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Bungie, was habt ihr mit dem "Destiny 2"-PvP angestellt?

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Der Spieler-gegen-Spieler-Modus von "Destiny 2" war mir immer ein Gräuel – bis jetzt.

Auf Alienhorden schießen? Super! Gegen andere Spieler antreten? Bloß nicht! Den PvP-Teil von "Destiny 2" habe ich bisher geflissentlich ignoriert. Erst zum Release der neuen Erweiterung "Festung der Schatten" habe ich dem Schmelztiegel eine Chance gegeben – und jetzt ein Problem. Denn das Ganze macht plötzlich Spaß.

Wer mir so richtig den Tag vermiesen will, der zwingt mich, ein kompetitives Online-Game zu spielen – am besten einen schnellen Ego-Shooter. Eine explosive Mixtur aus mittelmäßigen Zielkünsten, niedriger Frusttoleranz und wenig sportlichem Ehrgeiz sorgt zuverlässig dafür, dass ich an kaum einer Art von Spiel so wenig Freude habe. Zu mehr als Kanonenfutter tauge ich einfach nicht, und das ist okay: Es gibt ja genügend andere Spiele.

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Die KI-Aliens können gar nicht groß genug sein, doch wenn es in "Destiny 2" gegen andere Spieler geht, bin ich raus.

Zum Beispiel "Destiny 2". Der MMO-Shooter von Bungie hat zwar auch eine PvP-Komponente namens Schmelztiegel. Die kann ich aber einfach links liegen lassen, um mich ganz auf rasante Kämpfe gegen Computergegner zu konzentrieren. Wenn es mich doch mal dorthin verschlägt, dann nur widerwillig und meist, weil es eine Quest verlangt. Dann quäle ich mich mit Ach und Krach durch einige Matches, bekomme ordentlich auf die Mütze und bin froh, wenn es vorbei ist.

Doch seit dem 1. Oktober ist alles anders.

Plötzlich Spaß im Schmelztiegel – was ist da los?

Irgendetwas hat Bungie in "Festung der Schatten" mit dem PvP in "Destiny 2" gemacht. Aus irgendeinem Grund gehen Gegner relativ regelmäßig vor mir zu Boden, wenn ich mit ihnen zusammentreffe. In den Statistiken am Rundenende bin ich nicht mehr regelmäßig letzter. Ich konnte sogar die Quest "Die Verlockung" abschließen: Hier musste ich Kills im PvP erzielen, verlor aber jedes Mal wieder Fortschritt, wenn ich selbst gekillt wurde. Aus naheliegenden Gründen hatte ich diese Frustbombe einfach ignoriert – nach dem Erweiterungs-Release flutschte sie plötzlich nur so.

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Ein Schmelztiegel-Team vor dem Start ins Gefecht.

Fast bin ich geneigt zu sagen: Ich bin plötzlich gut im "Destiny 2"-PvP! Oder zumindest nicht mehr grottenschlecht. Und das Allerschlimmste: Ich habe Spaß dabei.

Die zweite Hälfte des unendlichen Grinds

Das ist deshalb fatal, weil es ein Grundproblem von "Destiny 2" noch verschärft: Der Shooter ist eine Grind-Tretmühle sondergleichen. Ich kann Stunde um Stunde in das Abackern kleiner Aufgaben und großer Questreihen stecken, um das etwas bessere Fusionsgewehr, den krassen exotischen Raketenwerfer oder dieses eine coole Rüstungsteil zu ergattern. Solange ich mich nur mit der PvE-Hälfte von "Destiny 2" befassen musste, war das einigermaßen übersichtlich und ließ sogar noch Zeit für andere Spiele. Manchmal.

Jetzt hat Bungie das Eisenbanner-Event gestartet und ich habe selbst das langersehnte "The Witcher 3" auf der Switch links liegen gelassen, um mich mit Anlauf in den zeitlich begrenzten kompetitiven Modus zu stürzen.

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Die Eisenbanner-Rüstungen sind aber auch einfach schick.

Ich stelle fest: Der präzise getaktete Grind von "Destiny 2", der mich mit kleinen Erfolgserlebnissen bis zum nächsten großen Questabschluss bei der Stange hält, funktioniert auch im Spieler-gegen-Spieler-Wettbewerb hervorragend. Selbst wenn ich Matches verliere (was immer noch oft vorkommt), gibt mir das Spiel nun immerhin das Gefühl, einfach eine schlechte Runde gehabt zu haben – und nicht grundsätzlich ungeeignet zu sein.

An den richtigen Schrauben gedreht

Warum ich ausgerechnet jetzt einen Stich gegen andere Hüter sehe, hat vermutlich eindeutige Gründe, die ich in den Patch Notes zu "Festung der Schatten" detailliert nachlesen könnte. Besseres skillbasiertes Matchmaking, veränderte Spielmodi, Waffen-Buffs und -Nerfs – irgendeine Kombination dieser Faktoren wird wohl dazu geführt haben, dass ich mich vom Klotz am Bein eines bemitleidenswerten Hüter-Trupps zum halbwegs nützlichen Teammitglied gemausert habe.

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Ja, komm, ich geh voraus. Was soll schon schiefgehen?

Es ist mir aber gar nicht so wichtig, welche Stellschraube genau verantwortlich ist. Dass die Hälfte von "Destiny 2", die ich bisher mit Missachtung strafte, plötzlich Spaß macht, genügt mir. Ich habe mich außerdem gerade in das PvP-Rangsystem eingelesen, das bisher völlig außerhalb meines Interesses lag – und das reicht erst einmal an Information.

Hauptsache, der Schmelztiegel bleibt so, wie er ist.  Wer damit ein Problem hat: Heute Abend, Eisenbanner, ohne Powerwaffen. Ich bin auch gnädig.

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