TomTom entwickelt Karten für selbstfahrende Autos

TomTom erstellt neue Navi-Karten für die Routenplaner selbstfahrender Autos. TomTom erstellt neue Navi-Karten für die Routenplaner selbstfahrender Autos. (© 2015 Flickr/Kārlis Dambrāns)

Der Navi-Spezialist TomTom entwickelt zusammen mit Bosch Karten für selbstfahrende Autos. Bis zum Ende des Jahres will die niederländische Firma alle Autobahnen und vergleichbare Straßen in Deutschland mit hochpräzise abdecken, um die Technik dann möglicherweise auf Europa und Nordamerika auszudehnen.

Selbstfahrende Autos sind derzeit ein Trend und werden von Firmen wie etwa Google und vermutlich auch Apple entwickelt. Aber auch traditionelle Autohersteller wie etwa Mercedes-Benz oder Chevrolet erforschen Fahrassistenten oder haben bereits Prototypen gebaut, die schon jetzt fahrtüchtig sind. "Nur mit hochpräzisen Karten wird das autonome Fahren auf Autobahnen ab dem Jahr 2020 möglich sein", so Bosch-Vorstand Dirk Hoheisel in einer Pressemitteilung.

TomTom: Neue Navi-Karten müssen detaillierter sein

Der Navi-Hersteller TomTom sagt, dass die neuen Karten wesentlich detaillierter sein müssen als das normale Routenplaner-Material des Unternehmens. Die Genauigkeit wird im Dezimeter-Bereich liegen und es müssen außerdem genug Informationen enthalten sein, damit ein Auto beispielsweise "sehen" kann, auf welcher Fahrspur es sich befindet und wo bestimmte Straßenmarkierungen liegen. Geplant ist außerdem, dass selbstfahrende Autos alle neuen Informationen über Straßen an einen zentralen Server senden sollen, über den dann andere Wagen mit der entsprechenden Routenplaner-Ausrüstung über die Veränderungen informiert werden können.

Momentan sieht es so aus, als würden Bosch und TomTom Karten und die Technologie für selbstfahrende Autos an andere Unternehmen verkaufen wollen. Für TomTom, dessen Navi-Kerngeschäft in den letzten Jahren zusammengebrochen ist, könnte dieser Schritt die Rettung bedeuten. Zumal die Technologie insgesamt schon recht weit fortgeschritten ist. Die neuen Karten werden derzeit beispielsweise schon auf der A81 zwischen Würzburg und Singen in Baden-Württemberg getestet.