TURN ON Innovation: Modulare Smartwatch Blocks im Anmarsch

Die Smartwatch Blocks setzt auf praktische Module. Die Smartwatch Blocks setzt auf praktische Module. (© 2015 Blocks Wearables)

Blocks ist die erste modulare Smartwatch der Welt. Das Wearable verfügt im Gehäuse nur über diverse Grundfunktionen. Alle weiteren Features lassen sich je nach Bedarf nachrüsten. Das Kickstarter-Projekt wurde in Rekordzeit finanziert, das Interesse an der Smartwatch riesig.

Smartwatches sind heute allgegenwärtig, einen kleinen Hype löste die Apple Watch aus. Im Mainstream angekommen sind die cleveren Wearables indes noch nicht. Zu unflexibel, zu kurze Laufzeit, zu eingeschränkt. Ein Crowdfunding-Projekt auf Kickstarter ruft jedoch ein enormes Interesse hervor. Ein britisches Start-up buhlt mit seiner Smartwatch Blocks um die Gunst der Finanzierer – sehr erfolgreich übrigens. So wollten die Macher auf Kickstarter 250.000 US-Dollar für die Realisierung des Projekts einsammeln. Nach rund 14 Stunden hatte man jedoch bereits 450.000 US-Dollar zusammen. Ein sensationeller Erfolg und zugleich ein riesiger Vertrauensvorschuss.

Die erste modulare Smartwatch der Welt

Blocks ist die erste modulare Smartwatch der Welt, heißt es auf der Plattform. Dabei verfolgt die smarte Uhr einen innovativeren Ansatz als die meisten anderen Hersteller. Der Clou an der Sache: Die Briten setzen bei ihrem Projekt auf eine Konstruktion, die einzigartig ist. So beschränkt sich die Smartwatch selbst lediglich auf grundsätzliche Funktionen.

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Die Smartwatch Blocks geht neue Wege und setzt auf Module. (© 2015 BLOCKS Wearables Ltd)
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Ein Pulsmesser-Modul soll zum Start des Projekts zur Verfügung stehen. (© 2015 BLOCKS Wearables Ltd)
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Das Wechseln der Module soll einfach und ohne Werkzeug gelingen. (© 2015 BLOCKS Wearables Ltd)
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Sogar ein Abenteuermodul wird es geben. (© 2015 BLOCKS Wearables Ltd)
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Fitness-Fans kommen ebenfalls nicht zu kurz. (© 2015 BLOCKS Wearables Ltd)

Dazu gehören das Display, Prozessor, Arbeitsspeicher, Bluetooth, WLAN, Akku und diverse Sensoren. Alle weiteren Features sollen sich, zumindest in der Theorie, ganz einfach nachrüsten lassen. Google plant mit Project Ara etwas Vergleichbares – allerdings nicht als Smartwatch, sondern als Smartphone.

Diverse Zusatzmodule sorgen für zusätzliche Features

Für die Blocks sollen in Zukunft viele zusätzliche Module – auch von Drittanbietern – erhältlich sein. Diese fungieren als einzelne Armbandglieder, die nur noch zusammengesteckt werden müssen. Zum Release machen fünf Module den Anfang. Ein zusätzlicher Akku verspricht etwa 20 Prozent längere Laufzeit. Gesundheitsfreunde werden den Pulsmesser zu schätzen wissen, für Fitness-Fans gibt es ein Modul mit eigenem GPS-Empfänger. Zudem gibt es ein NFC-Modul und ein sogenanntes Abenteuermodul, das Höhe und Luftdruck anzeigen soll.

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Dank austauschbarer Module sind die Möglichkeiten fast unbeschränkt. (© 2015 BLOCKS Wearables Ltd)

Zukunftsmusik: SIM-, Fingerabdruck- und LED-Modul

Das Start-up arbeitet und entwickelt zudem bereits weitere Module, die zum Start allerdings noch nicht verfügbar sein werden. So ist ein SIM-Modul in Planung, Textnachrichten wären dann gar ohne Smartphone möglich. Ein Fingerabdruck-Modul für Zahlungsvorgänge ist ebenfalls in der Pipeline. Eine LED-Erweiterung könnte Licht im Dunkeln ermöglichen oder auch visuelle Benachrichtigungen darstellen. Damit nicht genug: Ein programmierbarer Button soll eine individuelle Belegung gewährleisten. Ein SOS-Button ist ebenso denkbar wie eine Steuerung der Musik.

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Manche Module sind in Planung, andere noch Zukunftsmusik. (© 2015 BLOCKS Wearables Ltd)
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Auch Entwickler sollen Module über eine Plattform verkaufen können. (© 2015 BLOCKS Wearables Ltd)
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Die Smartwatch samt Modulen wird es in drei Farben geben. (© 2015 BLOCKS Wearables Ltd)

Der Austausch von Modulen soll sich recht einfach gestalten – Werkzeug oder besondere technische Kenntnisse werden wohl nicht notwendig sein. Ein Democlip führt die Funktionsweise vor und unterstreicht die einfache Handhabung. Natürlich kann die Smartwatch nicht mit beliebig vielen Modulen zeitgleich erweitert werden. Es kommt auf den Umfang des Handgelenks an, etwa vier bis fünf Module werden sich an dem eigentlichen Wearable befestigen lassen.

Smartwatch Blocks mit Snapdragon 400 und 512 MB RAM

In puncto Technik setzt die Smartwatch Blocks auf den Qualcomm-Prozessor Snapdragon 400. Als Arbeitsspeicher stehen 512 MB RAM zur Verfügung, die interne Speicherkapazität beträgt 4 GB Flash. Das runde Display – ursprünglich war auch noch ein quadratischer Screen angedacht – verfügt über eine Diagonale von 1,35 Zoll. Die Auflösung beträgt 360 x 360 Bildpunkte. Der Akku bietet eine Kapazität von 400 mAh. Ein Mikrofon ist ebenfalls integriert, genauso wie eine Vibrationsfunktion.

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Das sind die Features der eigentlichen Smartwatch. (© 2015 BLOCKS Wearables Ltd)

Modifizierte Android-Version kommt auf der Watch zum Einsatz

Als Betriebssystem kommt Android zum Einsatz, allerdings in einer modifizierten Version. Der Download von Apps soll möglich sein, allerdings nur über einen separaten App Store auf einem Begleitprogramm. Für Entwickler wird es ein passendes SDK geben. Die Watch ist kompatibel mit iOS- und Android-Geräten. Blocks ist nach IP67 gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Eine IP68-Zertifizierung ist das Ziel der Briten. Dann soll es sogar möglich sein, mit der Smartwatch schwimmen zu gehen. Bis dahin dauert es allerdings noch ein wenig.

Wenn alles nach Plan läuft, soll die Auslieferung der modularen Smartwatch im Mai 2016 beginnen. Das Grundmodul mit Armband kostet 195 US-Dollar. Für 250 US-Dollar bekommt man das Wearable gleich mit vier Modulen nach Wahl. Für potenzielle Unterstützer stehen zudem noch viele andere Packages zur Verfügung.