Taylor Swift zwingt Apple Music zum Umdenken

Taylor Swift: Ihr offener Brief hat Apple zum Umdenken bewegt. Taylor Swift: Ihr offener Brief hat Apple zum Umdenken bewegt. (© 2015 Picture Alliance/ Rolf Vennenbernd)

Nach einem offenen Brief der Popsängerin Taylor Swift rückt Apple offenbar von seinem Plan ab, Musiker während der dreimonatigen Gratisphase von Apple Music nicht zu bezahlen. Swift hatte das Geschäftsmodell des Konzerns in einem offenen Brief scharf kritisiert.

Gegen Taylor Swift hat offenbar auch Apple keine Chance. In einem offenen Brief hatte die Country-Popsängerin am Sonntag das Geschäftsmodell von Apple Music kritisiert, wonach Musiker während der dreimonatigen Gratisphase nicht bezahlt werden sollen. Zuvor hatten bereits mehrere Indie-Label scharfe Kritik an Apples Plänen geäußert.

Offener Brief von Taylor Swift

Auch Swift ging in ihrem offenen Brief vor allem auf die Situation der kleineren Künstler ein, die durch die Geschäftspolitik von Apple um die Bezahlung für ihre Arbeit gebracht würden. "Es geht dabei nicht um mich. Glücklicherweise habe ich bereits mein fünftes Album veröffentlicht und kann mich selbst, meine Band, meine Crew und mein gesamtes Management-Team selbst finanzieren, indem ich Konzerte spiele", so die Sängerin. "Es geht um neue Künstler oder Bands, die hoffen, mit ihren ersten Einnahmen ihre Schulden abbezahlen zu können." Laut Swift sei es unfair, von jemandem zu verlangen, dass dieser drei Monate umsonst arbeiten solle.

Bei Apple selbst scheinen die Worte der 25-Jährigen mächtig Eindruck gemacht zu haben. Nur wenige Stunden, nachdem Swift ihren Brief über tumblr in die Welt gesetzt hatte, meldete sich Apples Vice President Eddy Cue via Twitter zu Wort. Dort gab er bekannt, dass man das Geschäftsmodell noch einmal überdacht habe und die Künstler und Labels nun auch während der dreimonatigen Gratisphase bezahlen wolle. Wie genau Apple die Künstler während der Gratisphase von Apple Music entschädigen möchte, teilte Cue in seinem Twitter-Posting jedoch nicht mit. Möglich ist aber, dass sich der Konzern in Kürze mit einem eigenen Statement zu Wort melden wird.

Auch mit Spotify hat sich Swift schon angelegt

Noch unklar ist zum jetzigen Zeitpunkt, ob auch Taylor Swifts neues Album "1989" bei Apple Music veröffentlicht wird. Vor der Veröffentlichung ihres Briefs hatte die Künstlerin angekündigt, ihr neues Album nicht bei Apple Music anzubieten, um damit ein Zeichen gegen die Geschäftspraktiken von Apple Music zu setzen. Nun, da Apple offenbar bereit ist einzulenken, könnte vielleicht auch Swift ihre Entscheidung noch einmal überdenken. In der Vergangenheit hatte sich die Sängerin unter anderem auch mit Spotify angelegt und die werbefinanzierte Gratisversion des Dienstes als Entwertung von Musik bezeichnet. Seit 2014 sind die Alben von Taylor Swift deshalb nicht mehr bei Spotify verfügbar.