Sony-Filme im Netz: Steckt Nordkorea dahinter?

Der Film "Annie" startet in Deutschland erst im Januar 2015. Der Film "Annie" startet in Deutschland erst im Januar 2015. (© 2014 YouTube/SonyPicturesGermany)

Nach dem Hackerangriff auf Sony Pictures in der vergangenen Woche tauchten am Wochenende vier Filme des US-Studios in hoher Qualität im Internet auf. Drei davon sind bislang noch nicht einmal im Kino gelaufen. Einem Medienbericht zufolge könnten die Hacker eine Verbindung nach Nordkorea haben.

Die Blockbuster "Annie", "Fury", "Mr. Turner" und "Still Alice" sind nach dem Hackerangriff auf Sony Pictures auf Torrent-Seiten im Internet aufgetaucht. Dabei haben alle diese Filme – bis auf "Fury" – ihren offiziellen Kinostart noch vor sich. Dafür, dass die für den Hack verantwortliche Gruppe #GOP ("Guardians of Peace") hinter der Veröffentlichung der Dateien steckt, gibt es bislang zwar keine Beweise. Verschiedenen Medien, darunter dem Technikportal Engadget, liegt jedoch eine E-Mail des angeblichen #GOP-Bosses vor. Darin übernimmt die Hacker-Gruppe die Verantwortung für den Leak.

Sony Pictures vermutet nordkoreanische Internetkriminelle hinter dem Angriff

Ist die E-Mail echt, könnte das weitreichende Konsequenzen für Sony Pictures haben. Denn in der Nachricht an den Film- und Fernsehvertrieb ist von bis zu "100 Terrabyte" an Daten die Rede, die angeblich im Besitz von #GOP seien.

Wer genau hinter dieser Hackergruppe steckt, ist weiterhin unklar. Einem Bericht von re/code zufolge untersucht die amerikanische Sony-Tochter allerdings einen möglichen nordkoreanischen Hintergrund. Denn die Attacken auf Sony Pictures fielen zeitlich mit dem Release von "The Interview" zusammen. In der Komödie geht es um einen von der CIA geplanten Anschlag auf den nordkoreanischen Führer Kim Jong-Un. Die Propagandamedien des Landes drohten den USA mit Rache, sollte der Film veröffentlicht werden. Nun untersucht Sony Pictures anscheinend, ob der Hackerangriff im nordkoreanischen Auftrag in China ausgeübt wurde.