US-Firma fertigt individuelle Urnen mit 3D-Drucker

Was man mit 3D-Druckern mittlerweile herstellen kann, ist manchmal gewöhnungsbedürftig. Was man mit 3D-Druckern mittlerweile herstellen kann, ist manchmal gewöhnungsbedürftig. (© 2014 picture alliance / dpa)

An den Tod denkt niemand gern. Eine findige US-Firma hat nun aber auf dem ungeliebten Gebiet der Totenbestattung ein neues Geschäftsmodell für sich entdeckt: Sie fertigt individuelle Urnen mit einem 3D-Drucker an.

Cremation Solutions heißt die amerikanische Firma, die eine Vielzahl unterschiedlichster Urnen anbietet – von pietätvoll schlicht bis grenzwertig kitschig. Wem das vorhandene Angebot aber noch nicht reicht, der kann sich ein ganz individuelles Aschebehältnis fertigen lassen. Mit einem 3D-Drucker stellen die Spezialisten eine Urne nach Maß her. Kostenpunkt: Ab 100 Dollar.

Verschiedene Urnen für den individuellen Geschmack

Damit wirklich jeder Interessent seine Wunsch-Urne bekommt, stehen verschiedene Angebote und Preismodelle zur Auswahl. Für 100 Dollar wird das Antlitz des Verstorbenen auf den Körper einer Actionfigur gesetzt – zur Wahl stehen hier etwa Superman, ein Roboter oder das Biker Girl. Sie fassen einen Teelöffel der Asche des Verstorbenen. Ach ja: Das Haar der Figur kostet extra.

In der nächsthöheren Preiskategorie von 600 Dollar erhält der Kunde für sein Geld ein dreidimensionales Konterfei in Miniatur. Dafür brauchen die Experten lediglich zwei möglichst detaillierte Fotos der jeweiligen Person. Auch so ein Miniatur-Kopf fasst aber nicht die komplette Asche eines Verstorbenen. Deswegen raten die Macher gleich zum Kauf eines lebensgroßen 3D-Modells. Das schlägt dann mit 2700 Dollar zu Buche.

Ein ähnliches Angebot für Deutschland ist übrigens nahezu ausgeschlossen. Hier herrscht Friedhofszwang – das bedeutet, dass eine Urne mit der Asche des Verstorbenen nicht zuhause aufbewahrt werden darf. Nur ganz kleine Mengen aus symbolischen Gründen sind erlaubt.

3D-Drucker in immer mehr Lebensbereichen

Auch wenn es zunächst seltsam anmutet, ist der Vorstoß der 3D-Technologie in das Bestattungswesen doch nur ein logischer Schritt. Denn 3D-Drucker halten Einzug in immer mehr Lebensbereiche. So experimentiert die NASA gerade mit 3D-Druck im Weltraum, um Astronauten langfristig unabhängig von Werkzeug- und Ersatzteillieferungen von der Erde zu machen.