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Betrügt "FIFA" die Gamer? EA streitet Existenz von Momentum ab

Läuft's nicht gut bei "FIFA"? Viele Gamer sind seit Jahren der Meinung: Das Spiel ist schuld!
Läuft's nicht gut bei "FIFA"? Viele Gamer sind seit Jahren der Meinung: Das Spiel ist schuld! (©EA 2016)

Seit Jahren vermuten "FIFA"-Spieler, dass geheime Algorithmen in der Fußball-Simulation für unfaire Bedingungen und verlorene Matches sorgen. Sogar Codefragmente aus "FIFA 17" sind bereits aufgetaucht, die die Existenz des sogenannten "Momentum"-Systems zu belegen scheinen. Publisher EA sagt nun erneut: Alles Quatsch!

Beim "FIFA Momentum" soll es sich um einen Algorithmus in den "FIFA"-Spielen handeln, der das Match je nach Können des Spielers manipuliert: Spielt er schlecht, wird es leichter, spielt er gut, wird es schwerer. Das soll sich dann zum Beispiel darin äußern, dass die eigenen Spieler öfter danebenschießen, den Ball leichter verlieren oder sich ungenauer steuern lassen. Gerüchte um die Existenz des geheimen Schummel-Systems reißen seit Jahren nicht ab, vor einigen Monaten machte im Forum Reddit sogar ein Programmcode die Runde, der aus "FIFA 17" stammen soll und das Momentum zu beweisen scheint. Electronic Arts hat nun erneut abgestritten, dass "FIFA" seine Spieler betrügt.

EA sagt: Keine Schummel-Codes in "FIFA"-Spielen

"FIFA"-Kreativchef Matt Prior nahm nun in einem Interview zu den immer wieder auftauchenden Vorwürfen Stellung. "Wir werden oft gefragt: 'Ist da etwas im Spiel drin, das Ereignisse scriptet?'", führte er gegenüber dem Magazin Eurogamer aus. "Ich kann versichern, dass da absolut nichts dran ist. Es ist nur Fußball. Diese Dinge passieren im Fußball." Er räumte allerdings ein, dass es tatsächlich ein Fehler-System in den "FIFA"-Spielen gibt, das zum Beispiel regelt, ob ein Spieler den Ball erfolgreich stoppt oder ihn verliert. "Ein Viertliga-Spieler stoppt den Ball schließlich nicht genauso sicher wie Messi, oder?", so Prior. Die Fehlerquote werde aber für jede Spielfigur einzeln auf Basis von Statistiken und Attributen errechnet und habe nichts mit dem Spielverlauf zu tun: "Der Algorithmus sagt nicht: 'Oh, es steht eins zu null in der 90. Minute, also bekommt dieser Spieler eine größere Fehlerwahrscheinlichkeit'."

Macht die Existenz des "FIFA Momentums" überhaupt Sinn?

Dass sich die Verschwörungstheorie um das "FIFA"-Momentum dennoch so hartnäckig hält, kann sich Prior nur mit Selbstbetrug der Gamer erklären: "Es gibt immer eine Entschuldigung. Es ist Können wenn Du gewinnst und Betrug, wenn Du verlierst." Tatsächlich ist fraglich, ob EA überhaupt einen Vorteil davon hätte, ein so komplexes System wie das vermutete Momentum in "FIFA" einzubauen. Das Magazin Moviepilot argumentierte schon im vergangenen Jahr, dass es deutlich leichter sein dürfte, eine gute Balance herzustellen, als Spiele vom Spielverlauf abhängig heimlich zu sabotieren. Darüber, ob der mögliche Cheat-Algorithmus auch im Multiplayer spürbare Auswirkungen hat, gibt es selbst bei Anhängern der Momentum-Theorie verschiedene Meinungen. Sollte er aber auch die FUT-Onlinepartien beeinflussen, könnte dadurch zudem die Glaubwürdigkeit des populären eSports-Titels beschädigt werden. Und ob EA daran Interesse hat, darf wirklich bezweifelt werden.

Mal sehen, ob sich Fans auch von "FIFA 18" wieder betrogen fühlen. Die jüngste Inkarnation der Spielereihe erscheint am 29. September 2017 für PS4, Xbox One, PC, Nintendo Switch, PS3 ind Xbox 360.

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