggestellt. Wie The Next Web berichtet, orientiert sich die Version 3.0 nicht mehr wie früher an Microsofts Betriebssystem Windows, sondern hat diesmal Apples Mac OS X zum Vorbild. Nordkoreas Red Star, das auf dem quelloffenen Linux fußt, hat zudem einen eigenen Firefox-basierten Webbrowser namens Naenara, was auf Deutsch so viel wie "Mein Land" heißt.

Red Star beherrscht immer noch Anwendungen aus Windows 3.1

Kurios: Das nordkoreanische Betriebssystem beinhaltet sogar eine Art Emulator, mit dem der Nutzer Anwendungen von Windows 3.1 aus dem Jahr 1993 starten kann. Das Red Star OS wurde ab 2002 von Nordkorea entwickelt, um nicht mehr von englischsprachigen Windows-Versionen abhängig zu sein. Zu den vorinstallierten Anwendungen gehören unter anderem ein Texteditor, ein E-Mail-Programm und ein Media-Player.

Nordkoreanisches OS auf westlichen Torrent-Seiten aufgetaucht

Red Star wurde angeblich vom Korea Computer Center (KCC) in Pjöngjang entwickelt, dank Leaks auf mehreren Torrent-Seiten können laut Gizmodo nun auch Nutzer im Westen einen Blick auf die neue Version der Software werfen. Ob eine Installation des 2,6 Gigabyte großen Betriebssystems aber wirklich ratsam ist, scheint zweifelhaft. Immerhin ist der Ursprung der Torrent-Version unklar, zudem kommt das OS standardmäßig in Koreanisch und kann nur mit viel Aufwand auf Englisch umgestellt werden.