Steve Jobs ist posthumer Zeuge in Apple-Prozess

Tritt in neuem Gerichts-Video als Zeuge im Kartellrechtsprozess gegen Apple auf: Steve Jobs Tritt in neuem Gerichts-Video als Zeuge im Kartellrechtsprozess gegen Apple auf: Steve Jobs (© 2014 picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs wird im Rahmen eines aktuellen Kartellprozess gegen den iKonzern quasi von den Toten wieder auferstehen. Medienberichten zufolge soll vor Gericht ein bislang nie gesehenes Video gezeigt werden, dass nur wenige Monate vor dem Krebstod von Jobs entstand.

Am Dienstag beginnt im US-amerikanischen Oakland ein neuer Kartellprozess gegen Apple. Konkret geht es um eine mittlerweile zehn Jahre alte Klage gegen die Geschäftspraktiken des Konzern unter Führung von Steve Jobs, die mit dem iPod zu tun haben. In diesem Zusammenhang soll laut CNN auch ein nie vorher gesehenes Gerichts-Video eine wichtige Rolle spielen, dass Steve Jobs kurz vor seinem Tod im Jahr 2011 zeigt. Darin soll sich der Unternehmer in seiner Rolle als Apple-Firmenchef persönlich zu den Vorwürfen äußern.

Hat Apple gegen Kartellrecht verstoßen?

Apple wird vorgeworfen, dass man damals auf dem iPod keine Titel von rivalisierenden Diensten abspielen konnte. Dies könnte als Verstoß gegen das Kartellrecht gewertet werden. Apple soll mit Absprachen dafür gesorgt haben, dass Musik des iTunes-Konkurrenzdienstes Musicmatch nicht auf dem iPod funktioniert. E-Mails von Steve Jobs persönlich aus dem Jahr 2003 sollen das belegen. iPod-Besitzer wären also zur Nutzung von iTunes gezwungen gewesen. Dies soll insbesondere iPods betreffen, die in den Jahren 2006 bis 2009 verkauft wurden.

Geschichte wiederholt sich

Im vergangenen Jahr hatte Apple bereits einen Prozess um Preisabsprachen für elektronische Bücher verloren. Auch hier dienten Äußerungen von Steve Jobs als Beweismaterial. Der aktuelle Fall ist allerdings vergleichsweise harmlos, geht es doch "nur" um 350 Millionen US-Dollar Schadensersatz. Eine im Vergleich zum letzten Apple-Quartalsgewinn in Höhe von 8,5 Milliarden US-Dollar geradezu lächerliche Summe.