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Belgien leitet wegen Lootboxen strafrechtliche Untersuchung bei EA ein

In Belgien sind Lootboxen illegales Glücksspiel, aber EA zeigt keine Einsicht. Wird es zum Gerichtsprozess kommen?
In Belgien sind Lootboxen illegales Glücksspiel, aber EA zeigt keine Einsicht. Wird es zum Gerichtsprozess kommen? (©Electronic Arts 2017)

Gegen EA wurden in Belgien strafrechtliche Untersuchungen eingeleitet. Grund dafür sind die Lootboxen in FIFA. Genau wie in den Niederlanden gelten Lootboxen auch in Belgien seit diesem Jahr als eine Art Glückspiel. Andere Publisher haben daher bereits Maßnahmen ergriffen, doch EA war bisher nicht bereit einzulenken.

Lootboxen haben unter Gamern nicht gerade den besten Ruf: Teilweise gewähren sie unfaire Vorteile oder die Wahrscheinlichkeit, dass sie nützliche Dinge enthalten, ist verschwindend gering. Einige Spieler geben also ein kleines Vermögen für die Boxen aus – ohne eine Ahnung zu haben, was sich in den Kisten befindet. Und genau deshalb handelt es sich bei Lootboxen laut Rechtsprechung in Belgien ganz klar um illegales Glücksspiel. Blizzard, Valve und 2K Games haben sich der Rechtslage bereits angepasst und ihre Lootboxen in Belgien aus den Spielen entfernt, wie Eurogamer berichtet.

EA zeigt sich bei dem Thema uneinsichtig

Im April schrieb EA in einem Statement, dass ihre Spiele weltweit ethisch und rechtmäßig entwickelt und umgesetzt werden. Den Vorwurf, dass es sich bei ihren Spielen um eine Form des Glücksspiels handele, wies der Konzern zurück. Laut EA-CEO Andrew Wilson erhalten Spieler immer eine spezifizierte Anzahl an Inhalten in jedem Pack und Spieler können die erhaltenen Gegenstände nicht in Geld umwandeln, verkaufen oder die virtuelle Währung gegen Echtgeld eintauschen.

Wie es scheint, beugen sich – bis auf EA – alle Publisher dem belgischen Gesetz und entfernen die Lootboxen aus ihren Spielen. Ob auch EA noch einlenkt oder ob es zu einem Gerichtsprozess kommen wird, bleibt abzuwarten.

Valve findet Schlupfloch im niederländischen Gesetz

Interessant: Spieleentwickler Valve hat in den Niederlanden zumindest für "Dota 2" ein Schlupfloch für Lootboxen gefunden. In unserem Nachbarland ist der Inhalt der jeweils nächsten Lootbox in "Dota 2" bereits vor dem Kauf sichtbar. Damit wird der Vorwurf des Glücksspiels, bei dem man nicht weiß, was in der Box ist, zumindest teilweise umschifft. Ausnutzen lässt sich das System allerdings nicht: Es erscheint erst ein neuer Inhalt in der Lootbox, wenn die aktuelle Lootbox gekauft wird.

Auch bei uns in Deutschland stehen die Lootboxen stark in der Kritik. Ein Verbot ist aber bisher nicht geplant.

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