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Activision: Matchmaking-System sollte Spielern Lootboxen andrehen

"Schicke Waffe! Was kostet die?" Publisher Activision hat an einem Algorithmus geforscht, der beim Matchmaking den Neid der Spieler auf bessere Ausrüstung ausnutzen sollte.
"Schicke Waffe! Was kostet die?" Publisher Activision hat an einem Algorithmus geforscht, der beim Matchmaking den Neid der Spieler auf bessere Ausrüstung ausnutzen sollte. (©Activision 2017)

Activision hält ein Patent auf einen Matchmaking-Algorithmus, der Spieler gezielt neidisch auf die Ausrüstung ihrer Mitspieler machen soll. Das Ziel: Lootboxen und Ingame-Gegenstände verkaufen! Laut dem Publisher soll das System aber noch nicht zur Anwendung gekommen sein.

Schlechtes Timing: Gerade ist der Ärger der Spielerschaft über Lootboxen durch Games wie "Star Wars: Battlefront 2" und "Mittelerde: Schatten des Krieges" auf einem gefühlten Höchststand, da sickert eine unbequeme Neuigkeit über ein Patent von Activision ("Destiny 2", "Call of Duty: WW2", "Overwatch") durch. Ein Matchmaking-Algorithmus, den der Publisher erforscht hat, sollte Spieler in Multiplayer-Games offenbar gezielt mit solchen Zockern zusammenbringen, die höherstufige Ausrüstung haben, um den Verkauf von Lootboxen und Items über Mikrotransaktionen anzukurbeln.

Algorithmus soll Spieler neidisch machen – und zu Mikrotranskationen bewegen

Das Patent auf die Software ist bereits zwei Jahre alt, wurde aber erst jetzt veröffentlicht. In der Beschreibung der Funktion heißt es unter anderem, dass das Programm "ein Ingame-Item identifizieren" soll, "das für einen Spieler potenziell interessant, aber noch nicht in dessen Besitz ist." Beim Matchmaking soll dann versucht werden, den Spieler mit einem anderen Spieler zusammenzubringen, der dieses Item besitzt und nutzt. Das Ziel ist ganz klar: Kaufanreize sollen durch Neid auf besser ausgerüstete Spieler geschaffen werden. Oder wie es das Patent formuliert: "Ein jüngerer Spieler könnte den erfahreneren Spieler nachahmen wollen, indem er Waffen oder Gegenstände erwirbt, die dieser Spieler benutzt."

Actvision stellt klar: "Das System ist nicht zum Einsatz gekommen."

Activision hat sich zu dem Matchmaking-Algorithmus gegenüber dem Magazin PC Gamer bereits geäußert. In einer E-Mail schreibt der Publisher: "Es handelt sich hierbei um ein Forschungspatent aus dem Jahr 2015 von einer Entwicklungsabteilung, die unabhängig von unseren Spiele-Studios arbeitet. Es ist nicht in einem Spiel zum Einsatz gekommen." Auch DeeJ, der Community-Manager von "Destiny 2", hat via Twitter klargestellt, dass der Algorithmus nicht in dem Multiplayer-Shooter aktiv ist.

Dass überhaupt an derartigen Methoden geforscht wird, zeigt aber, dass das Ende der Fahnenstange in Sachen Lootboxen und Mikrotransaktionen wohl noch lange nicht erreicht ist.

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