Werbefreier Facebook-Klon Ello bekommt eigene iOS-App

Der Facebook-Konkurrent "Ello" ist völlig werbefrei und will dennoch Profit machen. Der Facebook-Konkurrent "Ello" ist völlig werbefrei und will dennoch Profit machen. (© 2015 Ello)

Die Facebook-Alternative Ello verkauft weder Nutzerdaten noch Werbung – und will trotzdem profitabel werden. Die für den 18. Juni angekündigte App für iOS könnte dabei helfen.

Schon nächste Woche können iOS-Nutzer die kostenlose Ello-App aus dem Apple App Store herunterladen, zitiert das Portal Venturebeat eine Unternehmens-Mail. Doch warum sollten Nutzer von Facebook oder anderen sozialen Netzwerken überhaupt zu Ello wechseln wollen? Ello richtet sich besonders an Personen, welche von Facebook und Co. die Nase voll haben. Datenweitergabe, Werbeflut und Klarnamenzwang gibt es hier nicht - und das soll künftig auch so bleiben.

Woher kommt das Geld für Ello?

Bleibt die Frage, wie man ein solches Netzwerk finanzieren will. Ello-Gründer Paul Busnitz konnte offenbar schon eine Menge Investoren von der Rentabilität überzeugen: Im vorigen Jahr sammelte der Unternehmer immerhin fünf Millionen US-Dollar für seinen Facebook-Konkurrenten. Dieses Jahr kamen weitere fünf Millionen hinzu – genug, um die Entwicklung einer iOS-App zu finanzieren. Eine Android-App für Ello steht bereits auf der Agenda, allerdings noch ohne Termin.

Unterstützung für mehr Plattformen bedeutet mehr Nutzer, welche wiederum mehr Finanzierungs-Chancen eröffnen. Noch versuchen die Gründer Ello durch den Verkauf von allerlei Fan-T-Shirts zu unterstützen. Auf lange Sicht wird dies nicht ausreichen, das ist wohl auch den Machern von Ello bewusst.

Künftig streben die Betreiber deshalb ein "Freemium"-Modell an. Das Bedeutet: Die Basis-Mitgliedschaft soll weiterhin für alle Nutzer kostenfrei sein, während für einige spezielle Funktionen ein Obolus entrichtet wird. Bislang ist allerdings weder bekannt, welche das sein werden, noch wann sie kommen.

Kommt bald die Bezahl-Schranke?

Auch mit der für nächste Woche angekündigten iOS-App ändert sich daran noch nichts. Sie soll offenbar lediglich die Bedienung von Ello für Besitzer von iPhone und iPad erleichtern.

Aber vielleicht dauert nach diesem Schritt nicht mehr lange, bis die Entwickler eine Bezahl-Schranke in gewisse Ello-Bereiche installieren. Ob die Rechnung wirklich aufgeht, bleibt spannend. Sollte es gelingen, wäre Ello das erste größere Internet-Portal, welches ganz ohne Werbung auskommt und keine Non-Profit-Organisation ist.