Taxi-App Uber sammelt heimlich Daten von Android-Nutzern

Uber verlangt unter Android Zugriff auf viele Informationen des Nutzers. Uber verlangt unter Android Zugriff auf viele Informationen des Nutzers. (© 2014 picture alliance / dpa)

Die Android-App des Mitfahrdienstes Uber soll heimlich Nutzerdaten sammeln, die für ihre Funktion gar nicht notwendig sind. Ein Software-Experte vergleicht die Anwendung bereits mit schädlicher Malware.

Der US-Software-Experte Joe Giron machte am Dienstag in einem Blogeintrag deutlich, dass die Android-App von Uber Zugriff auf extrem viele Nutzerdaten verlangt. Diese seien für die Funktion der Anwendung oftmals gar nicht notwendig. So hat Uber Zugriff auf die Kamera, die Anrufliste und sogar auf den Batteriestand. Auf seinem Blog listet Joe Giron den Programmcode der Uber-Zugriffe auf.

Uber gibt sich wortkarg

Die umfangreichen Zugriffsrechte, die sich Uber herausnimmt, sind kein Geheimnis. Auf der FAQ-Seite zur Android-App führt das Unternehmen sogar selbst einige der Zugriffe auf – allerdings bei Weitem nicht alle. Zu den Enthüllungen von Giron äußerte sich Uber eher wortkarg. "Der Zugriff auf WLAN-Netzwerke und die Kamera sind Teil der App, damit die Nutzer die volle Funktionalität der Uber-Anwendung haben. Das ist nicht nur bei Uber so und natürlich ist der Download der Uber-App freiwillig", erklärte das Unternehmen gegenüber re/code.

Google trägt Mitschuld

Tatsächlich ist Uber nicht allein mit seinem Interesse an den Daten der Nutzer. Auch die Konkurrenz-App Lyft erfordert unter Android viele Zugriffsrechte. Wie re/code feststellt, dürfte auch Google eine Mitschuld an dieser Problematik haben. Entwickler von Android-Apps sind nämlich dazu verpflichtet, die Zugriffsrechte direkt beim ersten Download abzufragen. Die Nutzer haben zudem oftmals nicht die Freiheit, einzelne Berechtigungen zu verweigern.