TURN ON Talk: Wozu noch illegal herunterladen?

Jens meldet sich alle zwei Wochen mit seiner Kolumne zu Wort. Jens meldet sich alle zwei Wochen mit seiner Kolumne zu Wort. (© 2015 TURN ON)

eMule, torrent.to, kinox.to, Rapidshare – wir kennen sie alle! Einige von uns haben sogar mit dem musealen WinMX eine halbe Stunde MP3-Songs heruntergeladen oder mehrere Tage Kilobytes für qualitativ schlimme Kino-Rips gesaugt. Doch der Trend geht immer mehr zum legalen Konsum.

Jetzt mal ehrlich – wozu soll man heute noch illegal Daten herunterladen? Wenn man sich die einschlägigen Portale ansieht, erkennt man einen angenehmen Trend: illegale Inhalte haben zwar immer noch ein Publikum, werden aber im Verhältnis weitaus weniger genutzt. Das Darknet (Usenet und Co.) sind davon jetzt mal komplett ausgenommen. Natürlich gibt es kaum offizielle Zahlen solcher Portale, doch anhand von Kommentaren und Onsite-Download-Countern kann man sich ein ungefähres Bild machen.

In Zeiten von Netflix, Amazon Instant Video, Juke, Maxdome, Watchever, Spotify und so weiter ist das bequeme Zahlen und nutzen einer Flatrate um Längen entspannter als sich nervige Programme zu installieren, komplizierte Einstellungen vorzunehmen und am Ende eine defekte Datei oder extrem schlechte Qualität zu laden. Wer einen 4K-Fernseher hat, will darauf keinen 640p-Film abspielen. Spätestens, wenn man dann Monate später (berechtigte) Post von einem Anwalt erhält, hört der Spaß am kostenlosen Vergnügen auf und geht um einiges mehr ins Geld als ein einfacher Besuch im Kino.

Illegale Downloads nur noch zu Test-Zwecken?

Doch wie ist der aktuelle Stand? Warum lädt man noch illegal Filme/Serien/Spiele/Programme aus dem Netz? Zum einen möchten viele ein Programm vollständig nutzen, um es einschätzen zu können. Gerade bei Windows gibt es zwar viele Demos, richtig nutzen kann man das Programm dann aber nicht. Man bekommt zwar einen Einblick in den Funktionsumfang, sich einen Eindruck zu schaffen klappt aber trotzdem kaum.

Bei Musik kann man sich mittlerweile ganz entspannt online (aber auch offline im Handel) diverse MP3-Snippets anhören. Das hilft schon bei der Kaufentscheidung. Wenn sich allerdings physische und digitale Alben auf dem gleichen Preisniveau befinden, fehlt einem Konsumenten schlicht das Verständnis. Mittlerweile hat sich zum Glück auch das verbessert.

Smartphone-Apps haben dagegen ein ganz anderes Eigenleben. Viele gecrackte Spiele oder Programme existieren nur, weil sie dank eines Cracks vollständig offline genutzt werden können. Über das Thema Online-Zwang bei Apps habe ich ja schon ein anderes Mal philosophiert. Bei meinen Recherchen bin ich nicht selten über Kommentare wie diese gestoßen:

  • "Ich hab die App schon lange gekauft, möchte sie aber in der Bahn/offline nutzen."
  • "Von Spiel XYZ gab es leider keine Demo, hab es jetzt anspielen können und kaufe sie mir definitiv!"
  • "Die App gab es in Deutschland nicht, wenn sie verfügbar ist gebe ich gern 5,99 Euro für die tolle Arbeit!"

Seitdem man viel einfacher digitale Inhalte bezahlen kann, steigt der Umsatz: Egal ob AppStore, Amazon, eBay oder Elektro-Fachgeschäft. Davon profitieren alle! Eine gecrackte Datei oder ein Serial-Cracker beherbergt zudem eine große Gefahr: Niemand kann bestätigen, dass die Datei sicher ist und auf eurem System keine Hintertür versteckt.

Am Ende muss jeder selber wissen, was er macht. Ich kaufe mir lieber Apps im Play Store, Spiele auf Steam, Origin und Co. und Musik bei Amazon, iTunes oder im Handel. Macht das mal! Wenn man physisch etwas kauft, bekommt es einen ganz anderen Wert! In Zeiten der Digitalisierung keine schlechte Sache.

Alex und Jens sind nicht nur auf YouTube für TURN ON aktiv und testen dort die neuesten Produkte. Die beiden kommentieren hier wöchentlich auch schriftlich aktuelle Entwicklungen, Produkte oder Trends aus der Tech-Welt.