Veraltetes Windows XP im Bundestag kostet 120.000 Euro

Runterfahren wäre besser: Auf vielen Regierungsrechnern läuft noch Windows XP. Runterfahren wäre besser: Auf vielen Regierungsrechnern läuft noch Windows XP. (© 2014 picture alliance / dpa Themendienst)

Viele Rechner im Bundestags nutzen noch immer das veraltete Betriebssystem Windows XP. Das ist nicht nur peinlich für ein Land, das sich gerne als bestens gerüstet für die digitale Zukunft gibt, es kommt uns alle auch teuer zu stehen. 

Wie das Handelsblatt berichtet, würden viele Abgeordnete und Verwaltungsmitarbeiter im Bundestag auf ihren Arbeitsrechnern noch immer das völlig veraltete Windows XP nutzen, das vor satten 13 Jahren auf den Markt kam. Wie viele der 7300 Bundestagsrechner davon betroffen sind, wurde nicht im Detail bekannt. Damit einhergehende Sicherheitsrisiken sind die eine Sache – Kosten von knapp 120.000 Euro eine andere.

Hohe Kosten wegen Zusatzvertrags

Da Hersteller Microsoft im April 2014 den Support für Windows XP eingestellt hat, liefert der Konzern keine Sicherheitsupdates mehr aus. Das bedeutet konkret: Durch fehlende Entwickler-Unterstützung könnten sich gravierende Sicherheitslücken auftun. Damit Hacker diese nicht ausnutzen, habe die Bundestagsverwaltung einen Zusatzvertrag mit Microsoft abgeschlossen, schreibt das Handelsblatt weiter. Demnach werde der US-Konzern weiterhin gewährleisten, dass Windows XP korrekt und einwandfrei funktioniere. Und das lassen sich die IT-Experten gut bezahlen, nämlich mit 100.000 Euro plus 19 Prozent Steuern, also genau 119.000 Euro. Diese Kosten trägt der Steuerzahler.

Sieben Jahre Zeit für die Umstellung

Nun kann man so etwas wie eine Systemumstellung vielleicht mal im stressigen Alltag vergessen. Allerdings ist doch verwunderlich, dass die Bundesregierung für den weiteren Support nun zahlen muss, denn für die Umstellung hatte sie immerhin sieben Jahre Zeit. Bereits 2007 kündigte Microsoft an, die Produktpflege für Windows XP 2014 einzustellen.