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Acer 2016: Offensive mit Surface-Killer und High-End-Gaming

Der Predator G1 gehört zu den aktuellen Highlights von Acer.
Der Predator G1 gehört zu den aktuellen Highlights von Acer. (©TURN ON 2016)

Acer gibt sich auf dem schwächelnden PC-Markt angriffslustig. Neben einem waschechten Surface-Killer sind es vor allem die Gaming-Rechner der Predator-Serie, die sich bei der Vorstellung des neuen Produkt-Line-ups in Bestform präsentierten. Wir haben uns die neuen Edel-PCs genauer angeschaut.

Keine Frage: Dem PC-Markt geht es momentan nicht besonders gut. Quartal um Quartal müssen führende Hersteller ihre Verkaufszahlen nach unten korrigieren, weil die Nachfrage schwächelt. Trotzdem herrschte positive, ja geradezu optimistische Stimmung als Acer am Mittwoch zu einem Presseevent nach Hamburg geladen hatte. Für den Hersteller, der seinen Deutschlandsitz im schleswig-holsteinischen Ahrensburg hat, also praktisch ein Heimspiel und auch für die TURN ON-Redaktion war die Vorstellung neuer PC-Modelle mit anschließendem Public Viewing der Fußball-EM-Partien natürlich ein Pflichttermin.

Neuer Schwung für den schwächelnden PC-Markt

Von Trübsal oder Verzagtheit angesichts des schwächelnden PC-Marktes war auf dem Event keine Spur. Passend zur Fußball-EM scheint man sich auch bei Acer auf einige Tugenden aus dem Rasenballsport zu besinnen: Wenn im Zentrum nichts mehr geht, muss der Angriff eben über die Flanken erfolgen – und gerade die sind bei den Taiwanesen derzeit richtig stark besetzt. Da wären auf der einen Seite die sogenannten Convertibles und 2-in-1-Geräte, die mit dem Acer Switch Alpha 12 einen bockstarken Neuzugang zu verzeichnen haben.

Acer Switch Alpha 12: Der wahre Surface-Killer?

Das Gerät, das gleichzeitig Tablet und Laptop ist, geht dabei klar als Konkurrent zum Microsoft Surface Pro 4 auf das Spielfeld. Formfaktor, Verarbeitung, Größe und Ausstattung – alles erinnert an das Vorbild aus Redmond. So gibt es ein 12-Zoll-Display mit maximal QHD-Auflösung, wahlweise Core i5- oder i7-Prozessor mit bis zu 8 GB RAM. Die ansteckbare Tastatur gleicht jener von Microsoft praktisch eins zu eins, ist bei Acer jedoch serienmäßig im Lieferumfang enthalten und auf Wunsch beleuchtet.

 Das Switch Alpha 12 gehört zu den bislang besten Surface-Klonen. fullscreen
Das Switch Alpha 12 gehört zu den bislang besten Surface-Klonen. (©TURN ON 2016)

Überhaupt bietet der Hersteller in fast allen Bereichen etwas mehr als Microsoft – nur nicht beim Preis. Bereits ab 800 Euro ist das Switch Alpha 12 mit Core i5 und 4 GB RAM erhältlich und damit klarer Preis-Leistungs-Sieger im Vergleich zur Konkurrenz. Zusätzlich kann Acer einen weiteren großen Pluspunkt in die Waagschale werfen. Denn dank einer eigens entwickelten Flüssigkühlung kommt das 2-in-1-Gerät selbst mit einem Core i7-Prozessor ohne Lüfter aus und läuft damit leiser als jedes vergleichbare Gerät. Einzig der optional-erhältliche Stylus-Pen spielt nicht ganz in der Microsoft-Liga, denn dieser verbindet sich leider nicht magnetisch mit dem Metallgehäuse des Switch Alpha 12, sondern wird auf Wunsch in eine Schlaufe seitlich an der Tastatur gesteckt.

 Das Switch Alpha 12 mit Stylus, dahinter das neue Notebook Nitro V13. fullscreen
Das Switch Alpha 12 mit Stylus, dahinter das neue Notebook Nitro V13. (©TURN ON 2016)

Setzt man Ausstattung und Verarbeitung des Tablet-Laptop-Hybriden ins Verhältnis zum Preis, so scheint Acer mit dem Switch Alpha 12 ein echter Kracher gelungen zu sein. Interessant wird zu beobachten sein, ob es dem Hersteller gelingt, diese Offensivkraft auf dem Flügel für einen erfolgreichen Angriff zu nutzen. Die Chancen stehen nicht schlecht, denn allgemein zeigte man sich am Mittwoch mit der eigenen Performance auf dem Convertible- und Detachable-Markt sehr zufrieden – laut Acer-Produktmanager Nicholas Dembowski ein Marktsegment, in dem aktuell ein starkes Wachstum zu verzeichnen ist.

Der Predator im Angriffsmodus

Fast noch stärker ist Acer allerdings auf dem anderen Außenflügel besetzt. Dort tummeln sich nämlich die Gaming-PCs der Predator-Serie, die in den vergangenen Monaten schon für einigen Wirbel auf dem Markt sorgen konnten. So brauchte Acer laut Aussagen von PR-Specialist Simone Fritzsche nur sechs Wochen, um nach der Einführung der Predator-Laptops im Winter 2015 deutschlandweit die Marktführerschaft im Segment der Hardcore-Gaming-Laptops zu erobern.

 Der Acer Predator 17 X gehört zu den stärksten Gaming-Laptops der Welt. fullscreen
Der Acer Predator 17 X gehört zu den stärksten Gaming-Laptops der Welt. (©TURN ON 2016)

Ausruhen möchte sich der Hersteller auf diesem Erfolg jedoch nicht und so gab es am Mittwoch mit dem Predator 17 X auch gleich ein neues Spitzenmodell zu sehen. Äußerlich kaum vom bisherigen Predator 17 zu unterscheiden, legt der 17 X in seinem Inneren noch einmal ordentlich zu und hat anstelle der Laptop-Grafikkarte GeForce GTX 980M die eigentlich für Desktop-Computer entwickelte GTX 980 an Bord. Diese beschert dem PC eine Leistung, die im mobilen Bereich bislang allenfalls eine Handvoll Geräte erreichen. Wie stark der Predator 17 X ist, demonstrierte Acer auf seinem Presseevent, indem der Hersteller gleichzeitig eine VR-Brille vom Typ HTC Vive und einen riesigen TV-Screen von dem Computer betreiben ließ.

Leistungstechnisch markiert dieses System die absolute Sperrspitze im Laptop-Segment. Zusätzlich ausgestattet mit einem 4K-Bildschirm und gleich zwei von Acer patentierten Kühlsystemen, dürfte der Predator 17 X allerdings preislich die 3000 Euro-Marke weit hinter sich lassen – viel Geld für einen PC, der sich in dieser Ausstattung jedoch ohnehin nur an Enthusiasten richtet. Offizielle Preise konnte der Hersteller am Mittwoch allerdings noch nicht nennen.

Gaming-PCs mit Premium-Anspruch

Dass Acer die Gaming-Community insgesamt verstanden hat und ernst nimmt, war am Mittwoch nicht zu übersehen. Vorgestellt wurde neben dem Predator 17 X nämlich auch der neue Desktop-Rechner Predator G1. Dieser fällt deutlich kleiner und schlanker aus als die bisherigen Predator-Serien, bietet auf engem Raum jedoch die gleichen Komponenten und trägt je nach Kundenwunsch sogar eine GeForce GTX 1080 – also jene Grafikkarte, die das 4K-Gaming salonfähig machen soll.

Der Predator G1 soll 4K-Gaming salonfähig machen. fullscreen
Der Predator G1 soll 4K-Gaming salonfähig machen. (©TURN ON 2016)
Der Mini-Tower glänzt mit hochwertiger Verarbeitung... fullscreen
Der Mini-Tower glänzt mit hochwertiger Verarbeitung... (©TURN ON 2016)
...und ist optisch ein echter Hingucker. fullscreen
...und ist optisch ein echter Hingucker. (©TURN ON 2016)

Doch neben der reinen Leistung stimmt beim G1 auch die Verarbeitung. Das schlanke und hervorragend verarbeitete Gehäuse ist von allen Seiten ein Hingucker und dürfte besonders beim Coolness-Faktor derzeit kaum zu schlagen sein. Größe und Optik machen aus dem G1 jedenfalls einen PC, den der eine oder andere sicherlich auch gern prominent im Wohnzimmer platzieren würde.

Passend dazu gibt es mit dem Predator Z271 einen Curved-Monitor und endlich auch Maus und Tastatur mit dem Predator-Branding. Das ist besonders toll für Gamer, die ihr System gern in einem einheitlichen Look gestalten möchten. Optisch macht die Kombi auf jeden Fall etwas her, dürfte sich jedoch vor allem an Kunden richten, die bereit sind für Premium-Geräte auch den entsprechenden Preis zu zahlen.

 Der Predator Z271-Monitor mit passender Maus und Tastatur. fullscreen
Der Predator Z271-Monitor mit passender Maus und Tastatur. (©TURN ON 2016)

Überhaupt wurde am Mittwoch klar, dass Acer vor allem Gamer im Visier hat, die bereit sind, für ihr Hobby auch den ein oder anderen Euro mehr auszugeben – und die ihren Rechner nicht gern unter dem Schreibtisch verstecken. Gerade für diese Kundschaft hat Acer mit seinem neuen Predator-Line-up sicherlich ein paar attraktive Geräte im Gepäck.

Unter Druck zur Hochform

Und so wird deutlich, dass der PC-Markt, auch wenn die Nachfrage nach klassischen Rechnern sinkt, nach wie vor ziemlich vital ist. Hersteller wie Acer suchen Wege aus der Krise und schaffen es über die Flanken immer wieder, doch den einen oder anderen Treffer zu landen – um wieder zu den Fußball-Analogien zurückzukehren. Ob es am Ende für den Finalsieg reicht, ist natürlich noch nicht absehbar. Aber vielleicht ist es ja tatsächlich manchmal wie im Fußball und ein Hersteller läuft erst unter Druck so richtig zur Hochform auf.

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