TURN ON Innovation: Hoverboard – nicht nur für Akrobaten

Kickstarter Hoverboard Kickstarter Hoverboard (© 2015 Hoverboard Technologies)

Seit dem Kino-Kracher "Zurück in die Zukunft 2" träumen alle Skater – und nicht nur die – vom schwebenden Hoverboard. Nach diversen Anläufen gibt's jetzt auf Kickstarter ein Projekt für ein Bord. Das hat zwar immer noch ein Rad und schwebt nicht – aber manchmal sieht es wenigstens so aus.

Nach diversen Hoverboard-Projekten – zuletzt auch ein sehr ambitioniertes vom Autohersteller Lexus – gibt's jetzt auf Kickstarter einen neuen Anlauf für ein futuristisches Skateboard unter der simplen Bezeichnung "Hoverboard". Dieses Brett schwebt zwar nicht – es soll sich aber so anfühlen, wenn man darauf steht und fährt. Denn es hat nur ein einziges großes Rad in der Mitte und wird – etwa wie ein Segway oder das IO Hawk – per Elektronik automatisch im Gleichgewicht gehalten.

Kickstarter Hoverboard
Das Kickstarter-Hoverboard: In der Mitte ist ein Rad, das Gleichgewicht wird elektronisch geregelt. (© 2015 Hoverboard Technologies)

Hoverboard: Skaten nicht nur für Akrobaten

Diese Entwicklung, Einräder und andere Fahrzeuge, die früher nur von gelenkigen Akrobaten beherrscht werden konnten, per elektronischer Steuerung für jedermann zugänglich zu machen, finde ich sehr spannend. Selbst die irrsten geräderten Konstruktionen scheinen nun möglich. Ich denke da auch an die Einräder aus "Star Wars" – natürlich ohne Laserwaffen. So etwas gab es zwar auch schon früher, aber jetzt könnte es sich wirklich auf breiter Front durchsetzen.

Kickstarter Hoverboard
Das Board ist bis zu 25 Stundenkilometer schnell. (© 2015 Hoverboard Technologies)

Das neue Kickstarter-Hoverboard schwebt also absolut nicht, aber geht auch so ganz schön ab: Bei knapp 20 Kilometern Reichweite mit einer Akkuladung fährt es bis zu 25 Stundenkilometer schnell. Den Akku neu zu laden dauert pro gefahrenem Kilometer etwa 2,5 Minuten, insgesamt also rund 50 Minuten, um das Gerät wieder komplett aufzuladen. Das alles sind natürlich die Angaben des Herstellers Hoverboard Technologies aus Kalifornien, deren Chef der Erfinder Robert Bigler ist – und der mich irgendwie an Doc Brown aus dem Hoverboard-Film "Zurück in die Zukunft 2" erinnert.

Sonar kontrolliert den Abstand zum Boden

Um das Gleichgewicht zu halten, ist in das Board ein Sonar eingebaut, das jederzeit den Abstand zum Boden misst. Enthalten sind auch Lautsprecher, ein Anschluss um andere Geräte oder Boards laden zu können, eine Ladeanzeige und eine programmierbare bunte Beleuchtung. Damit hat auch das Auge seine Freude am Fahren.

Kickstarter Hoverboard
Ein Sonar kontrolliert den Abstand zum Boden. (© 2015 Hoverboard Technologies)

Die Antriebseinheit, also das Rad in der Mitte des Boards, das sich Bigler und seine Ingenieure ausgedacht haben, kann entfernt werden und ist gleichzeitig ein sogenannter Direct-Drive-Motor, bei dem die Bewegung direkt auf die Antriebswelle übertragen wird. Moderne Waschmaschinen – meine zum Beispiel – haben auch solche Triebwerke, die verschleißärmer und besonders langlebig sein sollen. In der Antriebseinheit stecken auch die Kugellager und die Lagesensoren, die für die Stabilisierung benötig werden. Im Antrieb können diverse Daten gespeichert werden, sodass die Einheit nicht nur lernen kann, sondern diese Daten auch behält. Künftig könnten so auch andere Antriebseinheiten mit verschiedenen technischen Daten gebaut werden. Klar, dass der Antrieb das teuerste Teil am Hoverboard darstellt.

Besitzer können das Board selbst programmieren

Zusätzlich kann die Einheit auch programmiert werden, sodass etwa bestimmte Sicherheitseigenschaften dort gespeichert und verarbeitet werden. Der Besitzer kann auf diesem Weg auch Einfluss auf das Fahrverhalten seines Boards nehmen. Außerdem ist eine Diebstahlsicherung eingebaut. Wenn das Board gestohlen wird, kann der Hersteller es abschalten, sodass der Dieb nichts damit anfangen kann. Gesteuert werden kann die Elektronik – natürlich – per Smartphone-App, wo man Einfluss auf diverse Parameter nehmen kann.

Kickstarter Hoverboard
Mit einer App kann das Hoverboard programmiert und eingestellt werden. (© 2015 Hoverboard Technologies)

Klar, so viel ausgeklügelte Technik hat ihren Preis: Wer sich jetzt bei Kickstarter für eines der ersten hundert Boards einträgt, bekommt das voraussichtlich im Januar 2016 geliefert und muss dafür ohne Versand 3775 US-Dollar locker machen. Noch sind reichlich Plätze in der ersten Produktwelle da – wie auch das komplette Projekt noch nicht finanziert ist. Von den 500.000 Dollar, die benötigt werden, sind bislang zwar erst gut 75.000 Dollar eingetrieben, aber es sind auch noch 27 Tage bis zum Ziel und Kickstarter hat das Projekt als "Staff Pick" besonders hervorgehoben. Anscheinend gibt's auch bei der Finanzierungsplattform Hoverboard-Fans.

Skaten ohne wunde Knie und blaue Flecken

Mir ist das viel zu teuer, ausprobieren würde ich es aber gerne, weil ich immer versucht habe, Skateboard zu lernen, mich aber diesbezüglich als ziemlicher Grobmotoriker erwiesen habe. Vielleicht hatte ich auch einfach immer Angst vor den unweigerlichen wunden Knien und blauen Flecken, die man sich beim Skaten holt. Mit dem Wundergerät Hoverboard könnten auch Skateboard-Neulinge wie ich durch die Lande cruisen, ohne sofort auf die Nase zu fallen.